Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Butter  und  Butterschmalz.

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Schmelzen  des  Chlorsilbers  und  wägt  nach  dem  Erkalten.  Jedem  Gramm  Chlorsilber
entsprechen  0,247  g  Chlor  oder  0,408  g  Chlornatrium.
b)  Maßanalytisch.  Man  versetzt  den  wässerigen  Aschenauszug  bezw.  einen
abgemessenen  Teil  desselben  mit  1—2  Tropfen  einer  kalt  gesättigten  Lösung  von
neutralem,  gelbem  Kaliumchromat  und  titriert  ihn  unter  fortwährendem  sanften  Umschwenken ­
  oder  Umrühren  mit  1 / 10  Normal-Silbernitratlösung;  der  Endpunkt  der
Titration  ist  erreicht,  wenn  eine  nicht  mehr  verschwindende  Eotfärbung  auftritt.
Jedem  Kubikzentimeter  1 /lO  Normal-Silbernitratlösung  entsprechen  0,003545  g  Chlor
oder  0,00585  g  Chlornatrium.“
Zur  Bestimmung  des  Kaseins  wird  aus  etwa  5—10  g  Butter  durch  Behandlung ­
  mit  Alkohol  und  Äther  und  darauffolgendes  Filtrieren  durch  ein  schwedisches
Filter  die  Hauptmenge  des  Fettes  entfernt.  Im  Filter  nebst  Inhalt  bestimmt  man
nach  Kjeldahl  den  Stickstoff  und  berechnet  aus  diesem  durch  Multiplikation  mit
6,37  den  Kaseingehalt  der  Butter.  Zieht  man  von  dem  gefundenen  Gehalte  an
„wasserfreiem  Nichtfett“  die  getrennt  bestimmten  Mengen  Kasein-f-  Mineralbestandteile
ab,  so  bleibt  in  der  Kegel  ein  kleiner  Rest,  zu  dessen  Bestandteilen  die  geringen
in  der  Butter  vorhandenen  Mengen  Milchzucker  gehören.
3.  Bestimmung  des  Fettes.  Der  Fettgehalt  der  Butter  kann  bestimmt  werden:
1.  Indirekt,  indem  man  den  Gehalt  an  Wasser  +  „wasserfreiem  Nichtfett“
von  100  abzieht.
2.  Dir  eckt  nach  einem  der  ersten  3  folgenden  Verfahren:
a)  Durch  Eindampfen  eines  aliquoten  Teiles  der  bei  der  Bestimmung  des
„wasserfreien  Nichtfettes“  (Kasein  +  Milchzucker  +  Salze)  erhaltenen,  auf  ein  bestimmtes ­
  Volumen  aufgefüllten  Fettlösung.
b)  5  g  Butter  werden  in  einer  Porzellanschale  geschmolzen  und  mit  20  g  Gips
gemischt,  dann  6  Stunden  lang  bei  etwa  100°  getrocknet  und  das  nach  dem  Erkalten
erhaltene  trockne  Pulver  mit  absolutem  Äther  im  Extraktionsapparate  bis  zur  Erschöpfung ­
  ausgezogen.
c)  Nach  Eöse-Gottlieb.  A.  Hesse 1 )  hat  die  Anwendung  dieses  Verfahrens
(vergl.  S.  453)  für  die  Bestimmung  des  Fettes  in  der  Butter  vorgesohlagen.  Er
verfährt  folgendermaßen:  1,5—2,0  g  der  gut  durchgemischten  Butter  werden  in  einer
ungefähr  3  cm  langen  halbzylindrischen,  durch  Aufspalten  einer  dünnwandigen
Glasröhre  erhaltenen  Wägeform  abgewogen  und  in  den  Gottliebschen  Schüttelzylinder ­
  geschoben.  Durch  Zufügen  von  8  ccm  heißem  Wasser  —  so  daß  man  also
ungefähr  10  ccm  Flüssigkeit  erhält  —  bringt  man  die  Butter,  nötigenfalls  durch
Einstellen  des  Zylinders  in  warmes  Wasser,  zum  Schmelzen,  mischt  mit  1  ccm
Ammoniak  und  darauf  mit  10  ccm  Alkohol  gut  durch,  bis  sich  die  Eiweißstoffe
aufgelöst  haben,  und  schüttelt  dann,  wenn  sich  die  Mischung  abgekühlt  hat,  mit
-o  ccm  Äther  und  darauf  mit  25  ccm  Petroläther  durch.  Sobald  die  Fettlösung
lar  geworden  ist,  hebert  man  sie  in  ein  Kölbchen  ab,  fügt  nochmals  50  ccm  Äther
inzu,  hebert  wieder,  ohne  durchgeschüttelt  zu  haben,  ab,  schüttelt  darauf  mit
ccm  einer  Mischung  von  gleichen  Teilen  Äther  und  Petroläther  durch  und  fügt
lese  Lösung  nach  vollständigem  Absetzen  und  Klarwerden  zu  den  ersten  beiden  Abe
  erungen  im  Fettkölbchen;  darauf  verdunstet  man  den  Äther,  trocknet  und  wägt
uas  zurückbleibende  Fett.
,  “)  N.  Gerber  hat  auch  ein  acidbutyrometrisches  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Fett-11
  Wassergehaltes  der  Butter  ausgearbeitet.  Nach  H.  Lübrig  und  F.  Wiedmann 3 )
9  Zoitsohr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1904,  8,  673.
„  „  9  Bericht  des  ehern.  Untersuchungsamtes  Chemnitz  1903;  Zeitschr.  f.  Untersuchung
■  JNahrungs-  und  Genußmittel  1904,  8,  247.
            
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