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Trinkwasser.
Bürette so lange Salzsäure, wovon 1 com = 1 mg Kohlensäure entspricht, zufließen
läßt, bis die rote Flüssigkeit eben farblos ist.
Nach 12 Stunden ist der Niederschlag im Glase ganz kristallinisch geworden;
man entnimmt nun mittels einer Pipette 50 ccm, ohne den Niederschlag aufzurütteln,
und titriert in gleicher, oben beschriebener Weise mit Salzsäure, Die Differenz im
Salzsäureverbrauch drückt diejenige Menge Baryt aus, welche
a) zur Fällung der freien und halbgebundenen Kohlensäure,
b) zur Fällung der Magnesia
verbraucht wurde. Man hat daher die Magnesia im Wasser gewichtsanalytisch zu
bestimmen und durch Multiplikation mit 44 / 40 = 1,1 auf Kohlensäure umzurechnen.
Wurden z. B. für 50 ccm der gemischten Lösung bei der
Titerstellung. . . . a ccm Salzsäure, bei der
Titration des Wassers b ccm Salzsäure verbraucht
und ist der Magnesiagehalt des Wassers m mg in 100 ccm, so enthält 1 1 Wasser
(3 x [a — b] — 1,1 x m) X 10 mg freie und halbgebundene Kohlensäure.
Beispiel: Enthält ein Wasser in 100 ccm 3,3 mg Magnesia (MgO) = m; 60 ccm
der gemischten Lösung brauchten
zur Titerstellung a 12,7 com Salzsäure (1 ccm = 1 mg Kohlensäure),
„ Titration b 7,0 com Salzsäure.
Dann enthält 1 1 Wasser
(3 x [12,7 — 7,0] — 1,1 X 3,3) X 10 mg = (3 x 6,7 — 3,63) x 10 = 134,7 mg
freie -(- halbgebundene Kohlensäure.
c) Bestimmung der Gesamtkohlensäure. Nach Entnahme von 50 ccm
sind im Absetzglase noch 100 ccm und der Niederschlag enthalten. Man titriert
nun den gesamten Eest mit Salzsäure, zieht von dem Gesamtsäureverbrauch den für
die 100 ccm Flüssigkeit ab, der aus der Bestimmung der freien + halbgebundenen
Kohlensäure bekannt ist, und erfährt so den Säureverbrauch für den gesamten
Niederschlag, der alle Kohlensäure und alle Magnesia enthält.
Man übersättigt stark mit der titrierten Salzsäure, z. B. 100 ccm, stellt die
Flasche in warmes 'Wasser, dann in heißes, damit alle Kohlensäure entweicht,
setzt Cochenilletinktur zu und titriert mit 4 / 10 Normal-Natronlauge die saure, gelbe
Flüssigkeit, bis sie eben alkalisch, d. h. rot wird.
Würden zur Neutralisation von 100 ccm Lösung Niederschlag d ccm Salzsäure
gebraucht, so braucht man für den Niederschlag allein d — 2 b ccm Salzsäure und 1 1
Wasser enthält dann ([d — 2 b] — l,lxm)xl0mg Gesamtkohlensäure, z. B. 100 ccm
Flüssigkeit Niederschlag erforderten 43,3 ccm Salzsäure (d). 1 1 Wasser enthält dann
([43,3 — 2 x 7,0] — 1,1 x 3,3) x 10 mg = (29,3 — 3,63) x 10 = 256,7 mg Gesamtkohlensäure.
Man kann die Gesamtkohlensäure, also die freie, halbgebundene und an
Basen gebundene Kohlensäure auch in der Weise bestimmen, daß man dem zu
untersuchenden Wasser in hinreichender Menge vollkommen klares Kalkwasser
zusetzt, nach mindestens 24-stündigem Absitzen den entstandenen Niederschlag sammelt
und aus ihnen mittels Salzsäure die Kohlensäure wieder frei macht, um sie in einem
Liebigsohen oder Geißlerschen Kaliapparat (über Anordnung des Apparates siehe
unten) aufzufangen und zu wägen. Enthält ein Wasser Alkalikarbonate, so setzt
man zweckmäßig etwas Calciumchlorid hinzu. Bei reinen Wässern, d. h. bei
solchen, die keine kalkhaltigen Schwebestoffe enthalten, kann man den Niederschlag
von Calciumkarbonat abfiltrieren, schnell mit kochendem Wasser auswaschen, in
Essigsäure lösen, die essigsaure Lösung mit oxalsaurem Ammon fällen und aus der
gewogenen Menge von Kalk (CaO) durch Multiplikation mit 0,7843 die Kohlensäure
berechnen.