Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Die  Untersuchung  der  Sämereien.

6  Tagen  bei  Fenchel,  Goldhafer,  Hanf,  Hornklee,  Kerbel,  Möhre,  Reseda,  Sorgho,  Straußgräsern ­
  ;
7  „  Anis,  Eiche,  Fichte,  Puchssohwanzgras,  Glanzgräs,  Kammgras,  Knaulgras,
Kümmel,  Maulbeere,  Ruchgras,  rotem  und  Schafschwiugel,  Schmielen;
10  „  Ahorn,  Birke,  Buche,  Erle,  Hornhaum,  Lärche,  Rispengras,  Tanne;
14  „  „  Pinus  sylvestris  und  P.  Strobus.
10.  Wertbestimmung  von  Grassnmen.  Bei  Prüfungen  der  feineren  bezw.
schwierigeren  Grassamen  Aira,  Agrostis,  Alopecurus,  Anthoxanthum,  Arrlienatherum,
Dactylis,  Festuca  ovina  und  rubra,  Holeus,  Poa  usw.  wird  folgendes  Verfahren
eingeschlagen:
Man  zieht  eine  Mittelprobe  von  der  oben  (§  3)  vorgeschriebenen  Größe  und
liest  die  „fremden  Bestandteile“  (Steinchen,  fremde  Samen  usw.)  heraus.
Von  den  so  gereinigten  Scheinfrüchten  werden  zwei  kleine  Mittelproben,
jede  für  sich,  hergestellt,  so  groß,  daß  jede  mindestens  300—400  volle  Körner
enthält.  Boi  Dactylis,  Festuca  ovina,  Alopecurus  genügen  für  diesen  Zweck  (ungefähr) ­
  0,4  g,  bei  Arrhenatherum  1,0  g,  bei  Poa  0,1  und  bei  Agrostis  0,06  g.
Kleine  Abänderungen  dieser  Gewichtsmengen  werden  bedingt  durch  den  annähernd
abzuschätzenden  größeren  oder  geringeren  Gehalt  an  tauben  Scheinfrüchten.  -
Beide  Mittelproben  werden  genau  gewogen  und  ohne  „Vorquellung“  ins  Keirabett  gebracht. ­
  —  Das  Ergebnis  der  Keimkraftprüfung  wird  auf  1  g  der  rohen  Probe  berechnet.
Bei  Schiedsprüfungen  werden  nach  Verlauf  einiger  Tage  —  jedenfalls  bis  zu
dem  die  Keimungs-Energie  anzeigenden  Zeitpunkt  —  die  im  feuchten  Zustande
leichter  erkennbaren  leeren  oder  solche  Scheinfrüchte,  die  statt  des  Kornes  Antheren
oder  Insektenlarven  enthalten,  herausgelesen  (zweckmäßig  mittels  eines  Diaphanoskops).
Scheinfrüchte,  welche  eine  —  wenn  auch  mangelhaft  entwickelte  —  Karyopse  enthalten, ­
  verbleiben,  der  Zahl  nach  genau  bestimmt,  im  Keimbett.  Im  allgemeinen
wird  bei  beständig  20°,  die  in  §  9  d  genannten  Gattungen  aber,  wie  dort  angegeben,
bei  einer  zwischen  20  und  30°  wechselnden  Temperatur  geprüft  und  das  Ergebnis
auf  1  g  der  rohenProbe,  sowie  prozentig  auf  die  ein  Korn  enthaltenden  („vollen“)  Scheinfrüchte ­
  berechnet.  —  Die  herausgelesenen  tauben  Scheinfrüchte  werden  bei  Zimmertemperatur ­
  wieder  getrocknet  und  ihr  Lufttrockengewicht  dem  „Fremden“  zugerechnet.
11.  Wertbestiminmig  von  Beta.  Bei  der  Prüfung  von  Eunkel-  und  Zuckerrübenknäulen ­
  wird  durch  die  Beziehung  der  von  einer  bestimmten  Anzahl  Durchschnittsknäulen ­
  von  bekanntem  Gewicht  gewonnenen  Keimpflänzchen  auf  die  in  den
Knäulen  enthaltenen  (durch  die  nachträgliche  Schnitt  probe  zu  ermittelnden)
Samen  die  wirkliche  Keimkraft  zuverlässig  bestimmt.  Bei  Schiedsanalysen  ist
daher  diese  Bestimmung  der  Samenzahl  durch  nachträgliche  Schnittprobe  stets
durchzufUhren.  Für  gewöhnlich  wird  folgendes  abgekürzte  Verfahren  für  Beta  als
zulässig  erklärt.
Es  wird  zunächst  das  Durchschnittsgewicht  der  Knäule  aus  einer  korrekt
gezogenen,  von  fremden  Bestandteilen  und  nötigenfalls  von  anhaftenden  Hochblättern
(durch  Reiben)  befreiten  Mittelprobe,  welche  mindestens  2000  Knäule  enthält  —
noch  sicherer  aus  der  ganzen  eingegangenen  (gereinigten)  Probe  ■—  durch  Wägung
und  Zählung  bestimmt.  Hierauf  werden  3  x  100  Durchschnittsknäule  (unter  denen
große,  mittlere  und  kleine  in  annähernd  gleichem  Verhältnis  enthalten  sind,  wie  in
der  Gesamtprobe),  jede  100  für  sich,  von  der  gereinigten  Mittel-  oder  Gesamtprobe
abgezählt  und  gewogen.  Weicht  das  Gewicht  der  einen  oder  anderen  100  Knäule
von  dem  Durchschnittsgewicht  um  10  oder  mehr  Prozente  ab,  so  werden  erstere
durch  Auswechselung  einzelner  Körner  in  eine  nähere  Übereinstimmung  mit  dem
Durchschnittsgewicht  gebracht.  Letzteres  sowie  das  Gewicht  der  je  100  Knäule
ist  in  dem  üntersuchungsberichte  anzugeben.
            
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