Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Vollmilch.  Berechnung  des  spezifischen  Gewichtes  der  Trockensubstanz  usw.  489

sichtigen,  daß  nach  A.  Rein  sch  und  H.  Lührig  (vergl.  oben  S.  469)  nur  bei  unmittelbar
nach  dem  Melken  erfolgender  Trockensubstanz-Bestimmung  der  bestimmte  und  berechnete
Trockensubstanz-Gehalt,  eine  gute  Übereinstimmung  zeigen.
H.  Schrott-Fiechtl 1 )  hat  bei  J.  Greiner  in  München  ein  Laktodensimeter  herstellen
lassen,  bei  dem  man  den  zu  jedem  spezifischen  Gewichte  gehörigen  Wert  2,665  —
der  Pleischmannsohen  Formel  direkt  ablesen  kann.

B.  Ackermann 2 )  hat  einen  Apparat  in  Form  zweier  konzentrisch  verbundenen
Blechscheiben  eingerichtet,  mittels  dessen  man  auf  einfache  Weise  den  zu  einem  bestimmten
spezifischen  Gewichte  und  Fettgehalte  gehörigen,  nach  der  Pleischmannschen  Formel
berechneten  Trockensubstanzgehalt  ablesen  kann.  Der  Apparat  ist  von  der  Firma
Dr.  Bender  und  Dr.  Hobein  in  München  zu  beziehen.

N.  Leornard 8 )  hat  verschiedene  Formeln  für  die  Beziehungen  zwischen  spezifischem
Gewicht,  Fett  und  fettfreier  Trockensubstanz  ermittelt,  auf  die  hier  verwiesen  sei.

17.  Berechnung  des  spezifischen  Gewichtes  der  Trockensubstanz,  des  Gehaltes  an
fettfreier  Trockensubstanz  und  des  prozentigen  Fettgehaltes  der  Trockensubstanz.
Diese  drei  Werte  sind  für  die  Beurteilung  der  Reinheit  einer  Milch  von  Bedeutung. ­
  Man  ermittelt  sie  in  folgender  Weise:
a)  Das  spezifische  Gewicht  der  Milchtrockensubstanz  (m)  wird  aus
dem  spezifischen  Gewichte  (s)  und  dem  Trockensubstanzgehalte  (t)  der  Milch  berechnet ­
  nach  der  Formel:
_  t  s
t  s  —  1ÖÖ  s  -j-100'
b)  Der  Gehalt  an  fettfreier  Trockensubstanz  (r)  wird  durch  Subtraktion
des  Fettgehaltes  (f)  vom  Trockensuhstanzgehalt  (t)  erhalten:  r  =  t  —  f.
S.  M.  Babcock 4 )  hat  für  diese  Berechnungen  sowie  für  die  der  Trockensubstanz ­
  (t)  noch  einfachere  Formeln  aufgestellt  und  kommt  zu  dem  Schluß,  daß  die
Prozente  an  fettfreier  Trockensubstanz  in  der  Milch  für  je  1  Laktodensimetergrad
um  rund  0,26  (bei  gleichem  Fettgehalt)  und  für  je  1 / 10 °/o  Fett  um  0,02  (hei
gleichem  Laktodensimetergrad)  zunehmen.  Dieses  Verhältnis  findet,  wenn  L  =
Laktodensimetergrade,  f  =  Fett  bedeutet,  seinen  Ausdruck  in  folgenden  Formeln:

r  =  4 / 4 L  +  0,2f,
t  =  V*L  +  l,2t

Diese  einfachen  Formeln  sollen  nur  0,04°/ 0  von  den  nach  Fleischmanns
Formeln  berechneten  abweichende  Werte  geben.
c)  Den  prozentigen  Fettgehalt  der  Milchtrockensubstanz  (ft)  ermittelt ­
  man  aus  dem  Gehalt  der  Milch  an  Fett  (f)  und  Trockensubstanz  (t)  nach
der  Formel:

9  Milch-Ztg.  1901,  30,  180.
“)  Vergl.  Steinmann,  Ann.  chim.  analyt.  1898,  3,  253;  Zeitachr.  f.  Untersuchung
Nahrungs-  u.  Genußmittel  1899,  2,  236.
s )  Analyst  1900,  25,  67  u.  1901,  26,  318;  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungsu
 -  Genußmittel  1901,  4,  76  u.  1902,  5,  865.
1  4 )  Tweith  annual  report  of  the  Agrio.  Experim.  Stat.  of  the  University  of  Wisconsin
            
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