Full text : Das Geldwesen Frankreichs zur Zeit der ersten Revolution bis zum Ende der Papiergeldwährung

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II.  DIE  PAPIERGBLDWXHBUNGt.

Wirtscliaftsprovinz,  die  nur  wenig  importierte,  hatte  einen
besseren  Wechselkurs,  als  diejenige,  deren  Import  den  Export
bedeutend  überstieg.  Die  Wirtschaftsprovinzen  an  der  Grenze
Frankreichs,  die  in  lebhaftem  Verkehr  mit  dem  Ausland
standen  —  wie  das  Elsaß  und  die  Gebiete  am  Ärmelkanal,
oder  die  Departements  an  den  unteren  Elußläufen,  besonders
der  Seine,  Garonne  und  Rhone,  die  mit  dem  Ausland  auf  dem
Seeweg  verkehrten,  —  wiesen  einen  niedrigen  Wechselkurs
auf.  Dagegen  hatten  die  Gebiete  im  Zentrum  von  Frankreich
und  die  Grenzgebiete,  die  mit  dem  Auslande  wenig  Verkehr
hatten  —  in  den  Hochalpen  und  Pyrenäen  —,  einen  vorteilhafteren ­
  Wechselkurs,  weil  sie,  vorwiegend  Ackerbau  treibend,
sich  sozusagen  selbst  genügen  konnten.  So  erklärt  sich  auch
ohne  weiteres  die  damals  als  höchst  merkwürdig  bezeichnete
Tatsache,  daß  in  Departements,  in  denen  keine  großen  Städte
waren,  noch  Hartgeld  im  Zahlungsverkehr  vorkam.
Es  mußte  daher  eine  Maßnahme  des  Konvents  zur  Hebung
des  „Assignatenkurses“,  die  in  diesem  Zusammenhang  zu  nennen
ist,  ohne  Erfolg  bleiben.  Ein  großer  Teil  von  Belgien,  Savoyen,
Nizza  und  von  dem  deutschen  Reiche  die  Gegend  bis  Frankfurt ­
  am  Main  war  Ende  1792  von  den  französischen  Truppen
besetzt  worden.  Die  provisorischen  Behörden  in  diesen  Gegenden
wurden  ausdrücklich  angewiesen,  die  Assignaten  valutarisch  zu
handhaben. 1 )  Der  Konvent  war  der  Ansicht,  daß  dadurch  den
Assignaten  ein  größeresVerbreitungsgebieteröffnetwürde,  weniger
Assignaten  im  Geldverkehr  Frankreichs  Vorkommen,  d.  h,  die
Assignaten  seltener  würden,  und  daher  im  „Kurse“  steigen  müßten.
Die  Hoffnungen  des  Konvents  erfüllten  sich  nicht.  Es  wäre  möglich
gewesen,  daß  der  Wechselkurs  nicht  mehr  allein  französisch  gewesen ­
  wäre,  sondern  französich-belgisch  usw.,  und  daß  dadurch
der  französische  Wechselkurs  auf  Kosten  der  eroberten  Länder
hätte  steigen  können,  während  der  Wechselkurs  dieser  Gebietsteile ­
  gesunken  wäre.
Frankreich  zerfiel  aber  in  eine  Reihe  von  Wirtschafts-')

  Cf.  z.  B.  Art.  6  des  Dekrets  vom  11.  April  1793.
            
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