Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Schinutzwasser.

Oberhalb  des  linken  Zylinders  können  5  Gläser  (Fig.  320  a)  vorgeschaltet
werden,  nämlich  das  Glas  0,  welches  eine  Lichtdurchlässigkeit  von  90  °/ 0  besitzt
und  nur  bei  äußerst  schwach  getrübten  Flüssigkeiten  zur  Verwendung  kommt
oder  die  Gläser  1,  2,  3,  4.  Jedes  dieser  Gläser  besitzt  eine  Lichtdurchlässigkeit
von  50  °/ 0 ,  also  ein  Glas  50  °/ 0 ,  zwei  Gläser  25  °/ 0 ,  drei  Gläser  12,5  °/ 0  und  vier
Gläser  6,25  °/ 0 .  Mit  diesen  vier  Gläsern  läßt  sich  bis  zu  einer  Lichtdurchlässigkeit ­
  einer  Schicht  von  10  mm  Dicke  von  93  °/ 0  messen,  durch  das  Glas  0  wird
eine  Erweiterung  auf  99  °/ 0  erreicht.
Vor  das  Okular  ist  durch  einen  Schieber  ein  rotes  und  ein  grünes  Glas
einzuschalten.
Gebrauchsanweisung.  Das  Arbeiten  mit  dem  Diaphanometer  gestaltet
sich  trotz  der  scheinbaren  Umständlichkeit  der  Anordnung  sehr  einfach.
Das  Diaphanometer  wird  vor  einem  Fenster  so  aufgestellt,  daß  die  am  Stativ
befindliche  Milchglasplatte  voll  durch  Tageslicht  beleuchtet  ist;  direktes  Sonnenlicht
ist  zu  vermeiden.
Die  Einschaltungsgläser  (0,  1,  2,  3,  4)  müssen  stets  sauber  geputzt  sein,
ebenso  die  Glasgefäße.  Von  den  äußeren  Gefäßen  können  die  Füße  abgeschraubt
und  dann  die  Grundplatten  geputzt  werden.
Beide  Tauchröhren  werden  auf  100  gestellt  und  dann  so  viel  Flüssigkeit  in
die  äußeren  Zylinder  gegossen,  daß  die  Tauchröhren  eben  eintauchen.  Alsdann  wird
die  linke  Tauchröhre  auf  Null  gesenkt  und  dort  festgeschraubt.
Blickt  man  nun  durch  das  auf  das  Gesichtsfeld  eingestellte  Okular,  so  erscheint ­
  der  mittlere  Streifen  heller  als  die  Umgebung.  Es  wird  das  rote  Glas
vorgeschoben  und  darauf  werden  alle  Rauchgläser  No,  1,  2,  3,  4  über  den  linken
Zylinder  vorgeschlagen.  Erscheint  alsdann  der  mittlere  Streifen  dunkler  als  die
Umgebung,  so  wird  Glas  4,  wenn  nötig  auch  Glas  3  und  2  wieder  zurückgedreht,
bis  der  mittlere  Streifen  etwas  heller  als  die  Außenteile  des  Gesichtsfeldes  ist.  Ist
dieses  auch  bei  Glas  1  noch  nicht  der  Fall,  so  muß  Glas  0  benutzt  werden.  Hierauf ­
  senkt  man  das  rechte  Tauchrohr,  bis  Helligkeitsgleichheit  erzielt  ist,  liest  an
der  Teilung  der  Flüssigkeitshöhe  ab  und  dividiert  die  abgelesene  Zahl  durch  die
Anzahl  der  benutzten  Gläser.
Mit  dem  so  erhaltenen  Messungsergebnis  entnimmt  man  aus  der  Tabelle  I,
bezw.  für  das  Glas  0  aus  der  Tabelle  H,  die  Lichtdurchlässigkeit  der  untersuchten
Flüssigkeit  für  rotes  Licht.  Dabei  wird  man  zweckmäßig  meistens  die  für  eine
Schichtendicke  von  10  mm  angegebene  Zahl  benutzen,  für  sehr  dunkle  Flüssigkeiten
ist  auch  die  Lichtdurchlässigkeit  für  eine  Schicht  von  5  mm,  für  sehr  klare  diejenige ­
  für  100  mm  Dicke  angegeben.
Die  gleiche  Beobachtung  wird  alsdann  auch  mit  dem  grünen  Glase  gemacht
und  ebenso  die  Lichtdurchlässigkeit  für  grünes  Licht  ermittelt.
Da  das  Verfahren  auf  der  Voraussetzung  beruht,  daß  die  Flüssigkeit  in  ihrer
ganzen  Länge  gleichmäßig  ist,  so  muß  man  bei  trüben  Flüssigkeiten,  mit  rasch
sich  niedersohlagenden  Schwebestoffen,  möglichst  schnell  arbeiten.
Aus  den  beiden  Zahlen,  welche  aus  der  Tabelle  I  bezw.  II  für  die  beiden  Ablesungen ­
  in  Bot  und  Grün  erhalten  werden,  wird  das  Verhältnis  Grün/Eot  gebildet.
Aus  der  Tabelle  III  wird  der  zu  diesem  Verhältnis  gehörige  Faktor  k  entnommen
und  mit  ihm  die  Durchlässigkeit  für  Rot  multipliziert.  (Vergl.  die  Tabellen  S.  863.)
Das  so  erhaltene  Endergebnis  stellt  die  Durchlässigkeit  der  untersuchten
Flüssigkeit  für  weißes  Licht  dar.
(Fortsetzung  des  Textes  siehe  S.  864.)
            
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