Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Speisefette  und  -öle.

Die  G-esamtprobe  ist,  wenn  nötig  unter  vorsichtigem  gelindem  Erwärmen,
vor  dem  Beginn  der  Untersuchung  zu  einer  gleichmäßigen  Masse  zu  durchmischen.
A.  Untersuchung  der  natürlichen  —  nicht  ausgelassenen  Butter.
Zu  diesen  Untersuchungen  verwendet  man  die,  wie  vorstehend
angegeben,  zu  einer  gleichmäßigen  Masse  verarbeitete  —  nicht  ausgelassene ­
  —  Butter.
1.  Bestimmung  des  Wassers.  5  g  der  gleichmäßig  durchmischten  Butter
werden  in  einer  mit  grob  gepulvertem,  ausgeglühtem  Bimsstein  beschickten,  tarierten,
flachen  Nickel-  oder  Platinschale  abgewogen.  Die  Schale  wird  in  einen  Soxhletschen
Trockenschrank  mit  Glyzerinfüllung  oder  einen  Vakuumtrockenapparat  gestellt.  Nach
einer  halben  Stunde  wird  die  im  Trockenschrank  erfolgte  Gewichtsabnahme  festgestellt; ­
  fernere  Gewichtskontrollen  erfolgen  nach  je  weiteren  10  Minuten,  bis  keine
Gewichtsabnahme  mehr  zu  bemerken  ist;  zu  langes  Trocknen  ist  zu  vermeiden,  da
alsdann  durch  Oxydation  des  Fettes  wieder  Gewichtszunahme  eintritt.
2.  Bestimmung  des  „wasserfreien  Nichtfettes“.  (Kasein,  Milchzucker  und
Mineralbestandteile.)  5  bis  10  g  Butter  werden  in  einem  flachen  Wägeglase  unter
häufigem  Umschütteln  im  Trockenschranke  bei  100°  vom  größten  Teile  des  Wassers
befreit;  nach  dem  Erkalten  wird  das  Fett  mit  absolutem  Alkohol  und  Äther  gelöst,
der  Rückstand  durch  ein  gewogenes  Filter  von  bekanntem  geringem  Aschengehalte
filtriert  und  mit  Äther  hinreichend  nachgevraschen.
Das  getrocknete  Filter  wird  in  dem  benutzten  Wägeglase  gewogen  und  ergibt
die  Menge  des  wasserfreien  Nichtfettes  (Kasein  +  Milchzucker  -(-  Mineralbestandteile
-)-  etwa  vorhandenes  sonstiges  Nichtfett).
Zur  Bestimmung  der  Mineralbestandteile  wird  das  Filter  samt  Inhalt
und  der  etwa  im  Wägegläschen  verbliebene  Rückstand  in  einer  Platinschale  mit
kleiner  Flamme  verkohlt.  Die  Kohle  wird  mit  W T asser  angefeuchtet,  zerrieben  und
mit  heißem  Wasser  wiederholt  ausgewaschen;  den  wässerigen  Auszug  filtriert  man
durch  ein  kleines  Filter  von  bekanntem  geringem  Aschengehalte.  Nachdem  die
Kohle  ausgelaugt  ist,  gibt  man  das  Filterchen  in  die  Platinschale  zur  Kohle,
trocknet  beide  und  verascht  sie.  Alsdann  gibt  man  die  filtrierte  Lösung  in  die
Platinschale  zurück,  verdampft  sie  nach  Zusatz  von  etwas  Ammoniumkarbonat  zur
Trockne,  glüht  ganz  schwach,  läßt  im  Exsikkator  erkalten  und  wägt.
Zieht  man  den  auf  diese  Weise  ermittelten  Gehalt  an  Mineralbestandteilen
von  der  Gesamtmenge  des  „wasserfreien  Nichtfettes“  ab,  so  erhält  man  die  Menge
des  „organischen  Nichtfettes“,  das  im  wesentlichen  aus  Kasein  und  Milchzucker
besteht.
„Die  Bestimmung  des  Chlors  erfolgt  entweder  gewichtsanalytisch  oder
maßanalytisch  in  dem  wässerigen  Auszuge  der  Asche,  bezw.  bei  hohem  Koohsalzgehalte
  der  Asche  in  einem  abgemessenen  Teile  des  auf  ein  bestimmtes  Volumen
gebrachten  Aschenauszugs  nach  folgenden  Verfahren:
a)  Gewichtsanalytisch.  Der  wässerige  Auszug  der  Asche  oder  ein  abgemessener ­
  Teil  desselben  wird  mit  Salpetersäure  angesäuert  und  das  Chlor  mit
Silbernitratlösung  gefällt.  Der  Niederschlag  vom  Chlorsilber  wird  auf  einem  Filter
von  bekanntem  geringem  Aschengehalte  gesammelt  und  bei  100°  getrocknet.  Dann
wird  das  Filter  in  einem  gewogenen  Porzellantiegel  verbrannt.  Nach  dem  Erkalten
befeuchtet  man  den  Rückstand  mit  einigen  Tropfen  Salpetersäure  und  Salzsäure,
verjagt  die  Säuren  durch  vorsichtiges  Erhitzen,  steigert  dann  die  Hitze  bis  zum
            
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