Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Schmutzwasser.

rechts),  setzt  10  ccm  20  %-ige  Merkurisulfatlösung,  5  g  Chromsäure  —  oder  10  ccm
einer  50  °/ 0 -igen  Chromsäurelösung  —  zu,  verbindet  das  kleine  Kölbchen  mit  dem
Kühler  (vergl.  Fig.  321,  S.  866)  und  durch  den  letzteren  mit  den  genannten
Ahsorptionsrohren.  Darauf  läßt  man  unter  starker  Durchleitung  von  Kühlwasser
durch  das  Trichterrohr  m  langsam  50  ccm  konzentrierte  Schwefelsäure  zufließen,
erwärmt  mit  einer  ganz  kleinen  Flamme  allmählich,  so  daß  nur  Gasblase  für  Gasblase
entwickelt  wird,  zuletzt  stärker,  bis  keine  Gasblasen  mehr  durch  die  Peligotsche
Röhre  aufsteigen.  Die  Flüssigkeiten  in  Kolben  k  und  Rohr  a  fangen  dann  an  zu
stoßen. 1 )  Man  verbindet  von  da  an  mit  dem  Aspirator  und  leitet  wie  vorhin  einen
langsamen  Luftstrom  durch,  bis  man  sicher  ist,  daß  die  gebildete  Kohlensäure  aus
dem  Kolben  entfernt  ist.  Auch  hier  wird  die  Flüssigkeit  im  Kolben  k  während  des
Durchleitens  von  Luft  anfänglich  in  schwachem  Sieden  erhalten.
Sollte  der  Rückstand  im  Goochsohen  Tiegel  (bezw.  die  Schwebestoffe  des  Wassers)
Calcium-  oder  Magnesiumkarbonat  enthalten,  so  würde  man  denselben  nach  Binfüllen  in
den  kleinen  Kolben  k  vor  dem  Zusatz  von  Chromsäure  vorher  wie  bei  a  Nachsatz  S.  867
mit  verdünnter  Schwefelsäure  kochen  müssen.
Die  Anwendung  von  Kaliumpermanganat  an  Stelle  von  Chromsäure  zur  Oxydation  des
organischen  Kohlenstoffs  in  den  abfiltrierten  Schwebestoffen  empfiehlt  sich  nicht,  weil
dabei  die  Oxydation  bezw.  Entwickelung  von  Kohlensäure  durchweg  so  stürmisch  verläuft,
daß  diese  in  den  Absorptionsrohren  c  und  d  nicht  vollständig  gebunden  wird.
7.  Schwefelwasserstoff.  Eine  genaue  Bestimmung  des  Schwefelwasserstoffs  in
den  an  organischen  Stoffen  reichen  Abwässern  ist  kaum  möglich.  Annähernd  erfährt
man  denselben  dadurch,  daß  man  zunächst  etwas  Stärkekleister  zu  etwa  200  ccm
Wasser  setzt  und  nun  so  lange  titrierte  Jodlösung  hinzufügt,  bis  Bläuung  eintritt.
Hierdurch  erfährt  man  annähernd  die  erforderliche  Menge  Jodlösung.  Jetzt  gibt
man  diese  auf  einmal  in  einen  Kolben,  setzt  rasch  andere  200  ccm  des  Wassers  zu,
schüttelt  durch,  setzt  Stärkelösung  zu  und  läßt  noch  so  viel  Jodlösung  zufließen,
bis  eben  Blaufärbung  eintritt.  Auf  diese  Weise  vermeidet  man  eine  teilweise  Verflüchtigung ­
  des  Schwefelwasserstoffs  während  des  Titrierens.
Darstellung  der  Jodlösung:  6,3485  g  gereinigtes  Jod  werden  mit  Hilfe  von  9  g
jodsäurefreiem  Jodkalium-)  in  200  ccm  Wasser  gelöst;  man  gibt  sodann  die  Lösung  in
einen  1 / ä  1-Kolbeu  mit  Glasstöpsel,  füllt  bis  zur  Marke  auf  und  mischt,  100  ccm  dieser
1 / 10  Normallösung  werden  (in  einem  Literkolben  mit  Glasstöpsel)  auf  1000  ccm  verdünnt
und  letztere  ( l / 100  Normallösung)  zur  Bestimmung  des  Schwefelwasserstoffs  in  dem  Wasser
benutzt.  1  ccm  dieser  Jodlösung  ist  =  0,0012697  g  Jod  =  0,00017  g  Schwefelwasserstoff.
Zur  Prüfung  des  Jodtiters  kann  man  2,476  g  reinstes  unterschwefligsaures  Natrium
zu  1  1  lösen  und  diese  Lösung  nach  Zusatz  von  Stärkelösung  gegen  die  Jodlösung
titrieren,  20  com  der  Natriumsalzlösung  müssen  im  Palle  der  Richtigkeit  des  Titers  —
und  der  Reinheit  des  Natriumsalzes  —  genau  durch  20  ccm  der  Jodlösnng  eben  blau  gefärbt ­
  werden.  (Zur  genauen  Feststellung  des  Jodgehaltes  vergl.  Fresenius:  Quantitative
Untersuchung,  6.  Aufl.,  S.  489.)  Oder  man  stellt  mit  Kaliumbichromat  ein  (vergl.  S.  531).
Stärkelösung:  1  Teil  reinste  Stärke  wird  mit  100  Teilen  kaltem  Wasser  nach
und  nach  angerührt  und  unter  stetem  Umrühren  zum  Kochen  erhitzt.  Dann  läßt  man  erkalten ­
  und  gießt  die  Flüssigkeit  von  einem  etwaigen  Bodensatz  ab  (vergl.  unter  Lösungen
No.  24  am  Schluß).  Man  kann  sich  aber  auch  der  nach  Zulkowski  dargestellten  Stärkelösung ­
  bedienen  (vergl.  S.  532,  Anmerkung  1).
*)  Ein  Mittel,  dieses  unangenehme  Stoßen  zu  vermeiden,  habe  ich  bis  jetzt  nicht
finden  können.
2 )  Man  prüft  dasselbe  auf  Jodsäure  dadurch,  daß  man  eine  mit  Stärke  versetzte
Lösung  mit,  etwas  Salzsäure  vermischt.  Ist  Jodsäure  vorhanden,  so  wird  Jod  ausgeschieden
und  die  Flüssigkeit  blau.  Wenn  letztere  ungefärbt  bleibt,  so  ist  das  Jodkalium  verwendbar.
            
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