Untersuchung der Miueralböden.
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b) Petrographisehe Bestimmung der gröberen Gemengteile des Sandes.
Die mechanisch abgetrennten gröberen Gemengteile eines Sandes schließen außer
Quarzsand mitunter sehr verschiedenartige Bestandteile (Feldspat und Silikate
aller Art usw.) ein, deren petrographisehe Bestimmung sowohl in geologischer
Hinsicht für Herkunft und Bildung eines Bodens, wie auch in agronomischer Be
ziehung für die Beurteilung des Bodens als Pflanzennährmittel von Bedeutung ist.
Einen gewissen Aufschluß über die Natur dieser Gemengteile erhält man, wenn
man den ahgesiebten bezw. abgeschlämmten Sand anfeuchtet, mit Hilfe einer Lupe
und Pinzette die gleichartigen Bestandteile ausliest und sie auf Farbe, Glanz und
Härte — am besten nach der Mohssehen Härteskala — auf Spaltbarkeit, Schmelz
barkeit und auf magnetische Eigenschaft prüft; kleine Kalksteinchen geben sich
dadurch zu erkennen, daß sie mit verdünnter Salzsäure Kohlensäure entwickeln.
Eine weitere Trennung kann dadurch bewirkt werden, daß die Gemengteile
in spezifisch sehr schwere Flüssigkeiten gebracht werden. Thoulet stellt
zu dem Zweck durch abwechselndes Einträgen von Quecksilberjodid und Jodkalium
in Wasser eine Lösung von 2,77 spezifischem Gewicht (bei 11—15°) her und be
wirkt durch diese eine Absoheidung aller Körper von höherem spezifischen Gewicht;
durch Verdünnen der Lösung lassen sich auch die Körper von geringerem spezifischen
Gewicht von einander trennen. Goldschmidt löst 210 g Jodkalium und 280 g Queck
silberjodid in 25 ccm destilliertem Wasser und erzielt eine Lösung von 3,196 spezifischem
Gewicht, auf welcher z. B. Flußspat (von 3,1—3,2 spezifischem Gewicht) schwimmt,
Eohrbach nimmt 100 Teile Jodbaryum und 130 Teile Jodquecksilber auf 20 ccm
Wasser, erhitzt im Ölbade auf 150—200° und filtriert; die Lösung hat ein spezifisches
Gewicht von 3,39, auf welcher Topas schwimmt. Von Klein ist zu dem Zweck
Cadmiumborowolframat vorgeschlagen, welches bei 75° in seinem Kristallwasser
schmilzt und eine Lösung von 3,3—3,6 spezifischem Gewicht liefert, indes Karbonate
und Sulfate angreift.
Mit Hilfe derartiger Lösungen 1 ) unter Berücksichtigung der nachstehenden
spezifischen Gewichte lassen sich die besonderen Gemongteile des abgesiebten bezw.
abgeschlämmten Sandes trennen und bestimmen. Die spezifischen Gewichte sind
z. B. felgende:
Gips
. 2,20-2,40
Augit
2.88—3,60
Orthoklas....
. 2,53—2,68
Turmalin
2,94—3.24
Albit
. 2,62—2.67
Hornblende ....
2,90—3,30
Oligoklas ....
. 2,63-2,68
Flußspat
3,10—3,20
Quarz
. 2,65
Rutil
4,20—4,30
Kalkspat ....
. 2.65—2,80
Schwerspat ....
4,30—4,70
Anorthit ....
. 2,67—2,76
Pyrit (Schwefelkies) .
4,90—6,20
Magnesiaglimmer .
Kaliglimmer. . .
. 2,74—3,13
. 2,76—3,10
Magneteisenerz. . .
4,90—5,20
II. Die Bestimmung der einzelnen chemischen Elemente
bezw. Pflanzennährstoffe.
Bei einem gleichmäßig beschaffenen Boden könnte man die Menge der einzelnen
chemischen Bestandteile am schnellsten in der Weise bestimmen, daß man den Boden
einerseits mit Natriumkarbonat (auf 1—2 g Boden die 5—6-fache Menge von wasser-
') Thoulet und Brögger haben für diese Art Untersuchungen besondere Soheide-
apparate bezw. Scheidetrichter (vergl. Wahnsohaffe; Anleitung zur wissenschaftlichen
Bodenuntersuchung, Berlin 1903, S. 87—90) angefertigt.