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Speisefette und -öle.
A. Juckenack und R. Pasternack 1 ) fanden für mit Kokosfett verfälschte
Schweinefette, sowie für weiße Kunstspeisefette des Handels folgende Werte:
Eeichert-
Meißlsche Zahl
M I
2. 1 Schweinefette. . ,
3. I I
4 1 (
g | Kunstspeisefette . |
2,53
2,55
4,65
0,93
1,60
Ver-
Refraktion
seifungs-
(Schweinefett-
zahl
Skala)
204,65
— 2,1
205,79
-2,6
219,55
— 5,4
197,40
+ 3,3
199,60
+ 4,1
Phytosteriuaoetat-
Probe
loazam (] colT io. Schmelzp. der
6. Kristallisation)
55,60 119,5°
62,52 118,8°
42,18 119,4°
81,36 127,0«
84,09 123,0°
Früher hat man den Nachweis von Verfälschungen des Schweinefettes vorwiegend
durch die Bestimmung der Jodzahl und der Refraktometerzahl sowie verschiedene Farben
reaktionen zu erbringen gesucht. Die Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt,
daß im Handel reine Schweinefette mit weit höheren Jodzahlen verkommen, als man
früher angenommen hat. — W. D. Riohardson' 2 ) fand für das Bauchschmalz (Leaf lard)
des im Südwesten der Union gehaltenen sog. Eichelmastschweines vom Markte in St. Louis
sogar die Jodzahlen 78,8 bis 82,0 und für das Rückenschmalz dieser Tiere die Jodzahlen
81,5 bis 84,7 —; andererseits kann die Jodzahl eines mit Baumwollsamenöl verfälschten
Schweinefettes ja auch leicht durch Zusatz von Talg, Preßtalg, Kokosfett wieder herab
gedrückt werden. Zwar kann unter diesen Umständen die Jodzahl der flüssigen Fett
säuren unter Umständen einen besseren Anhaltspunkt gewähren, als die Jodzahl des Fettes
selbst, allein auch sie schwankt in beträchtlich weiten Grenzen (92—115,5) s ) und dazu
kommt noch, daß ihre Bestimmung mit verhältnismäßig großen Schwierigkeiten verknüpft ist.
Auch die verschiedenen Farbenreaktioneu auf das neben Kokosfett vorwiegend
zur Verfälschung dienende Baumwollsamenöl (Bechi, Halphen usw.) haben nur
einen bedingten Wert; einmal, weil der diese Reaktionen verursachende Körper durch die
Fütterung der Tiere mit Baumwollsamenmehl in das Körperfett übergehen kann, so daß
also auch reine Schweinefette die betr. Reaktionen zeigen können; sodann, weil durch
entsprechende Behandlung des Baumwollsamenöles diesem die Reaktionsfähigkeit auf die
betr. Reagenzien genommen werden kann. Andererseits sind namentlich die Bechische
und Welmanssche Reaktion noch in der Richtung unsicher, als sie auch durch nach
träglich in das Fett hineingekommene Stoffe (Zwiebeln usw.) verursacht werden können.
Aus allen diesen Gründen kommt den hier in Frage kommenden Reaktionen auf
Baumwollsamenöl (Bechi, Halphen, Gantter, Wolmaus) keine entscheidende Be
deutung zu. Sie sind dagegen sehr geeignete Vorproben und in dieser Hinsicht hat
auch die Welmanssche Reaktion bei Schweinefett einige Bedeutung. Auch haben
die Farbenreaktionen in der Richtung eine gewisse Bedeutung, als sie bei positivem Ausfall
der Phytosterinacetat-Probe einen Anhalt dafür geben, welches Planzenöl zugesetzt ist.
ß) Ein Zusatz von Kokosfett oder von Palmkernfett — welches sich
ähnlich verhält — wird erwiesen 4 ) durch eine erhöhte Verseifungszahl (etwa
Uber 200); gleichzeitig werden Jodzahl und Eefraktometerzahl, sofern neben dem
Kokosfett nicht gleichzeitig noch ein Pflanzenöl (Baumwollsamenöl usw.) vorhanden ist,
wesentlich erniedrigt.
J ) Zeitschr, f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1904, 7, 193. Die Kunst
speisefette gaben positive Halphen sehe Reaktion.
2 ) Journ, Americ. ehern. Soc. 1904, 26, 372; Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs-
u. Genaßmittel 1905, 9, 45.
3 ) Vergl. J. Lewkowitsch, Chemische Technologie und Analyse der Öle, Fette
und Wachse. Braunschweig, Pr. Vieweg & Sohn, 1905, 2, 369.
4 ) F. Morrsohöck hat kürzlich ein weiteres Verfahren zum Nachweise von Kokos
fett in Schweinefett veröffentlicht. —• Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genuß
mittel 1904, 7, 586.