Chemische Untersuchung.
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lösung, von der 10 ccm = 1,0 mg Sauerstoff entsprechen (0,396 g Kaliumpermanganat
in 1 1 Wasser), 1 ) versetzt und 4 Stunden in einer verschlossenen Flasche unter
zeitweisem Umschütteln — wenn oxydierbare Schwebestoffe vorhanden sind — bei
gewöhnlicher Temperatur stehen gelassen. Wenn die Permanganatlösung vor Ablauf
von 4 Stunden merklich blasser wird, setzt man eine 2. und, wenn nötig, eine
3. Menge obiger Säure und Permanganatlösung zu. Nach Ablauf von 4 Stunden
werden einige Tropfen 10°/ o -iger Jodkaliumlösung zugesetzt und, die durch das
überschüssig zugesetzte Kaliumpermanganat ausgeschiedene Menge Jod durch Titration
mit Natriumthiosulfat bestimmt; letztere enthält etwa 7 g Natriumthiosulfat in 1 1
und ist so eingestellt, daß 25 ccm = 50 ccm Kaliumpermanganat entsprechen; dieses
Verhältnis wird vor jedem Versuch durch einen blinden Versuch mit 70 ccm
destillierten Wassers, 10 ccm obiger Schwefelsäure und 50 ccm Kaliumpermanganatlösung
bestimmt.
Aus dem Unterschiede der zugesetzten und nicht verbrauchten Menge Permanganatlösung
berechnet sich die Menge des absorbierten Sauerstoffs.
Anmerkung. Nach Tidy läßt man die obige Kaliumpermanganatlösung und
Schwefelsäure 2 bezw. 3 Stunden, nach dem „Three Minutes Test (Dreiminutenprobe)“
3 Minuten bei gewöhnlicher Temperatur ein wirken, im übrigen aber wird wie bei
der „Vierstundenprobe“ verfahren.
b) incubator Test (Bebrütungsprobe). Zuerst wird eine Bestimmung des dem
Permanganat in 3 Minuten entzogenen Sauerstoffs ausgeführt, hierauf wird eine
Flasche vollständig mit der Probe gefüllt, 6 oder 7 Tage im Brutschrank (bei 27 °)
gehalten und hiervon wiederum die Sauerstoffabsorption während 3 Minuten wie
oben bestimmt. Falls während der Bebrütung Fäulnis stattgefunden hat, wird die
Sauerstoffabsorption infolge der gebildeten Fäulniserzeugnisse wie Schwefelwasserstoff
usw. eine größere sein; hat das Wasser durch die Bebrütung keine Zersetzung
erfahren, sondern ist es frisch geblieben, so wird die Sauerstoffabsorption während
3 Minuten dieselbe sein, wie nach der Bebrütung; ja es kann nach der Bebrütung
sogar eine etwas geringere Sauerstoffahsorption beobachtet werden, weil durch die
Bebrütung mit Hilfe des gasförmig vorhandenen und des Nitrat-Sauerstoffs eine
schwache Oxydation der organischen Stoffe bewirkt werden kann.
Die Bestimmung des Kaliumpermanganatverbrauches geschieht wie bei a.
6. Organischer Kohlenstoff. Degener 2 ) hat früher ein Verfahren angegeben,
den organischen Kohlenstoff in einem Schmutzwasser durch Zusatz von Chromsäure
zu oxydieren und als Kohlensäure zu bestimmen. Das Verfahren aber hat den
Nachteil, daß eine größere Menge Wasser auf 20—30 ccm eingedampft werden
muß, wodurch organische Stoffe sowohl verflüchtigt als zersetzt werden können.
Verfasser 8 ) hat daher folgendes Verfahren als verhältnismäßig einfach und genau
in Vorschlag gebracht:
500 ccm des Wassers (oder 250 ccm bei den an organischen Stoffen sehr
reichen Wässern) werden, wenn es trübe ist — und das ist hei den städtischen und
industriellen Abwässern mit viel organischen Stoffen wohl stets der Fall — durch
einen großen Goochschen (Porzellan- oder Metall-) Tiegel (von etwa 100 ccm In-*)
Das Wasser soll zur Oxydation der vorhandenen organischen Substanz vorher mit
Kaliumpermanganat versetzt werden, bis es sehr schwach rötlich erscheint.
2 ) Zeitschr. d. Vereins f. Rübenzucker-Industrie d. deutschen Reiches 1882, 59.
3 ) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1901, 4, 193.
Landwirtschaftliche Stoffe, 8. Auflage.
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