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Trinkwasser.
direkt 1—2 1 mit Salzsäure in einer Platinschale oder gut glasierten Porzellanschale
zur Trockne eingedampft. Den Rückstand durchfeuchtet man nochmals mit Salzsäure,
trocknet auf dem Wasserhade, zuletzt entweder im Luft- oder auf dem Sandbade aus,
nimmt mit salzsäurehaltigem Wasser auf, filtriert und wägt den unlöslichen Rückstand
als gelöste Kieselsäure.
Läßt sich der Rückstand in der Porzellanschale durch Reiben mit einem Gummiwischer
nicht quantitativ von den Wandungen entfernen, so erwärmt man kurze Zeit mit
verdünnter, chemisch reiner Kalilauge und scheidet durch Eindampfen mit Salzsäure
— jetzt in einer Platinschale — die Kieselsäure aus der Lösung wieder ah.
14. Eisen und Tonerde, a) Gewichtsanalytische Bestimmung. Enthält
das Wasser etwa größere Mengen von humussaurem Eisen (oder Tonerde), was
leicht schon an der Farbe oder an dem Geschmack des Wassers erkennbar ist, so
dampft man eine größere Menge Wasser, etwa 1 j i oder 1 1 mit etwas Salzsäure
unter Zusatz von einigen Körnchen chlorsauren Kaliums auf etwa 100 ccm ein,
fügt Ammoniak hinzu, bis die Flüssigkeit eben schwach alkalisch ist, und erhitzt
so lange zum Kochen, bis der Geruch nach Ammoniak nicht mehr wahrnehmbar
ist. Den Niederschlag filtriert man durch ein aschenfreies Filter, wäscht heiß aus,
trocknet, glüht und wägt ihn als Eisenoxyd + Tonerde. Sollen beide getrennt bestimmt
werden, so verfährt man nach S. 19 bezw. 24.
b) Kolorimetrische Bestimmung des Eisens. Wenn ein Wasser nur
geringe Mengen Eisen in Form von Oxydul oder Oxyd enthält, die aber doch für
seine Beurteilung z. B. für Färbereien oder Bleichereien, oder für die Beurteilung
der Wirkung eines Filters bei Reinigung eines stark eisenhaltigen
Grundwassers von Belang sind, so würden zur quantitativen Gewichts- oder titrimetrischen
Bestimmung des Eisens größere Mengen des Wassers zu verdampfen
sein, wobei durch Aufnahme von Eisen aus Gefässen oder dem Staube der Laboratoriumsluft
leicht Fehler entstehen können, die im Verhältnis zu der wirklich vorhandenen
Menge Eisen zu groß sein würden. 1 )
In diesem Falle bedient man sich zweckmäßig der kolorimetrischen Bestimmung
des Eisens mittels Rhodanammoniums oder Perrocyankaliums.
Ich habe in derselben Weise, wie für die kolorimetrische Bestimmung des
Ammoniaks und der salpetrigen Säure, so auch für die des Eisens mittels Rhodanammoniums
eine feste Farbenskala (Kolorimeter) mit Farbentönen für 6 verschiedene
Gehalte des Wassers an Bisen hersteilen lassen, auf welchem Kolorimeter die einzelnen
Farbenstreifen folgenden Gehalt anzeigen und in folgender Weise erhalten wurden:
Eisenalaunlösung 2 )
Gehalt für 100 ccm
ton
zu je 100 ccm mit
Wasser verdünnt
Eisen
Fe
Eisenoxydul
FeO
Eisenoxyd
Fe 2 0 3
Zusatz
1
2
3
4
5
6
1,0 ccm
2.0 „
4,0 „
6,0 „
9,0 „
16,0 „
0,10 mg
0,20 „
0,40 „
0,60 „
0.90 „
1,50 „
0,129 mg
0,258 „
0,514 „
0,771 „
1,167 „
1,928 „
0,143 mg
0,285 „
0,571 „
0,857 „
1,286 „
2,143 „
2—3 ccm
Rhodanammon--
lösung 3 ) (1:10)
und 1 ccm
konz. Salzsäure.
*) v. PeiIitsch(Journ. f. Gasbel. u. Wasservers. 1904, 47, 502) scheidet geringe Mengen
Eisenoxyd dadurch aus dem Wasser ab, daß er eine größere Menge desselben durch eine 5 cm
hohe Schicht von völlig eisenfreier Watte in einem Allihuschen Röhrchen (S. 229)filtriert.
2 ) Als Vergleiohsfliissigkeit dient eine Lösung von Eisenalauu oder Kaliumferrisulfat
[Ee 2 (S0 4 ) 3 -)- K 2 S0 4 24H s O], die in 1 ccm 0,1 mg Eisen enthält und dadurch erhalten wird,
daß man 0,898 g dieses reinen, durch Pressen zwischen Fließpapier von hygroskopischem
Wasser befreiten hellvioletten Salzes unter Zusatz von wenig Salzsäure mit Wasser zu 11 löst.
3 ) DasRhodanammoniiimmuß rein seinund, mitverdünuter Salzsäureversetzt,klar bleiben.