Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Anhang.

Dieser  Indikator  wird  durch  Säuren  blaßgelb,  durch  Alkali  schön  rosenrot
gefärbt.  Bei  Gegenwart  von  Ammoniak  kann  Eosolsäure  als  Indikator  nicht  verwendet ­
  werden.
Die  Rosolsäure-Lösung  dient  besonders  zur  Prüfung  auf  freie  Kohlensäure
im  Wasser.  Bei  Gegenwart  von  freier  Kohlensäure  wird  die  Flüssigkeit  gelblich;
ist  letztere  jedoch  nicht,  sondern  sind  nur  doppeltkohlensaure  Salze  vorhanden,
so  bleibt  die  Flüssigkeit  rot.  Man  wendet  auf  etwa  50  ccm  Wasser  1 / 2  ccm  der
Eosolsäure-Lösung  an.
7.  Uranlösung.  500  g  chemisch  reines,  essigsaures  oder  salpetersaures  Uran 1 )
werden  in  18—14  1  Wasser  aufgelöst  und  mit  100  ccm  Salpetersäure  von  1,2  spez.
Gewicht  versetzt.  Der  Wert  dieser  Lösung  w'ird  gegen  eine  Lösung  von  saurem
phosphorsaurera  Kalk  festgestellt,  deren  Gehalt  an  P,0 5  gewichtsanalytisch  bestimmt ­
  ist.
Der  Titer  dieser  Lösungen  wird  entweder  mittels  einer  eisen-  und  tonerdefreien
  Superphosphatlösung  von  bekanntem  Gehalt,  z.  B.  von  16  °/ 0  löslicher  Phosphorsäure ­
  oder  einer  Lösung  von  Tricalciumphosphat  (7,5  g)  mit  einer  entsprechenden
Menge  Schwefelsäure  festgestellt.  Die  Phosphorsäurelösung  soll  genau  0,1  g  P 2 0 5
in  50  ccm  oder  2  g  P 2 0 5  in  1  1  enthalten;  hat  ein  eisen-  und  tonerdefreies  Superphösphat
  genau  16  °/ 0  lösliche  Phosphorsäure,  so  sind  für  1  1  nach  der  Gleichung
x  :  2,0  =  100  ;  16,  x  =  12,5  g  Superphosphat  für  1  l  abzuwägen.  Stellt  man  das
Superphosphat  selbst  aus  Tricalciumphosphat  her,  so  bestimmt  man  darin  zuerst
die  Phosphorsäure  und  schließt  hiernach  dasselbe  mit  Schwefelsäure  von  etwa  1,53
spezifischem  Gewicht  auf,  indem  man  auf  1  g  P 2 0 5  =  1,127  g  SO ä  oder  auf  1  g
Ca 3 (P0 4 ) 2  =  0,516  g  SO,j  rechnet;  enthält  das  Tricalciumphosphat  vielleicht  geringe
Mengen  kohlensaurcs  Calcium,  so  setzt  man  auf  1  g  desselben  0,8  g  S0 3  mehr  zu.
Da  Schwefelsäure  von  1,530  spezifischem  Gewicht  (=  50°  Be.)  bei  15  0  =  51,1  °/ 0  S0 3
enthält,  so  ist  in  2  g  derselben  annähernd  1  g  S0 3  enthalten.
Die  Phosphorsäurebestimmungen  werden  stets  nach  dem  Molybdän  verfahren
(S.  150)  ausgeführt,
Hat  man  auf  solche  Weise  eine  Superphosphatlösung  von  genau  0,1  g  P 2 0 5
für  50  ccm  dargestellt,  so  würde  man  hierzu  genau  20  ccm  Uranlösung  gebrauchen,
welche  für  1  ccm  —  0,005  g  P 2 0 5  anzeigt.
Gebraucht  man  von  der  in  obiger  Weise  dargestellten  Uranlösung  z.  B.  18,2  ccm
zu  den  50  ccm  Superphosphatlösung  mit  0,1  g  P 2 0 5 ,  so  ist  die  Lösung  für  1  1  nach
der  Gleichung:
x  ;  1000  =  20,0  :  18,2,
x  =  1099,  zu  verdünnen,  d.  h.  1  1  der  Uranlösung  muß  auf  1099  ccm  verdünnt
werden.  Mit  der  so  verdünnten  Lösung  macht  man  genau  nach  S.  149  einen
weiteren  Titrationsversuch,  indem  man  wie  vorhin  zu  50  ccm  Phosphorsäurelösung
10  ccm  Ammoniumacetatlösung  setzt  und  erst  19,8  ccm  Uranlösung  in  der  Kälte
zufließen  läßt,  dann  bis  nahe  zum  Kochen  erwärmt  und,  falls  mit  Ferrooyankalium
keine  Reaktion  eintritt,  weitere  0,2  ccm  Uranlösung  zusetzt.  Gebraucht  man  dann
in  einer  zweiten,  vorher  erwärmten  Probe  genau  20  ccm  Uranlösung  zu  0,1  g  P 2 0 5 ,
so  ist  die  Uranlösung  richtig  eingestellt;  tritt  aber  die  Reaktion  schon  bei  19,8  com
ein,  so  muß  weiter  nach  der  Gleichung:
x  :  1000  =  20,0  :  19,8
1  1  dieser  Lösung  auf  1010  ccm  verdünnt  und  nochmals  gegen  die  Phosphorsäurelösung
  geprüft  werden.

9  Nach  den  Vereinbarungen  des  Vereins  deutscher  Düngerfabrikanten.  Berlin  1903.
            
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