Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Chemische  Untersuchung.

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Am  besten  verfährt  man  jedoch  in  folgender  Weise:  250  ccm  des  zu  untersuchenden ­
  und  in  einen  1 / 2  1-Kochkolben  gebrachten  Wassers  werden  mit  250  ccm 1 )
gesättigtem  und  filtriertem  Kalkwasser,  dem  man  etwas  Calciumchlorid  zugesetzt  hat,
versetzt.  Das  gesättigte  Kalkwasser  stellt  man  so  her,  daß  man  reinen,  gebrannten
Kalk  auf  dem  Wasserbade  löscht  und  die  Kalkmilch  mit  kaltem  Wasser  verdünnt,
so  daß  noch  ungelöstes  Calciumhydroxyd  zurückbleibt.  Dieses  Kalkwasser  filtriert
man  durch  ein  Faltenfilter  direkt  in  den  500  ccm-Kolben  bis  zur  Marke.  Nach
öfterem  Umschtitteln  läßt  man  stehen,  bis  der  anfänglich  flockige  Niederschlag  sich
körnig  abgeschieden  hat,  filtriert  dann  rasch  durch  ein  Faltenfilter,  gibt  dieses,  ohne
auszuwaschen,  in  den  Kolben  zurück  und  schaltet  letzteren  in  den  vorher  bis  auf
den  Kolben  zusammengestellten  Kohlensäurebestimmungsapparat  ein.  Durch  Zugabe
von  Salzsäure  wird  die  Kohlensäure  frei  gemacht,  in  einem  Liebigschen  Kaliapparat
aufgefangen  und  gewogen.
Anmerkung.  Den  Apparat  zur  Kohlensäurebestimmung  stellt  man  sich  in  derselben
Weise  wie  bei  einer  Elementaranalyse  zusammen.  Der  Kolben,  in  welchem  die  Zersetzung  des
Calciumkarbonats  stattfindet,  trägt  einen  doppelt  durchbohrten  Kautschukstopfen.  ln  der  einen
Bohrung  steckt  ein  kugelförmiges  Trichterrohr  für  die  Salzsäure.  Letzteres  ist  wieder  mit
einem  rechtwinklig  gebogenen  Glasröhrehen  verschlossen  und  dieses  mittels  Gummisohl  auch  es
mit  einem  Kaliapparat  in  Verbindung  gesetzt,  um  beim  Durchleiten  von  Luft  die  Kohlensäure ­
  der  letzteren  zu  absorbieren.  In  der  zweiten  Bohrung  steckt  ein  rechtwinklig  gebogenes ­
  Glasrohr,  an  welches  sich  U-Eöhren:  1.  mit  wenig  Chlorcalcium,  bloß  im  Bug,
2.  ganz  mit  Chloroalcium  gefüllt,  3.  mit  Kupfervitriolbimsstein,  4.  wieder  mit  Chloroalcium
gefüllt,  anschließen.  Köhrchen  1  hält  die  sich  beim  Versuch  entwickelnden  und  sich  wieder
verdichtenden  Wasserdämpfe  zurück,  2  und  4  absorbieren  noch  die  letzten  Reste  Wasser,  3  hält
etwa  entbundenes  Salzsäuregas  zurück.  Das  wasserfreie  Calciumchlorid  erhält  man  beim
Glühen  am  leichtesten  neutral,  wenn  man  der  einzudampfenden  Chlorcalciumlösung  etwas
Salmiak  hinzufügt.  Kupfervitriolbimsstein  bereitet  man,  indem  man  Bimssteinstückcheu  in
einer  konzentrierten  Kupfersulfatlösung  bis  zum  völligen  Austreiben  der  Luft  kocht,  dann
trocknet  und  schließlich  bis  zur  Entwässerung  des  aufgesogenen  Kupfervitriols  erhitzt.
An  U-Böhre  4  schließt  sich  der  zum  Auffangen  der  zu  bestimmenden  Kohlensäure
dienende  Kaliapparat  (Kalilauge  1  ;  1)  und  an  diesen,  eine  Waschflasche  mit  konzentrierter
Schwefelsäure,  welche  mit  einem  Aspirator  in  Verbindung  steht.
11.  Schwefelwasserstoff.  Schwefelwasserstoff  kommt  in  einem  Brunnenwasser
wohl  nur  sehr  selten  und  nur  dann  vor,  wenn  es  entweder  aus  gipshaltigen  Erdschichten, ­
  in  denen  sich  Eeduktionsvorgänge  vollziehen,  stammt,  oder  wenn  es  eine
sehr  starke  direkte  Verunreinigung  durch  Fäkalstoffe  oder  sonstige  schwefelwasserstoffhaltige ­
  Abwässer,  wie  Hefenwasser  usw.,  erfahren  hat.
Uber  die  qualitative  und  quantitative  Bestimmung  desselben  vergl.  den  folgenden
Abschnitt:  „Untersuchung  von  Schmutzwasser“.
12.  Phosphorsäure.  Noch  seltener  wie  Schwefelwasserstoff  findet  sich  Phosphorsäure
  in  einem  Wasser;  ihr  Vorkommen  deutet  wohl  stets  auf  eine  besondere
Verunreinigung  des  Wassers  durch  Abgänge  aus  menschlichen  "Wohnungen  oder
durch  sonstige  phosphorsäurehaltige  Abwässer  hin.  Uber  die  Bestimmung  derselben ­
  vergl.  den  folgenden  Abschnitt:  „Untersuchung  von  Schmutzwasser“.
13.  Kieselsäure.  Gelöste  Silikate  kommen  fast  in  jedem  Wasser,  aber  durchweg ­
  nur  in  Spuren  oder  nur  in  sehr  geringen  Mengen  vor.  Trübe  Wässer  enthalten ­
  mitunter  freie  auf  geschlämmte  Kieselsäure  oder  Kieselsäure  in  Form  von
Ton.  Letztere  werden  filtriert  und  von  dem  Filtrat  oder  von  dem  natürlichen  Wasser

Wenn  ein  Wasser,  z.  B.  ein  Mineralwasser,  sehr  viel  Kohlensäure  enthält,  muß
man  weniger  Wasser  und  mehr  Kalkwasser  anwenden.  Unter  allen  Umständen  empfiehlt
es  sich,  durch  Zusatz  von  weiteren  Mengen  klarem  Kalkwasser  zum  Filtrat  zu  prüfen,  ob
keine  Fällung  mehr  entsteht.
            
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