Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Milchdauerwaren. 
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Beim Gerber sehen acidbutyrometrischen Verfahren verdünnt man die genau 
abgewogene Substanz mit 9 Teilen Wasser und verfährt im übrigen wie ge 
wöhnlich; nur muß man sich stets durch mehrmaliges Erwärmen auf 70° und 
mehrmaliges Zentrifugieren von der vollständigen Ausscheidung des Fettes über 
zeugen. Die Ergebnisse sind natürlich, der Verdünnung entsprechend, mit 10 zu 
multiplizieren. Auch empfiehlt es sich hierbei, das spezifische Gewicht der ver 
dünnten Milch zu bestimmen und das oben (S. 498) für die Bestimmung des Fett 
gehaltes im Kahm Gesagte bei der Berechnung des Fettgehaltes zu berücksichtigen. 
Die Bestimmung des Fettes kann auch gleichzeitig mit der der Stickstoff- 
Substanz in der nachstehend unter 3. angegebenen Weise erfolgen. 
3. Bestimmung der Proteinstoffe. Die Proteinstoffe können bei den 
pulverförmigen Milcherzeugnissen entweder nach Kjeldahl (S. 138) als Gesamt- 
Stickstoff-Substanzen oder bei kondensierter Milch ebenso zweckmäßig nach Ritt- 
hausen (S. 470) bestimmt werden. Nach letzterem Verfahren veerden 2 g der 
gesiebten Probe mit etwa 400 ccm Wasser verdünnt und genau wie natürliche Milch 
S. 470 weiter behandelt. Da mit den Proteinstoffen zugleich auch alles Fett aus 
gefällt wird, so kann der Niederschlag zugleich zur Fettbestimmung benutzt werden. 
Man nimmt alsdann das vorher getrocknete und gewogene Filter samt Niederschlag 
mittels eines Platinspatels aus dem Trichter, wickelt dasselbe in eine Papierrolle 
und bringt es in den Soxhletschen Extraktionsapparat, indem man den Trichter 
sowie den Platinspatel mit Äther abspült. Der entfettete Niederschlag wird sodann 
über Schwefelsäure so lange getrocknet, bis er hellblau und erdig aussehend ge 
worden ist, worauf man ihn bis zur Gewichtsbeständigkeit im Luftbade weiter 
trocknet und wägt; die Masse wird zuerst vorsichtig, dann stärker geglüht, die 
Asche gewogen und in Abzug gebracht. 
4. Bestimmung des Zuckers. Den Milchzuckergehalt der ohne Rohrzucker 
zusatz eingedickten Milch wie der Milchpulver bestimmt man, nachdem man sich 
durch die mikroskopische Untersuchung von der Reinheit derselben überzeugt hat, 
meistens aus der Differenz der Summe der übrigen festen Bestandteile und der 
Trockensubstanz. In der mit Eohrzuckerzusatz eingedickten Milch läßt sich die 
Menge des zugesetzten Rohrzuckers annähernd berechnen, wenn man annimmt, daß 
d®* 1 ursprüngliche Gehalt der Milch an Milchzucker 60°/ 0 des Gehaltes derselben 
an Fett + Stickstoffsubstanz + Asche beträgt. 
Die direkte Bestimmung des Milchzucker-Gehaltes kann in derselben Weise wie 
^®i Milch — natürlich unter Berücksichtigung der in jedem Falle anzuwendenden 
Substanzmengen — nach den Verfahren von Scheibe (vergl. S. 470) ausgeführt 
worden, doch sind diese Bestimmungen bei gleichzeitigem Vorhandensein von 
uccharose stets etwas ungenau. 
Zum qualitativen Nachweis, ob eine eingedickte Milch oder ein Milch- 
Pulver mit Eohrzuckerzusatz hergestellt ist, kann nach Cayaux, 1 ) C. E. Carl- 
j? n2 ) und Utz 8 ) die Sei iw an off sehe Reaktion mit Eesorcin und Salzsäure 
dienen. 
Die nnonf-l-fo-fTTrn BAC + iTTirmiTin’ rlßCJ S Q A All fl T fi A O 1 All Ü 1 f.OO 1T1 Ol n fTOfll pV+hP 
Pharm, Zentralhalle 1898, 39, 303; Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Ge- 
uußmittel 1899, 2, 238. 
n , H . 2 ) Pharm. Zentralhalle 1903, 44. 133; Zeitschr. f. Untersuchung d. NaMnmga- u. Ge- 
Uttnttel 1904, 7, 304. 
8 ) Milch-Ztg. 1903, 32, 632.
	        
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