Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Schmieröle.

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ganze  Masse  erstarrt  ist.  Man  entspricht  diesen  Bedingungen  durch  zeitweises  Herausnehmen ­
  der  Lösungen  aus  der  Kältemischung.  Wenn  die  Salzlösungen  beim  Gefrieren
diese  Eigenschaft  zeigen  sollen,  so  muß  man  nach  Annäherung  an  den  Gefrierpunkt  der
Lösung  ein  Stückchen  Eis  und  ein  Stückchen  des  hetr.  Salzes  in  die  Lösung  hineinwerfen.
Die  Probe  bleibt  1—2  Stunden  in  der  Lösung,  worauf  bei  kurzem  Herausnehmen ­
  und  Neigen  des  Eeagensglases  festgestellt  wird,  ob  noch  eine  Änderung
des  Flüssigkeitsspiegels  eintritt.  Die  Temperatur,  bei  welcher  ein  öl  nicht  mehr
fließt,  ist  sein  „Kältepunkt“.  Ist  dieser  erreicht,  so  senkt  man,  nachdem  das
Eohr  sofort  in  die  kalte  Lösung  zurückversetzt  ist,  einen  Glasstab  ein  und  prüft
nach  1 / i  Stunde,  ob  dieser  noch  leicht  beweglich  ist  und  sich  aus  dem  Öl  herausziehen ­
  läßt  —  „dünnsalbiges“  öl  —  oder  ob  sich  der  Glasstab  nur  schwer  bewegen ­
  läßt  und  das  Glas  beim  Herausziehen  mitgehoben  wird  —  „dicksalbiges“  öl.
Zur  näheren  Bezeichnung  der  Konsistenz  dienen  die  Bezeichnungen:  „schwerfließend,
  fadenziehend,  dünnsalbig,  dicksalbig,  schmalzartig,  hutterartig,  talgartig“.
Um  nicht  alle  obigen  Kältelösungen  der  Reihe  nach  ausprobieren  zu  müssen,  empfiehlt
es  sich  nach  D.  Holde,  zu  einem  Vorversuch  ein  Reagensglas  mit  einer  7—8  cm  hohen
Schicht  Öl  zu  beschicken,  ein  Thermometer  in  dem  Glase  so  zu  befestigen,  daß  die  Quecksilberkugel ­
  in  der  Mitte  des  Öles  steht,  das  Reagensrohr  in  eine  Mischung  von  Bis  und
Kochsalz  zu  bringen  und  bei  zeitweisem  kurzem  Herausnehmen  aus  dieser  das  Öl  auf
Konsistenz  und  sonstige  Beschaffenheit  (z.  B.  Beginn  der  ersten  Ausscheidungen)  zu  prüfen.
b)  Bestimmung  des  Fließvermögens  in  der  Kälte  nach  dem  U-Eohr-Verfahren
  von  D.  Holde.  Bezüglich  der  Ausführung  dieser  Bestimmung  sei  auf
Holdes  „Untersuchung  der  Mineralöle  und  Fette  usw.“  (Berlin  bei  Julius  Springer,
1905)  S.  132  verwiesen;  der  dazu  erforderliche  Apparat  ist  zu  beziehen  von  der
Firma  G.  A.  Schultze  in  Berlin,  Köpenickerstraße  128.
Der  Kältepunkt  der  Öle  ist  wesentlich  von  ihrer  vorhergegangenen  Behandlung  abhängig; ­
  durch  Erhitzen  der  Öle  kann  der  Kältepunkt  verschoben  werden;  ferner  können
auch  Veränderungen  nach  wiederholtem  Proben  und  Wiedererwärmen  auf  Zimmertemperatur
auftreten;  es  können  daher  auch  dieselben  Öle  hei  der  Prüfung  zu  verschiedener  Zeit  ganz
verschiedene  Kältepuukte  zeigen.  Man  prüft  daher  stets  2  unerhitzte  und  2  im  Proberöhrchen ­
  10  Minuten  im  Wasserbade  hei  50°  erhitzte  Proben.  Bei  dem  im  erhitzten  Zustande
geprüften  Öle  ist  die  Prüfung  zu  wiederholen,  wenn  das  Öl  bei  der  ersten  Prüfung  genügt  hat.
Zur  Entfernung  mechanischer  Verunreinigungen  wird  das  Öl  hei  Zimmerwärme  durch
ein  Sieb  von  1 / 3  mm  Maschenweite  gegossen.
4.  Bestimmung  des  Flammpunktes,  des  Brennpunktes  und  der  Verdnnipfungsmenge.
a)  Flammpunkt.  „Die  Festsetzung  einer  Mindestgrenze  für  den  Flammpunkt
ist  für  Eisenbahnöle,  Maschinenöle,  Zylinderöle  usw.  erwünscht,  um  das  Schmieröl
in  einfacher  Weise  als  frei  von  leichtflüchtigen  ölen  und  als  nicht  feuergefährlich  zu
kennzeichnen,  ferner  zum  Nachweise,  daß  es  sich  um  ein  und  dasselbe  öl  handelt,
und  weil  der  Flammpunkt  bis  zu  einem  gewissen  Grade  mit  wesentlichen  Eigenschaften ­
  der  öle  Zusammenhänge  Die  Höhe  dieser  Grenzen  ist  für  die  verschiedenen
Sorten  von  ölen  nach  Maßgabe  der  besonderen  Betriebsbedürfnisse  festzusetzen.“
„In  allen  Fällen,  in  denen  es  sich  um  Erzielung  möglichst  großer  Genauigkeit
handelt,  ist  die  Pensky-Martenssche  Vorrichtung,  in  anderen  Fällen  auch  der
offene  Tiegel  zu  benutzen.  Mit  dem  Ergebnis  ist  jedesmal  anzugeben,  welche  Vorrichtung ­
  benutzt  worden  ist.“
a)  Der  Pensky-Martenssche  Apparat. 1 )  Von  einer  eingehenderen  Beschreibung ­
  des  nachstehend  (Fig.  851)  abgebildeten  Apparates  sehen  wir  hier  ab,
*)  Der  Apparat  wird  vou  der  Firma  Sommer  und  Runge  in  Berlin  SW.  48,  Wilhelmstraße ­
  122,  angefertigt.  ,
Landwirtschaftliche  Stoffe,  3.  Auflage.  60
            
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