Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Pflanzliche  Speisefette  und  -öle.

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nach  Milliau  die  Verwendung  der  bei  106°  getrockneten  (nicht  mit  Wasser  gewaschenen)
Fettsäuren  und  nach  Tortelli  und  Ruggeri 1 )  die  der  flüssigen  Fettsäuren.
Id)  Erdnußöl  (Arachisöl).  Der  Nachweis  dieses  Öles  wird  durch  den  Nachweis ­
  bezw,  —  da  Spuren  von  Arachinsäure  auch  in  Olivenöl  verkommen  sollen  —
die  quantitative  Bestimmung  der  Arachinsäure  und  Lignocerinsäure  (S.  584)  geführt.
c)  Baumwollsamenöl  (Cottonöl).  Dieses  Öl  wird  mittels  der  Halphenschen
Reaktion  (S.  587)  nachgewiesen.  Da  es  indes  möglich  ist,  durch  geeignete  Behandlung ­
  den  diese  Reaktion  des  Baumwollsamenöles  verursachenden  Körper  zu  entfernen, ­
  so  kann  man  sich  in  Fällen,  wo  dies  anzunehmen  ist,  zum  Nachweise  des
Baumwollsamenöles  der  Salpetersäure-Reaktion  (S.  587)  bedienen.
d)  Rühöl.  Größere  Mengen  dieses  Öles  lassen  sich  unter  Umständen  an  der
Erniedrigung  der  Verseifungszahl  erkennen.
e)  Mohnöl,  Hanföl,  Leinöl  und  sonstige  trocknende  öle  erkennt  man  durch
die  beträchtliche  Erhöhung  der  Jodzahl  hei  Abwesenheit  der  unter  a—d  genannten ­
  öle.
f)  Mineralöl.  Man  findet  seine  Menge  durch  Bestimmung  des  Unverseifbaren
  des  Öles,  wobei  zu  berücksichtigen  ist,  daß  reine  Olivenöle  selbst  etwa  0,5
bis  1,5  °/ 0  Unverseifbares  enthalten.  Man  verfährt  zur  Bestimmung  des  Unverseifbaren
  wie  folgt:
10  g  öl  werden  mit  5  g  Kalihydrat  und  50  ccm  Alkohol  verseift,  die  alkoholische ­
  Lösung  mit  dem  gleichen  Volumen  Wasser  verdünnt  und  mit  Petroleumäther, ­
  welcher  keine  Uber  80°  siedende  Bestandteile  enthält,  ausgeschüttelt.  Der
mit  Wasser  gewaschene  Petroleumäther  wird  verdunstet,  der  Rückstand  gewogen
und  zweckmäßig  nochmals  in  gleicher  Weise  behandelt.
Oder  die  verseifte  Masse  wird  vom  Alkohol  befreit,  in  einer  Porzellanschale
nach  Zusatz  von  Sand  vollständig  eingetrocknet,  der  trockne  Rückstand  in  eine
Papierkapsel  gebracht  und  im  Soxhletschen  Extraktionsapparat  mit  obigem  Petroleumäther ­
  erschöpft.
3.  Außerdem  kann  unter  Umständen  auch  die  Bestimmung  des  spezifischen
Gewichtes,  des  Schmelz-  und  Erstarrungspunktes  der  Fettsäuren,  sowie
des  Brechungsexponenten  durch  das  Refraktometer  zur  Erkennung  von  gröberen
Verfälschungen  dienen.  Letztere  Probe  ist  namentlich  als  Vorprobe  bei  Massennntersuchungen
  mit  Vorteil  verwendbar.
4.  Kupfer  wird  in  grüngefärbten  ölen  durch  Verbrennen  einer  größeren
Menge  derselben  in  einem  Porzellantiegel  und  Untersuchung  des  Rückstandes  in
bekannter  Weise  nachgewiesen.
Man  kann  nach  H.  Fresenius  und  A.  Schattenfroh 2 )  das  Kupfer  im  Olivenöl
auch  in  der  Weise  quantitativ  bestimmen,  daß  man  eine  abgewogene  Menge  Öl  in  der
3-fachen  Menge  Äther  löst,  in  einem  Scheidetrichter  mit  verdünnter  Salpetersäure  kräftig
durchschüttelt,  die  saure  Lösung  abfließen  läßt  und  3-mal,  das  1.  Mal  mit  Säure,  das  2.
"id  3.  Mal  mit  Wasser  behufs  Auswaschens  nachschüttelt,  die  abgezogenen  Flüssigkeiten
z yr  Trockne  verdampft,  glüht,  den  Rückstand  mit  salzsäurehaltigem  Wasser  aufnimmt,  in
Riese  Lösung  Schwefelwasserstoff  leitet  und  das  ausgeschiedene  Schwefelkupfer  nach  dem
iltrieren,  Auswaschen  und  Glühen  als  Kupferoxyd  wägt.
Kupferhaltige  Öle  sind  als  verfälscht  zu  beanstanden.
2.  Erdnußöl  (Arachisöl).
Erdnußöl  ist  das  Öl  der  Samen  der  Erdnuß  (Arachis  hypogaea  L.).  Es  ist  vor  allen
anderen  Speisefetten  und  ölen  durch  seinen  Gehalt  an  Arachinsäure  und  Lignocerinö
  Chem.-Ztg.  1898,  22,  600.
2 )  Zeitsohr.  f.  analyt.  Chemie  1895,  34,  381.
            
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