Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Milch  und  Molkerei-Erzeugnisse.

gepreßten  Achat-  und  Metallflächen  hindurchgepreßt  wird.  Hierdurch  werden  die
Milchfettkügelchen  in  feinste  Tröpfchen  zerteilt  und  eine  derartige  Milch  rahmt
im  sterilisierten  Zustande  seihst  hei  längerem  Aufbewahren  nicht  auf,  sondern  zeigt
eine  vollkommen  gleichmäßige  —  homogene  —  Beschaffenheit.
Nach  P.  Buttenherg 1 )  erhält  man  hei  homogenisierter  Milch  nach  den
Extraktionsverfahren  (Adams  usw.)  zu  niedrige  Fettgehalte,  während  nach  dem
Gottlieb-Röseschen  sowie  dem  acidhutyrometrischen  Verfahren  richtige  Ergebnisse
erhalten  werden.
2.  Eingedickte  Milch,  Milchtafeln  und  -pulver.
Das  Eindicken  der  Milch  und  die  Herstellung  von  Milchpulver  erfolgt  meist
durch  mehr  oder  minder  starkes  Einkoehen  derselben  in  Yakuumapparaten.
Die  Milchpulver  enthalten  meist  nur  noch  4—6  °/ 0  Wasser;  ihre  sonstige
Zusammensetzung  entspricht  der  Zusammensetzung  der  Trockensubstanz  der  verwendeten ­
  Milch  oder  Magermilch.
Bei  der  Untersuchung  von  eingedickter  Milch  kommt  es  vor  allem  auf
eine  gleichmäßige  Durchmischung  der  Probe  für  die  einzelnen  Bestimmungen
an,  die  im  allgemeinen  in  derselben  Weise  erfolgen  wie  hei  Milch,  nur  sind  natürlich
entsprechend  geringere  Suhstanzmengen  in  Arbeit  zu  nehmen.  Auch  kann  man  in
der  Weise  verfahren,  daß  man  die  Proben  vor  der  Untersuchung  in  der  Wassermenge ­
  löst,  die  zur  Lösung  für  den  Gebrauch  vorgeschriehen  ist,  und,  wenn  es  an
solchen  Vorschriften  fehlt,  in  so  viel  Wasser,  daß  die  Lösung  ein  spezifisches  Gewicht ­
  von  etwa  1,032  erreicht.
Um  annähernd  zu  ermitteln,  wie  weit  die  Eindickung  hei  eingedickter  Mich
ohne  Zuckerzusatz  getrieben  worden  war,  dividiert  man  mit  der  gefundenen  Trockensubstanz ­
  in  die  Zahl  1250.  Der  Quotient  a  besagt  dann,  daß  die  ursprüngliche
Milch  annähernd  im  Verhältnis  von  100:  a  eingedickt  worden  ist.
Bei  eingedickter  Milch  nimmt  man,  um  eine  gleichmäßige  Mischung  zu  erzielen, ­
  aus  der  Büchse  eine  etwas  größere  Menge  heraus  und  treibt  sie  durch  ein
Drahtsieb.
1.  Bestimmung  des  W T assers  hezw.  der  Trockensubstanz.  Zur  Bestimmung ­
  des  Wassergehaltes  hezw.  der  Trockensubstanz  werden  1,0—2,0  g  der
gesiebten  Probe  mit  etwa  5  ccm  Wasser  vermengt,  in  einer  flachen  Schale  auf
dem  Wasserbade  eingedampft  und  so  lange  bei  105°  getrocknet,  bis  Gewichtsbeständigkeit ­
  eingetreten  ist.  Bei  Anwendung  einer  größeren  Menge  Substanz  muß
dieselbe  mit  Sand  eingetrocknet  werden  und  kann  dann  die  Trockensubstanz  zugleich ­
  zur  Fettbestimmung  benutzt  werden.  Am  sichersten  trocknet  man  auch  hier
den  Rückstand  vollständig  bei  100°  im  Vakuum  aus.  Im  übrigen  vergl.  oben
S.  469  unter  Vollmilch.
2.  Bestimmung  des  Fettes.  Sie  geschieht  im  allgemeinen  nach  dem  oben
unter  Vollmilch  S.  452  u.  ff.  angegebenen  Verfahren;  doch  sind  von  dem  Präparate  stets
entsprechende  geringere  Substanzmengen  in  Anwendung  zu  bringen.  Im  einzelnen
ist  noch  folgendes  zu  bemerken:  Für  die  gewichtsanalytischen  Fettbestimmungen
können  als  Aufsaugungsmittel  nach  E.  Bieter 2 )  nur  Gips  und  Papier  empfohlen
werden.  Bei  mit  oder  ohne  Rohrzucker-Zusatz  eingedickter  Milch  ist  das  aräometrische
Verfahren  nicht  brauchbar;  ebensowenig  ist  bei  mit  Rohrzucker  eingedickter  Milch
das  gewöhnliche  Baboocksche  Verfahren,  das  von  Liebermann  und  Szekely
sowie  das  von  Schmid  und  Bondzynski  brauchbar.
*)  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1903,  6,  964.
2 )  Schweizer.  Wochenschr.  Chem.  u.  Pharm.  1903,  41,  39.
            
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