Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Untersuchung  von  Boden.

mals.  Auch  läßt  sich  das  kohlensaure  Calcium  durch  Erhitzen  mit  schwefelsaurem
Ammon  bequem  in  das  Sulfat  um  wandeln;  oder  am  einfachsten
3.  als  Calciumoxyd  (CaO).  Man  glüht  einfach  das  oxalsaure  Calcium  im
bedeckten  Tiegel  auf  dem  Gebläse  bis  zum  gleiohbleibenden  Gewicht,  je  nach  der
Menge  15—30  Minuten.
Wenn  neben  dem  Kalk  ziemlich  viel  Magnesia  zugegen  ist,  so  muß  man  das  oxalsaure ­
  Calcium  auf  dem  Filter  in  Salzsäure  lösen  und  aus  dieser  Lösung  unter  Zusatz  von
etwas  oxalsaurem  Ammon  durch  Übersättigen  mit  Ammoniak  nochmals  fällen; 1 )  die  Filtrate
von  beiden  Fällungen  werden  sodann  miteinander  vereinigt.
E.  Wohltmann *  2 )  bestimmt  den  Kalk  als  Calciumsulfat;  50  ccm  des  salzsauren
Filtrates  =  15  g  Boden  werden  in  ein  Becherglas  gebracht,  25  com  konz.  Schwefelsäure ­
  unter  Umrühren  zugesetzt,  nach  dem  Erkalten  der  Flüssigkeit  150  com
95  °/ 0 -iger  Alkohol  zugegeben,  umgerührt,  24  Stunden  stehen  gelassen  und  das  ausgefällte ­
  Calciumsulfat  in  gewohnter  Weise  zur  Wägung  gebracht.
s)  Bestimmung  der  Magnesia.  Das  Filtrat  von  oxalsaurem  Calcium  wird,
wenn  nötig,  etwas  eingeengt,  sodann  in  der  erkalteten  Lösung  die  Magnesia  mit
phosphorsaurem  Natrium  oder  nach  Mohr 3 )  besser  mit  phosphorsaurem  Natrium-Ammonium
  gefällt.  Durch  tüchtiges  Umrühren  beschleunigt  man  die  Fällung,  setzt
dann  noch  1 / 8  des  Volumens  Ammoniak  von  0,96  spezifischem  Gewicht  hinzu  und
läßt  12  Stunden  an  einem  kühlen  Orte  stehen.  Sodann  wird  filtriert,  mit  ammoniakhaltigem ­
  Wasser  (1  Teil  Ammoniak  von  0,96  spezifischen  Gewichts  und  3  Teile
Wasser)  ausgewaschen,  getrocknet,  erst  über  gewöhnlicher  Flamme  das  Filter  weiß
gebrannt,  dann  5  Minuten  im  Gebläse  geglüht  und  als  pyrophosphorsaures  Magnesium
(Mg 2 Po0 7 )  gewogen.
Wenn  in  dem  geglühten  pyrophosphorsauren  Magnesium  noch  kohlige  Teilchen  vorhanden ­
  sind,  so  können  diese  unter  Anwendung  von  etwas  Salpetersäure  oder  salpetersaurem
Ammon  entfernt  werden,  wobei  man  aber  anfangs  sehr  gelinde  und  vorsichtig  erhitzen  muß.
Bei  den  wässerigen  Bodenauszügen  werden,  wenn  in  der  Gesamtlösung  alle
Bestandteile  bestimmt  werden  sollen,  die  Filtrate  des  Ammoniak-Niederschlags  (Fe 2 0 3 ,
A1 2 0 3 ,  P„0 6 )  nebst  Waschwasser  vereinigt  und  daraus  unter  Erwärmen  der  Flüssigkeit  in
der  Siedehitze  der  Kalk  mit  reinem  oxalsauren  Ammon  ausgetällt.  Nach  der  Absoheidung
des  Kalkes  wird  die  Flüssigkeit  durch  Eindampfen  auf  ein  kleineres  Volumen  gebracht,
hierauf  mit  Salzsäure  schwach  angesäuert  und  durch  Chlorbaryumlösung  die  vorhandene
Schwefelsäure  kochend  gefällt,  der  Niederschlag  jedoch  erst  nach  dem  Erkalten  der  Flüssigkeit ­
  abfiltriert  und  ausgewaschen.  Das  Filtrat  sättigt  man  mit  Ammoniak  und  versetzt  mit
kohlensaurem  Ammon,  erwärmt  mäßig,  entfernt  den  gebildeten  Niederschlag,  dampft  das
Filtrat  zur  Trockne  ein  und  behandelt  den  Rückstand  behufs  Trennung  der  Magnesia  von
den  Alkalien,  wie  unter  £  2  angegeben  ist.
Die  nach  der  Behandlung  des  schwach  geglühten  Rückstandes  mit  Oxalsäure  usw.
erhaltene,  durch  Wasser  nicht  gelöste  Substanz  wird  mit  Salzsäure  behandelt,  aus  der
Lösung  die  noch  vorhandenen  kleinen  Mengen  von  Baryt  mit  Schwefelsäure  abgeschieden,
dann  mit  Ammoniak  übersättigt  (vielleicht  Spuren  von  Tonerde),  mit  ein  wenig  oxalsaurem
Ammon  versetzt  (vielleicht  Spuren  von  Kalk)  und  endlich  durch  phosphorsaures  Natrium
die  vorhandene  Magnesia  gefällt.
Aus  dem  letzten  Niederschlag  berechnet  man,  nach  dem  Auswaschen  desselben  mit
ammoniakhaltigem  Wasser,  Glühen  und  Wägen,  die  Menge  der  Magnesia.  Der  durch
kohlensaures  Ammon  gebildete  Niederschlag  ist  ebenfalls  nach  Auflösen  in  Salzsäure,  Abscheiden ­
  des  Baryts  mit  Schwefelsäure  usw.  auf  Magnesia  zu  prüfen.

')  Zeitschr.  f.  anal.  Chemie  1868,  7,  310.
2 )  Journ.  f.  Landw.  1896,  44,  211.
8 )  Zeitschr.  f.  anal.  Chemie  1873,  12,  36.
            
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