Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Vollmilch.  Bestimmung  des  Fettes.

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oder  geringerem  Fettgehalt  besitzt  die  Grenzlinie  einen  blauen  hezw.  einen  roten  Saum.
Erscheint  der  Farbstreifen  hier  und  bei  anderen  Flüssigkeiten  für  eine  genaue  Ortsbestimmung ­
  der  Grenzlinie  zu  breit,  so  ist  eine  Natriumflamme  zu  verwenden.
Das  Thermometer  (Fig.  256)  ist  so  eingerichtet,  daß  darauf  die  Temperatur  17,6°
mit  0  bezeichnet  ist  und  ferner  darauf  die  Anzahl  Zehntel  Skalenteile  verzeichnet  sind,
welche  der  im  Fernrohre  abgelesenen  Eefraktometerzahl  bei  höherer  Temperatur  hinzuzuzählen ­
  hezw.  bei  niedrigerer  Temperatur  davon  abzuziehen  sind,  um  die  der  Temperatur  von
genau  17,5°  entsprechende  Eefraktion  zu  erhalten.  Wäre  z,  B.  in  dem  Fernrohr  die
Eefraktometerzahl  o2,0  abgelesen  und  zeigte  das  Thermometer  den  in  der  Fig.  255  angegebenen ­
  Stand,  so  wäre  die  Eefraktometerzahl  bei  17,5°  52,0  -j-  0,8  =  52,8.
8.  Beträgt  die  Beobachtungstemperatur  nicht  genau  17,5°,  so  ist  die  Eefraktometerzahl ­
  in  der  unter  No.  7  Absatz  3  angegebenen  Weise  zu  korrigieren.
9.  Die  Eefraktometer-Skala  ist  richtig  justiert,  wenn  destilliertes  Wasser  in  dem
mit  größter  Sorgfalt  gereinigten  Eefraktometer  bei  17,5°  die  Eefraktion  0  (den  Nullpunkt
der  Skala)  anzeigt.  Um  sich  selbst  von  Zeit  zu  Zeit  von  der  richtigen
Justierung  des  Eefraktometers  zu  überzeugen,  gibt  man  mittels  eines
Glasröhrchens  etwas  destilliertes  Wasser  von  17,5 0  durch  die  Spaltöffnung ­
  auf  die  vorher  angehauchten  Prismenflächen.  Nach  richtiger  Einstellung ­
  des  Beobachtungsspiegels  beobachtet  man  durch  das  Fernrohr,
ob  die  Sohattengrenze  im  Eefraktometer  bei  Beleuchtung  mit  Natriumlicht
auf  den  Skalenteil  0  einsteht.
Man  öffnet  dann  die  beiden  Prismen  durch  Drehen  des  Keilverschlusses, ­
  reinigt  sie  mittels  eines  weichen  Tuches,  schließt  die  Prismen
'wieder  und  gibt  dann  mit  einem  neuen  Eöhrchen  eine  genügende  Äthermenge ­
  durch  die  Spaltöffnung  auf  die  Prismenflächen.  Der  hierzu  verwendete ­
  Äther  ist  der  wassergesättigte  Äther,  den  man  nach  No.  5  erhalten ­
  und  mit  dem  man  auch  die  zu  untersuchenden  Proben  angesetzt
hat.  Während  man  durch  das  Fernrohr  die  Brechung  des  Lichtes
beobachtet,  regelt  man  den  Stand  des  Schattens  mittels  der  Mikrometerschraube ­
  in  der  Weise,  daß  er  genau  mit  einem  ganzen  Skalenteile  abschließt, ­
  d.  h.  zwischen  Skalenteil  und  Schattengrenze  darf  sich  kein  heller
Zwischenraum  befinden,  sondern  beide  müssen  sich  gerade  decken.  Man
stellt  also  auf  die  Grenzlinie  des  dunklen  Teiles  ein,  ohne  sich  durch  die
zuweilen  vor  ihr  auftretenden  feinen  Linien  beirren  zu  lassen.  Zu  den
a hgelesenen  Zahlen  addiert  man  die  Zehntel,  welche  sich  auf  der  Trommel
her  Mikrometerschraube  befinden  und  durch  einen  Zeiger  angegeben  werden,
mt  auf  diese  Weise  der  Skalenteil  20,6  erreicht,  so  ist  das  Eefraktometer ­
  richtig  justiert.  Diese  Yorversuche  nehmen  vielleicht  eine  Zeit  von
1  2  Minuten  in  Anspruch  und  sind  der  Sicherheit  halber  nie  zu  unterlassen.
10.  Die  Eeinigung  der  Prismen  von  den  Ätherfettlösungen  geschieht  am  besten
urch  ein  weiches  Tuch,  worauf  man  durch  ein  zweites  weiches  Flanelltuch  die  letzten
h  ettspuren  entfernt.
11.  Naumann  empfiehlt  beiderseits  abgeschmolzene  Glasröhrchen  (aus  hartem  Glase)
v . on  15  cm  Länge  und  3  mm  lichter  Weite.  Selbstverständlich  ist  für  jede  Ätherfettlösung
eiu  an( leres  Glasröhrchen  zu  verwenden.
.  h2.  Die  Schattengrenze  muß  tief  dunkelblau  und  scharf  abgrenzend  gegen  die
‘ ell °  linke  Fläche  sein.  Eiu  fehlerhaftes  Arbeiten,  so  z.  B.  Aufnahme  von  der  trüben
p Ussc heidung,  welche  sich  unterhalb  der  klaren  Ätherfettschicht  in  den  fertig  vorbereiteten
^  .  en  vorfindet  und  Aufbringen  derselben  auf  die  Prismenflächen,  oder  nicht  sorgfältiges
nicbf- lgeU  der  Priamenflächen,  bewirkt  ein  dunkles,  verschwommenes  Bild,  welches  natürlich
ein!.  zur .Ablesung  geeignet  ist  und  zu  falschen  Ergebnissen  führt.  Die  Untersuchung
y  r  flohen  Probe  ist  sofort  zu  wiederholen;  sie  gibt  nach  Abstellung  des  Fehlers  ein
zu  nÜ*  ild , lm d  somit  eine  richtige  Zahl.  Ein  längeres  Offenstehenlassen  der  nochmals

Fig.  265.
Thermometer
zum  Milch-Refraktometer.

Nach  Wollny.

_  -am.  -OU
untersuchenden  Probe  muß  dabei  tunlichst  verm
13.  Vergl.  No,  7  Absatz  3.
Landwirtschaftliche  Stoffe,  3.  Auflage.

30
            
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