Bestimmung des Brechungsindex (Eefraktometergrades).
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Bestimmung des Brechungsvermögens mit dem Butterrefraktometer 1 ) der Firma Carl Zeiß,
optische Werkstätte ln Jena.
„Die wesentlichen Teile des Butterrefraktometers (vergl. Fig. 260, S. 622) sind zwei Glas
prismen, die in den zwei Metallgehäusen A und B enthalten sind. Je eine Fläche der beiden
Glasprismen liegt frei. Das Gehäuse B ist um die Achse C drehbar, so daß die beiden freien
Glasflächen der Prismen aufeinandergelegt und voneinander entfernt werden können. Die
beiden Metallgehäuse sind hohl; läßt man warmes Wasser hindurchfließen, so werden die
Glasprismen erwärmt. An das Gehäuse A ist eine Metallhtilse für ein Thermometer M an
gesetzt. dessen Quecksilbergefäß bis in das Gehäuse A reicht. K ist ein Fernrohr, in dem
eine von 0—100 eingeteilte Skala angebracht ist; J ist ein Quecksilberspiegel, mit Hilfe
dessen die Prismen und die Skala beleuchtet werden.
Zur Erzeugung des für die Butterprüfung erforderlichen warmen Wassers kann die
in Fig. 261 (S. 622) gezeichnete Heizvorrichtung dienen. Der einfache Heizkessel ist mit einem
gewöhnlichen Thermometer T x und einem sogenannten Thermoregulator S x mit Gasbrenner B x
versehen. Der Bohrstutzen A x steht durch einen Gummischlauch mit einem 1 / 2 —1 m höher
stehenden Gefäße C x mit kaltem Wasser (z. B. einer Glasflasche) in Verbindung, der Gummi
schlauch trägt einen Schraubenquetschhahn E x . Vor Anheizung des Kessels läßt man ihn
durch Öffnen des Quetschhahns E, voll Wasser fließen, schließt dann den Quetschhalm, ver
bindet das Sohlauehstfick G, mit der Gasleitung und entzündet die Flamme bei B x . Durch
Drehen an der Schraube P x regelt man den Gaszufluß zu dem Brenner B x ein für allemal
in der Weise, daß die Temperatur des Wassers in dem Kessel 40—45° beträgt. An Stelle
der hier beschriebenen Heizvorrichtung können auch andere Einrichtungen verwendet
werden, welche eine möglichst gleichbleibende Temperatur des Heizwassers gewährleisten.
Palls eine Gasleitung nicht zur Verfügung steht, behilft man sich in der Weise, daß man
das hochstehende Gefäß C x mit Wasser von etwa 46° füllt, dasselbe durch einen Schlauch
unmittelbar mit dem Sohlauchstücke D des Kefraktometers verbindet und das warme Wasser
durch das Prismengehäuse fließen läßt. Wenn die Temperatur des Wassers in dem hoch
stehenden Gefäße Q, bis auf 40° gesunken ist, muß es wieder auf die Temperatur von 45°
gebracht werden.
Dem Kefraktometer werden zwei Thermometer beigegeben; das eine ist ein gewöhn
liches, die Wärmegrade anzeigendes Thermometer, das andere hat eine besondere, eigens
für die Prüfung von Butter bezw. Schweineschmalz eingerichtete Einteilung. An Stelle der
Wärmegrade sind auf letzterem diejenigen höchsten Kefraktometerzahlen aufgezeichnet,
welche normales Butterfett bezw. Schweineschmalz erfahrungsgemäß bei den betreffenden
Temperaturen zeigen. Da die Befraktometerzahlen der Fette bei steigender Temperatur
kleiner werden, so nehmen die Gradzahlen des besonderen Thermometers, im Gegensätze
zu den gewöhnlichen Thermometern, von oben nach unten zu.
a) Aufstellung des Kefraktometers und Verbindung mit der Heiz
vorrichtung. Man hebt das Instrument aus dem zugehörigen Kasten heraus, wobei man
nicht das Fernrohr K, sondern die Fußplatte anfaßt, und stellt es so auf, daß man bequem
in das Fernrohr hineinschauen kann. Zur Beleuchtung dient das durch das Fenster ein
fallende Tageslicht oder das Licht einer Lampe.
Man verbindet das an dem Prismeugchäuse B des ^fraktometers (Fig. 260Ungebrachte
SchlauchsttickD mit dom Kohrstutzen D. des Heizkessels; glemhze'trg schrebt man über das
™ der Metallhülse des Kefraktometers angebrachte Schlauchstuck E einen 'Qu™hlauch
den man zu einem tiefer stehenden leeren Gefäß oder einem Wasserablaufbecken leitet
Man öffnet hierauf den Schraubenquetschhahn E, und laßt aus dem Gefeße C F g. 261)
Wasser in den Heizkessel fließen. Dadurch wird warmes Wasser durch den Rohrstutzen D x
(Fig. 261) und mittels des Gummischlauchs durch das Schlauchstuck D (Fig. )
Prismengehäuse B, von hier aus durch den in der ; ^
dem Prismengehäuse A gedrängt und fließt durch die Metallhulse des Thermometers M,
_ 1 ) Neuerdings (vergl, Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1906.
15) wird an dem Butterrefraktometer eine Mikrometersohraube (Fig. 260 G) angebracht,
16 ein genaueres Ablesen der Kefraktometerzahlen gestattet.