Konsistente Schmierfette.
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1. Bestimmung der freien Säure. 5—10 g Fett werden in etwa 50 ccm
eines neutralisierten Gemisches von 90 Volumprozent Benzin (spezifisches Gewicht 0,70)
und 10 Volumprozent absolutem Alkohol kurze Zeit am Rückflußkühler erhitzt.
Nicht künstlich beschwerte Fette lösen sich ganz oder fast vollkommen auf. Ungelöstes
wird warm abfiltriert und ausgewaschen. Man setzt darauf zur Lösung
30 ccm neutralisierten 50 %-igen (nicht stärkeren!) Alkohol hinzu und titriert unter
häufigem Durchschütteln und mehrfachem Erwärmen mit 1 / 10 N.-Natronlauge bei
Gegenwart von Phenolphthalein, bis die untere alkoholische Schicht rosa gefärbt
bleibt. Die beiden Schichten trennen sich in der Wärme sehr leicht. Die Berechnung
des Säuregehaltes erfolgt in der Kegel auf Schwefelsäure (vergl. oben S. 948).
Die Prüfung auf freie Mineralsäuren erfolgt in der oben (S. 948) angegebenen
Weise.
2. Bestimmung des Gehaltes an Seife. Die gesamte nach 1 erhaltene Flüssigkeit
wird zur Zersetzung der Seife heiß mit überschüssiger verdünnter Salzsäure
durchgeschüttelt. Die salzsaure Schicht wird abgegossen und nach dem Auswaschen
der Mineralsäure wird die Benzinlosung unter Zusatz von 20 ccm absolutem Alkohol
und Phenolphthalein titriert. Die so ermittelte Säurezahl, abzüglich der nach 1 gefundenen
Menge vorhandener freier Säure, stellt die in Form von Seife vorhandene
Säure dar, die meist als Kalkseife vorhanden ist.
3. Bestimmung des nnverseifteu und unverseifbaren Fettes. Aus der nach 2
von Seifen befreiten Benzinlösung wird das Benzin abdestilliert. Der Rückstand
besteht aus Neutralfett und unverseifbaren Stoffen (Mineralöl, Harzöl usw.),. Diese
beiden Bestandteile können nach dem oben S. 953 angegebenen Verfahren von
Honig und Spitz getrennt ermittelt und durch eine weitere Untersuchung nach
S. 963 (unten) kann ihre Natur festgestellt werden.
4. Bestimmung des Wassers. Diese erfolgt nach Marcusson am besten in
der Weise, daß eine größere Probe des Fettes (etwa 60—100 g) unter Vorlegung
eines graduierten, unten eng ausgezogenen Rohres im Ölbade mit Toluol unter Zugabe
von Bimssteinstückchen destilliert wird, bis kein W T asser mehr übergeht. Die
Menge des Wassers kann direkt an der Graduierung der Röhre abgelesen werden.
5. Prüfung auf freien Kalk. Geringe Mengen von freiem Kalk finden sich,
von der Fabrikation herrührend, in vielen konsistenten Fetten. Qualitativ prüft
man auf seine Gegenwart durch Kochen des Fettes mit Phenolphthalein enthaltendem,
neutralem 80 °/ 0 -igem Alkohol. Auftretende Rotfärbung rührt in der Regel von
freiem Ätzkalk her. Die quantitative Bestimmung erfolgt in folgender Weise:
10 g Fett werden mit 50 ccm Benzol und 6 ccm Alkohol 1 / 4 Stunde am Rückflußkühler
erwärmt; das Ungelöste wird abfiltriert und mit heißem Benzol-Alkohol
völlig ausgewaschen. In dem fett- und seifenfreien Rückstände wird der Ätzkalk
in bekannter Weise bestimmt.
In diesem Rückstände finden sich auch die etwa vorhandenen organischen
Besohwerungsmittel (Stärke, Ruß usw.).
0. Bestimmung der Miueralstolfe und anorganischen Füllmittel. Die Wagenfette
enthalten vielfach fremde Mineralstoffe wie Ton, Calciumkarbonat, Ätzkalk,
Gips, Schwerspat usw. (bis zu 30 °/ 0 und mehr) beigemengt. Ihre Menge und Art
wird durch Veraschung nach S. 950 und Untersuchung der Asche S. 200 ermittelt.