Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Spiritus, Branntweine und Liköre. 
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Der unten Bauchig aufgeblasene Teil faßt bis zum unteren Teilstrich, der die 
Zahl 20 trägt, 20 ccm und dient zur Aufnahme des Chloroforms. 
Die Röhre ist von 20—26 ccm durch kleine Teilstriche in je 0,05 ccm ge 
teilt. Der hirnförmige obere Teil hat einen Inhalt von etwa 150 ccm und kann 
am Halse mit einem Korkpfropfen verschlossen werden. 
Zur Untersuchung eines Branntweins, Kognaks usw. werden 100 com des 
selben unter Zusatz von einigen Tropfen Natronlauge der Destillation unterworfen, 
bis 80 ccm übergegangen sind. 
Es ist unter allen Umständen nötig, auch farblose 
Branntweine mit Natronlauge zu destillieren, um jedwede 
Beimengung von harzigen Bestandteilen und Farbstoffen, die 
aus den Fässern stammen können, zu entfernen; ferner aber 
auch, um vorhandene Ester zu zersetzen. 
Ätherische Öle, welche im höchsten Falle 0,04—0,045 °/ 0 
betragen können, da diese Mengen dem Branntwein bereits 
ein milchiges Aussehen geben, haben keinen nennenswerten 
Einfluß auf die Untersuchung, besonders dann nicht, wenn der 
untersuchende Branntwein mit Natronlauge destilliert wird. 
Jenes unter Zusatz von Natronlauge erhaltene Destillat 
f ÜHt man auf 100 ccm auf, mischt gut durch und bestimmt den 
Alkoholgehalt durch das spezifische Gewicht. 
Der Alkoholgehalt wird bei fast allen Trinkhranntweincn 
über 30 °/ 0 betragen. Es muß also in fast allen Fällen Wasser 
zugesetzt werden, um den richtigen Yerdünnungsgrad zu er 
halten, und zwar um so mehr, je gehaltreicher der zu unter 
suchende Branntwein ist. 
Von diesem Destillat daher, dessen Alkoholgehalt fest 
gestellt ist, werden 50 ccm, entsprechend 50 ccm Branntwein, 
abpipettiert, mit so viel Wasser verdünnt, daß derselbe genau 
3 () Volumprozente enthält, oder richtiger gesagt, das spezifische 
Gewicht 0,96564 zeigt. 
Den Zusatz von Wasser zur Verdünnung auf 30 Volum 
prozente kann man, wenn keine Verdünnungstabelle vorhanden 
ist > leicht berechnen. 
Ist v der Alkoholgehalt des Destillates in Volumprozenten, und hat man x 
Wasser zuzusetzen, um den Alkoholgehalt auf 30 Volumprozente zu bringen, so ist 
nach dem Zusatz von x Wasser das Volumen gleich 100 + x und zwar mit dem 
Ursprünglichen v ccm-Gehalt Alkohol. 
Es verhält sich also: 
(100 + x): v = 100 : 30. 
Also beträgt der erforderliche Wasserzusatz x zu 100 ccm Destillat: 
lOOv — 3000 10 v —300 
x = ~ ~ 30 — 3 
Die Berechnung des erforderlichen Wasserzusatzes kann auch erfolgen nach 
der Formel: 
100 (p — Pj)a 
x 
P,
	        
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