Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Bier  und  seine  Rohstoffe.

In  den  meisten  Fällen  genügt  es,  das  Verhältnis  von  Zucker  zu  Nichtzncker
(Z  :  NZ)  der  ursprünglichen  Würze,  der  Stammwürze,  festzustellen,  um  sich  ein  Bild
von  der  Zusammensetzung  des  Extraktes  und  der  Güte  des  verwendeten  Malzes  zu
verschaffen.  Zu  diesem  Zwecke  werden  die  gefundenen  Gewichtsprozente  Maltose  von
den  Gewichtsprozenten  des  Extraktes  im  Bier  abgezogen,  wodurch  man  die  Menge
des  NZ  in  der  ursprünglichen  Würze  (Stammwürze)  erhält.  Diese,  vom  Extraktgehalt ­
  der  Stammwürze  abgezogen,  ergibt  die  ursprünglich  vorhandene  Menge  Z
(Maltose),  und  nun  stellt  man  das  Verhältnis  Z  :  NZ  =  1  :  x  fest.  Dieses  soll  hei
richtig  ahgedarrten  Malzen  zwischen  1  :  0,46  und  1  :  0,54  betragen.
6.  Bestimmung  des  Stickstoffs.  20  ccm  Bier  werden  in  einem  Kjeldahl-Kolben
  auf  dem  Wasserhade  eingedunstet,  dann  20  ccm  der  für  das  Kjeldahlsche
Stickstoffbestimmungsverfahren  vorgeschriehenen  Schwefelsäure,  sowie  1  Tropfen
Quecksilber  zugesetzt  und  nun,  wie  oben  S.  138  angegeben,  behandelt.
Bei  extraktreichen  Bieren  kann  man  den  größeren  Teil  des  Zuckers  vorher
mit  einer  Spur  Hefe  vergären,  weil  sonst  heim  Zusatz  von  Schwefelsäure  leicht
ein  Uberschäuraen  statthat.
7.  Bestimmung  der  Säure.  a)  Gesamtsäure  ausschließlich  Kohlensäure. ­
  100  ccm  Bier  werden  in  einem  Becherglase  oder  besser  einer  Porzellanschale
  unter  stetem  Umrühren  schwach  ( 1 / 2  Stunde  lang  auf  etwa  40°)  erwärmt,
um  die  Kohlensäure  vollständig  auszutreiben.  Sodann  wird  mit  1 / 10  Normal-Alkalilauge ­
  nach  dem  Tüpfelverfahren  auf  neutralem  Lackmuspapier  titriert.  Die  gefundenen ­
  ccm  mit  dem  Faktor  0,009  multipliziert,  ergehen  die  Prozente  Milchsäure,
oder  man  gibt  die  Säuremenge  nur  in  ccm  Normallauge  für  100  g  Bier  an.
Man  kann  sich  als  Indikator  auch  einer  roten  Phenolphthaleinlösung  bedienen,
welche  nach  E.  Prior  wie  folgt  hergestellt  wird:
1  Teil  Phenolphthalein  wird  in  30  Teilen  Weingeist  von  30  Volumprozent  gelöst;
12  Tropfen  dieser  Flüssigkeit  werden  in  20  ccm  ausgekochtes  Wasser  gebracht  und  mit
0,2  ccm  1 / 10  N-Alkalilauge  rot  gefärbt.  Von  dieser  roten  Flüssigkeit,  welche  stets  frisch
zu  bereiten  ist,  wird  je  ein  Tropfen  in  Porzellanniipfchen  gebracht  und  das  mit  dem
Normal-Alkali  titrierte  Bier  tropfenweise  zugegeben,  bis  ein  Tropfen  dieser  Flüssigkeit  die
Phenolphthaleinlösung  nicht  mehr  entfärbt.
b)  Essigsäure.  Dieselbe  wird  am  besten  nach  dem  Verfahren  von  Landmann ­
  bei  Zugabe  von  etwas  Tannin  unter  Einleiten  von  Wasserdämpfen  abdestilliert
und  im  Destillat  entweder  nur  qualitativ  nachgewiesen  oder  durch  Titration  mit
1 / I0  Normallauge  bestimmt,  wobei  1  ccm  1 / 10  Lauge  =  0,006  g  Essigsäure  entspricht. ­
  Der  qualitative  Nachweis  geschieht  durch  Einengen  des  Destillats  mit
etwas  Natronlauge,  Versetzen  mit  gleichen  Teilen  konzentrierter  Schwefelsäure  und
Alhohol,  worauf  sich  der  bekannte  Geruch  nach  Essigsäure-Äthylester  einstellt.
c)  Bestimmung  der  Kohlensäure.  Wenngleich  sich  der  Kohlensäuregehalt ­
  nach  dem  Geschmack  des  Bieres  annähernd  beurteilen  läßt,  so  ist  doch  in
vielen  Fällen  eine  quantitative  Bestimmung  desselben  erwünscht.
Man  bestimmt  die  Kohlensäure  in  einfacher  Weise  dadurch,  daß  man  durch
eine  bestimmte  Gewichtsmenge  Bier  einen  kohlensäurefreien  Lufstrom  leitet  und
die  Kohlensäure  in  Barytwasser  auffängt,  aus  welchem  sich  das  kohlensaure  Baryum
ausscheidet.  Dieses  kann  entweder  als  solches  gewogen  oder  durch  Schwefelsäure
in  schwefelsaures  Baryum  übergeführt  und  letzteres  gewogen  werden.
Zur  genauen  Bestimmung  der  Kohlensäure  nimmt  man  am  besten  vom  Fasse
selbst  eine  Probe.  Zu  diesem  Zwecke  macht  man  einen  Kochkolben  von  etwa  500  ccm
Inhalt,  der  in  einem  doppelt  durchbohrten  Kautschukstopfen  eine  bis  auf  den  Boden
            
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