Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

822

Trinkwasser.

direkt  1—2  1  mit  Salzsäure  in  einer  Platinschale  oder  gut  glasierten  Porzellanschale
zur  Trockne  eingedampft.  Den  Rückstand  durchfeuchtet  man  nochmals  mit  Salzsäure,
trocknet  auf  dem  Wasserhade,  zuletzt  entweder  im  Luft-  oder  auf  dem  Sandbade  aus,
nimmt  mit  salzsäurehaltigem  Wasser  auf,  filtriert  und  wägt  den  unlöslichen  Rückstand ­
  als  gelöste  Kieselsäure.
Läßt  sich  der  Rückstand  in  der  Porzellanschale  durch  Reiben  mit  einem  Gummiwischer ­
  nicht  quantitativ  von  den  Wandungen  entfernen,  so  erwärmt  man  kurze  Zeit  mit
verdünnter,  chemisch  reiner  Kalilauge  und  scheidet  durch  Eindampfen  mit  Salzsäure
—  jetzt  in  einer  Platinschale  —  die  Kieselsäure  aus  der  Lösung  wieder  ah.
14.  Eisen  und  Tonerde,  a)  Gewichtsanalytische  Bestimmung.  Enthält
das  Wasser  etwa  größere  Mengen  von  humussaurem  Eisen  (oder  Tonerde),  was
leicht  schon  an  der  Farbe  oder  an  dem  Geschmack  des  Wassers  erkennbar  ist,  so
dampft  man  eine  größere  Menge  Wasser,  etwa  1 j i  oder  1  1  mit  etwas  Salzsäure
unter  Zusatz  von  einigen  Körnchen  chlorsauren  Kaliums  auf  etwa  100  ccm  ein,
fügt  Ammoniak  hinzu,  bis  die  Flüssigkeit  eben  schwach  alkalisch  ist,  und  erhitzt
so  lange  zum  Kochen,  bis  der  Geruch  nach  Ammoniak  nicht  mehr  wahrnehmbar
ist.  Den  Niederschlag  filtriert  man  durch  ein  aschenfreies  Filter,  wäscht  heiß  aus,
trocknet,  glüht  und  wägt  ihn  als  Eisenoxyd  +  Tonerde.  Sollen  beide  getrennt  bestimmt ­
  werden,  so  verfährt  man  nach  S.  19  bezw.  24.
b)  Kolorimetrische  Bestimmung  des  Eisens.  Wenn  ein  Wasser  nur
geringe  Mengen  Eisen  in  Form  von  Oxydul  oder  Oxyd  enthält,  die  aber  doch  für
seine  Beurteilung  z.  B.  für  Färbereien  oder  Bleichereien,  oder  für  die  Beurteilung ­
  der  Wirkung  eines  Filters  bei  Reinigung  eines  stark  eisenhaltigen
Grundwassers  von  Belang  sind,  so  würden  zur  quantitativen  Gewichts-  oder  titrimetrischen
  Bestimmung  des  Eisens  größere  Mengen  des  Wassers  zu  verdampfen
sein,  wobei  durch  Aufnahme  von  Eisen  aus  Gefässen  oder  dem  Staube  der  Laboratoriumsluft ­
  leicht  Fehler  entstehen  können,  die  im  Verhältnis  zu  der  wirklich  vorhandenen ­
  Menge  Eisen  zu  groß  sein  würden. 1 )
In  diesem  Falle  bedient  man  sich  zweckmäßig  der  kolorimetrischen  Bestimmung ­
  des  Eisens  mittels  Rhodanammoniums  oder  Perrocyankaliums.
Ich  habe  in  derselben  Weise,  wie  für  die  kolorimetrische  Bestimmung  des
Ammoniaks  und  der  salpetrigen  Säure,  so  auch  für  die  des  Eisens  mittels  Rhodanammoniums ­
  eine  feste  Farbenskala  (Kolorimeter)  mit  Farbentönen  für  6  verschiedene
Gehalte  des  Wassers  an  Bisen  hersteilen  lassen,  auf  welchem  Kolorimeter  die  einzelnen
Farbenstreifen  folgenden  Gehalt  anzeigen  und  in  folgender  Weise  erhalten  wurden:

Eisenalaunlösung 2 )

Gehalt  für  100  ccm

ton

zu  je  100  ccm  mit
Wasser  verdünnt

Eisen
Fe

Eisenoxydul
FeO

Eisenoxyd
Fe 2  0 3

Zusatz

1
2
3
4
5
6

1,0  ccm
2.0  „
4,0  „
6,0  „
9,0  „
16,0  „

0,10  mg
0,20  „
0,40  „
0,60  „
0.90  „
1,50  „

0,129  mg
0,258  „
0,514  „
0,771  „
1,167  „
1,928  „

0,143  mg
0,285  „
0,571  „
0,857  „
1,286  „
2,143  „

2—3  ccm
Rhodanammon--
  lösung 3 )  (1:10)
und  1  ccm
konz.  Salzsäure.

*)  v.  PeiIitsch(Journ.  f.  Gasbel.  u.  Wasservers.  1904,  47,  502)  scheidet  geringe  Mengen
Eisenoxyd  dadurch  aus  dem  Wasser  ab,  daß  er  eine  größere  Menge  desselben  durch  eine  5  cm
hohe  Schicht  von  völlig  eisenfreier  Watte  in  einem  Allihuschen  Röhrchen  (S.  229)filtriert.
2 )  Als  Vergleiohsfliissigkeit  dient  eine  Lösung  von  Eisenalauu  oder  Kaliumferrisulfat
[Ee 2 (S0 4 ) 3  -)-  K 2 S0 4  24H s O],  die  in  1  ccm  0,1  mg  Eisen  enthält  und  dadurch  erhalten  wird,
daß  man  0,898  g  dieses  reinen,  durch  Pressen  zwischen  Fließpapier  von  hygroskopischem
Wasser  befreiten  hellvioletten  Salzes  unter  Zusatz  von  wenig  Salzsäure  mit  Wasser  zu  11  löst.
3 )  DasRhodanammoniiimmuß  rein  seinund,  mitverdünuter  Salzsäureversetzt,klar  bleiben.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.