Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Anhang

Darstellung  der  Lösungen  der  Reagenzien.
Uber  die  Prüfung  der  Reagenzien  auf  Reinheit  vergl.  die  Schrift  von
C.  Krauch,  „Die  Prüfung  der  Reagenzien  auf  Reinheit“,  Berlin  bei  Julius
Springer  1896  und  E.  Merck,  „Die  Prüfung  der  Reagenzien  auf  Reinheit“,  Darmstadt ­
  1905.  Yergl.  hierzu  weiter  Mercks  Reagenzien-Yerzeichnis,  enthaltend  die
gebräuchlichen  Reagenzien  und  Reaktionen,  geordnet  nach  Autornamen,  Darmstadt ­
  1903.
1.  Normal-Schwefelsäure  bezw.  Normal-Salzsäure.  Als  Normalsäure  pflegt
allgemein  Normal-Schwefelsäure  angewendet  zu  werden,  welche  in  1  1  =  40  g
(richtiger 1 )  40,03  g)  S0 8  oder  49  g  (richtiger 1 )  49,038  g)  H 2 S0 4  enthält.  Bei  Anwendung ­
  von  Salzsäure  hat  die  Normalsäure  =  36,458  g  HCl  in  1  1.
Man  stellt  zunächst  annähernd  richtige  Lösungen  her,  indem  man  entweder
52—53  g  reine  konzentrierte  englische  Schwefelsäure  mit  Wasser  zu  1  1  verdünnt,
oder  indem  man  Schwefelsäuremischungen  von  1,032—1,033  spezifischem  Gewicht
(mit  41—42  g  SO,j  in  1  1)  herstellt;  für  die  Bereitung  der  Normal-Salzsäure  dient
eine  verdünnte  Salzsäure  von  1,018—1,019  spezifischem  Gewicht  (mit  37—39  g
HCl  in  1  1).
a)  Zur  genauen  Einstellung 2 )  füllt  man  eine  Quetschhahnbürette  mit  der
betreffenden  Säure,  eine  zweite  mit  einer  Natronlauge,  welche  annähernd  die  Normalmenge ­
  von  31  g  (richtiger 1 )  31,05  g)  Na 2 0  in  1  1  enthält,  läßt  dann  20  ccm  der
Säure  in  ein  etwa  100  ccm  Wasser  enthaltendes  Becherglas  ablaufen,  färbt  mit
Cochenillelösung  gelb  oder  mit  Lackmustinktur  schwach  rötlich  und  setzt  sodann
so  viel  von  der  Natronlauge  zu,  bis  die  Flüssigkeit  eben  rot  bezw.  blau  erscheint.
Nach  einigen  Minuten  liest  man  den  Flüssigkeitsstand  in  beiden  Büretten  ab.  Man
erfährt  so,  in  welcher  Beziehung  die  Natronlauge  zur  Säure  steht.
Man  füllt  alsdann  Säure-  und  Laugebürette  aufs  neue,  wägt  von  vollkommen
reinem  und  wasserfreiem  kohlensauren  Natrium 8 )  zweimal  etwa  1,0—1,5  g
ab,  bringt  sie  in  einen  Erlenmeyer-Kolben  von  etwa  300  ccm  Inhalt  und  löst  in  je
100—150  ccm  Wasser.
*)  Vergl.  nachstehende  neue  Atoragewichtstafel.
2 )  Nach  R.  Fresenius.  Anleitung  zur  quant.  Analyse,  6.  Aull,,  2,  251.
3 )  Das  reine  wasserfreie  kohlensaure  Natrium  stellt  man  sich  aus  käuflichem,  möglichst ­
  reinem  doppeltkohlensauren  Natrium  her.  Man  zerreibt  dasselbe,  bringt  es  in  einen
Trichter,  welcher  in  der  Spitze  ein  kleines  Filter  enthält,  drückt  das  doppeltkohlensaure
Natrium  fest,  ebnet  die  Oberfläche,  legt  eine  mehrfache  Lage  Filtrierpapier  darauf,  gießt
wiederholt  kleine  Mengen  kalten  destillierten  Wassers  auf  und  setzt  dieses  Auswaschen  so
lange  fort,  bis  die  ablaufende  Losung  sich  als  ganz  frei  von  Schwefelsäure  und  von  Chlor
erweist.  Man  trocknet  dann  das  ausgewaschene  Salz  und  erhitzt  es  mäßig  in  einer  Platinschale,
  um  das  doppeltkohlensaure  Salz  in  wasserfreies,  einfach  kohlensaures  Salz  überzuführen.
Dieses  zerreibt  man  und  hebt  es  zum  Gebrauche  auf.  Vor  dem  Abwägen  erhitzt  man  eine
geeignete  Menge  im  Platintiegel  längere  Zeit  mäßig  und  bringt  das  noch  heiße  Pulver  in
ein  warmes,  trocknes,  zu  verschließendes  Röhrchen,  welches  im  Exsikkator  aufbewahrt  wird.
            
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