Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Anhang.

Nach  der  völligen  Reduktion  des  Chlorsilbers  wäscht  man  durch  Dekantieren
mit  heißem  Wasser  aus  und  behandelt  eine  kleine  Menge  des  erhaltenen  Silbers
unter  Erwärmen  mit  etwas  reiner  (chlorfreier)  Salpetersäure;  wenn  hierdurch  keine
völlige  Lösung  erzielt  wird,  sondern  noch  unlösliches  Chlorsilber  zurückbleibt,  so
war  die  Reduktion  eine  unvollständige  und  muß  diese  durch  erneuten  Zusatz  von
Alkali  und  Glukose  zu  Ende  geführt  werden.  Das  reine,  vollkommen  ausgewaschene
Silber  kann  man  in  nicht  zu  starker  Salpetersäure  lösen,  dann  mit  Wasser  verdünnen ­
  und  durch  Eindampfen  in  einer  Porzellanschale  zum  Kristallisieren  bringen.
Das  auskristallisierte  salpetersaure  Silber  wird  durch  Umkristallisieren  gereinigt.
Oder  man  trocknet  das  ausgewaschene  metallische  Silber,  wägt  es,  befeuchtet
es  mit  einer  Lösung  von  Borax  und  salpetersaurem  Kalium  (5  °/ 0  vom  Gewichte
des  Silbers  geglühter  Borax  und  0,5  °/ 0  salpetersaures  Kalium)  und  trocknet  wiederum
das  Gemenge.  Um  das  so  vorbereitete  Silber  zum  Regulus  zu  schmelzen,  bringt
man  es  in  kleinen  Portionen  auf  ein  Kalksteinstück,  in  welches  man  eine  kleine
Höhlung  gemacht  hat,  und  schmilzt  es  hier  mittels  des  Gebläses.  Den  Regulus
wirft  man  in  eine  mit  Wasser  gefüllte  Porzellanschale,  deren  Boden  mit  Fließpapier ­
  bedeckt  ist  (um  ein  Einschmelzen  in  das  Porzellan  zu  verhüten).  Das  Silber
wird  schließlich  mit  sehr  verdünnter  Schwefelsäure  ausgekocht,  getrocknet  und  so
aufbewahrt  oder  sofort  zu  salpetersaurem  Silber  verarbeitet,  indem  man  es  in  Salpetersäure ­
  löst,  die  Lösung  eindunstet  und  das  salpetersaure  Silber  auskristallisieren  läßt.
3.  Uranrückstände.  Zur  Aufbereitung  der  Uranrückstände  empfiehlt  sich  das
Reichardtsche  Verfahren,  welches  von  Laube 1 )  etwas  modifiziert  ist.
Die  von  der  Phosphorsäuretitration  herrührenden  Rückstände  werden  von
der  klaren  überstehenden  Flüssigkeit  durch  Abhebern  zum  größten  Teil  befreit  und
sodann  die  aus  dem  Niederschlag  bestehende  breiige  Masse  in  einem  Topfe  durch
Einleiten  von  W'asserdampf  oder  in  einem  eisernen  Kessel  direkt  über  freiem  Feuer
zum  Sieden  erhitzt;  alsdann  setzt  man  so  lange  gewöhnliche  Kristallsoda  zu,  bis
der  Niederschlag  im  wesentlichen  gelöst  erscheint.  Man  filtriert  von  dem  ungelöst
bleibenden  phosphorsauren  Eisen-  und  Tonerde-Niederschlage  ab  und  fügt  zu  der
erkalteten  Flüssigkeit  so  viel  Ammoniak  hinzu,  daß  sie  deutlich  darnach  riecht,  hierauf
unter  Umrühren  so  lange  von  einer  aus  gleichen  Teilen  Ammonsulfat  und  Magnesiumsulfat ­
  bestehenden  Mischung,  bis  alle  Phosphorsäure  als  phosphorsaures  Ammonmagnesium ­
  gefällt  ist.  Nachdem  sich  die  Flüssigkeit  nach  etwa  12  Stunden  geklärt
hat,  hebert  man  sie  ab.  Den  Rückstand  wäscht  man  unter  wiederholtem  Abgießen
mit  ammoniakalischem  Wasser  aus,  filtriert  die  Waschwässer  und  bringt  den  Rückstand ­
  zuletzt  aufs  Filter.  Die  vereinigten  alkalischen  Flüssigkeiten  werden  in
geräumigen,  zur  Hälfte  damit  angefüllten  Töpfen  mit  Salz-  oder  Schwefelsäure
neutralisiert  und  durch  Kochen  von  gelöster  Kohlensäure  vollständig  befreit.  Man
fällt  siedendheiß  das  Uran  mit  Ammoniak  als  Ammoniumuranat.  Der  Niederschlag
läßt  sich  anfangs  mit  heißem  Wasser  durch  Dekantieren  leicht  auswaschen,  später
muß  man  dem  Waschwasser  eine  geringe  Menge  eines  Amraonsalzes  zufügen,  weil
sich  derselbe  sonst  nicht  vollständig  absetzt.
Nach  beendetem  Auswaschen  kann  der  Niederschlag,  falls  man  Urannitrat
zu  erhalten  wünscht,  in  einem  Uberschuß  von  Salpetersäure  gelöst  werden.  Aus
der  durch  Eindampfen  konzentrierten  Lösung  scheiden  sich  Kristalle  aus,  welche
man  auf  einem  Trichter  sammelt  und  mit  wenig  kaltem  Wasser  auswäscht.  Das  so
erhaltene  Salz  ist  chemisch  rein,  enthält  vielleicht  Spuren  von  Chlor,  Schwefelsäure

9  Zeitschr.  f.  angew.  Chemie  1889,  675.
            
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