Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Obst-  und  Beerenfriichte  sowie  deren  Erzeugnisse.

Kupferoxydul  wird  durch  ein  in  einem  Glasröhrchen  befindliches,  vorher  gewogenes
Asbestfilter  filtriert  und  nach  der  Reduktion  als  Kupfer  oder  nach  der  Oxydation
als  Kupferoxyd  gewogen.
100  ccm  der  filtrierten  Lösung  werden  ferner  mit  10  Tropfen  Salzsäure
30  Minuten  im  Wasserhade  erwärmt,  nach  dem  Erkalten  wieder  auf  100  ccm  aufgefüllt
  und  hiervon  werden  25  ccm  wie  vorhin  behandelt.  Ebenso  empfehlenswert
ist  die  Zollvorschrift  S.  631  No.  1.
Der  nach  der  Inversion  mehr  gefundene  Zucker  wird  als  Saccharose  in
Rechnung  gebracht;  dieses  ist  offenbar  nicht  ganz  richtig,  weil  auch  vorhandenes
Dextrin  usw.  mit  invertiert  sein  kann.  Indes  soll  auf  diese  Weise  nur  der  leicht
invertierbare  Anteil  der  Zuckerarten  zum  Ausdruck  gebracht  werden.
Über  die  Bestimmung  der  Maltose  vergl.  S.  230  und  über  die  Trennung  der
einzelnen  Zuckerarten  S.  234—238.  Über  den  Nachweis  von  Stärkesirup  vergl.
unter  Obstsirup  und  Honig  (S.  593).
4.  Säure.  100  bezw.  200  ccm  der  vorstehenden  filtrierten  Lösung  werden
unter  Zusatz  von  Phenolphthalein  als  Indikator  in  üblicher  Weise  mit  i/^-Normal-Alkalilauge
  titriert  und  die  Säure  als  „Äpfelsäure“  berechnet;  1  ccm  1 / 10 -Normallauge
  =  0,0067  g  Äpfelsäure  oder  1  Teil  Na a O  —  2,161  Teilen  Äpfelsäure.
5.  Stickstoff.  3—5  g  Substanz  werden  in  einem  kleinen,  vor  der  Lampe
geblasenen,  leichten  Glaszylinderchen  von  etwa  3—4  com  Inhalt  oder  in  Stanniolkapseln ­
  abgewogen,  diese  mit  Inhalt  in  einen  Glaskolben  gegeben  und  in  bekannter ­
  Weise  nach  dem  Verfahren  von  Kjehldahl  (S.  138)  auf  Stickstoffgehalt
untersucht.  Das  Glaszylinderchen  bezw.  das  Stanniol  wirken  weder  bei  der  Zerstörung
der  Substanz  durch  Schwefelsäure,  noch  bei  der  Destillation  mit  Natronlauge  störend.
6.  Mineralstofl'e.  25  g  Kraut  werden  wie  üblich  in  entsprechend  großen
Platinschalen  erst  mit  kleiner  Flamme  verkohlt,  die  Kohle  zerdrückt,  mit  Wasser
ausgezogen  und  die  noch  vorhandene  Kohle  alsdann  nach  dem  Trocknen  weiß  gebrannt; ­
  zu  dem  Rückstand  gibt  man  die  erste  wässerige  Lösung,  verdampft  zur
Trockne,  glüht  und  wägt.
Die  Asche  wird  in  Salzsäure  gelöst,  auf  250  ccm  gebracht  und  in  je  50  ccm
{=  5  g  Substanz)  Phosphorsäure  (nach  dem  Molybdän-Verfahren),  Kalk,  Magnesia
und  Kali  in  üblicher  Weise  bestimmt.
Dm  zu  zeigen,  wie  man  auf  Grund  dieser  Bestimmungen  die  einzelnen  Krautsorten ­
  bezw.  -sirupe  unterscheiden  kann,  möge  hier  die  mittlere 1 )  Zusammensetzung
reiner  Sorten  mitgeteilt  werden:

*
CD
02
02
£
%

Invert-=
  zucker

CD
CO
O
1
o
o3
Ul
01
Io

sw
p
02
rW
o
'•+3
Ul
01
Io

o„Säure=-
  'Äpfelsäure

4->  'u
,-P  CD
.2  ^
£h  W
tsj
01
Io

Asche

&
s  s
8i
J=  ”
0/
Io

^2  Kali

U  Kalk

-2  Magnesia

Drehung  der
Lösung  1:10
0  im  Halbschatten- ­

  im
200mm-Rohr

Obstkraut.  .

34,88

52,94

2,77

0,200

2.264

5,23

1,92

0,160

0,96

0,139

0,070

—  4,45

Rübenkraut.

28,01

17,85

43,63

0,727

1,409

6,30

3,80

0,419

1,49
2,18

0.104

0,201

+  5,36

Möhrenkraut

31,19

40,30
Maltose ­


12,64

0,612

2,363

7,60

5,85

0,481

0,296

0,123

+  0,45

Malzkraut.  .

24,50

60,77

—

0,516

1,227

22,13

1,37

0,718

0,221

0,104

0,232

+  19,50

*-)  Die  Zahlen  für  Obstkraut  bilden  das  Mittel  aus  10  Untersuchungen,  für  Rübenkraut ­
  aus  5,  für  Malzkraut  aus  2  und  für  Möhreukraut  aus  einer  Untersuchung.
2 )  Differenz  der  Summe  (Wasser  Zucker  -(-  Säure  -)-  Mineralstoffe)  von  100.
            
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