Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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das  Herz  gebrochen"  *).  Es  kostete  auch  in  Amerika  die  praktische  Erprobung ­
  des  Verfahrens  Vermögen  st,  aber  der  Glaube  an  seine  Zukunft
scheute  vor  noch  so  großen  Opfern  nicht  zurück,  und  es  gelang  schließlich
den  ausdauernden  eifrigen  Bemühungen  besonders  des  amerikanischen
Lederfabrikanten  Foerderer  st,  das  Verfahren  zu  meistern  und  ein  marktfähiges ­
  Produkt  zu  erzeuzen.  Das  erste  Chromleder *  3  4  * )  trat  in  der  Form
von  Chevreauxst,  also  als  Konkurrent  des  Glaceleders  auf  den  Markt,
und  der  amerikanische  Großkonsum,  d.  h.  also  die  Schuhfabrikation,
verhielt  sich  gegen  dieses  Leder  durchaus  nicht  ablehnend,  weil  es  im
Vergleich  zum  Kidleder  größere  Widerstandsfähigkeit  gegen  Wasser  6 )  und
größere  Festigkeit  besaß.  Vor  allen  Dingen  aber  war  maßgebend  der
Umstand,  daß  das  neue  amerikanische  Chromziegenleder  die  amerikanische
Schuhindustrie  von  einem  teueren  Importartikel,  nämlich  vom  französischen ­
  Chevreaux,  unabhängiger  machte 7 ).  Die  Firma  R.  H.  Foerderer
gerbt  nach  diesem  Verfahren  täglich  1200  Dtz.  Felle  8  * ),  und  es  hat  sich
in  der  Folge  die  Chromgerbung  auf  alle  Lederarten  ausgedehnt.  In
den  90er  Jahren  kam  die  Gerbung  von  Amerika  in  verbesserter  Form
wieder  nach  Europa;  ich  habe  bei  Gelegenheit  der  Besprechung  der
Objekte  des  Gerbeprozesses  darauf  hingewiesen,  daß  Farbenchevreaux  in
großem  Umfang,  Oberleder  fast  ausschließlich  mit  Chrom  gegerbt  werden,
ich  habe  dort  auch  bei  jeder  einzelnen  Haut-  und  Fellart  ihre  jeweilige
Bedeutung  für  die  Chromgerbung  erwähnt.
Wir  sehen  also  aus  dieser  Entwicklung,  wie  das  Chromleder,  welches
seiner  ganzen  Natur  nach,  sowie  wegen  seiner  vornehmeren  Zurichtung
in  Hochglanz  vorzüglich  zu  Feinleder  prädestiniert  ist  st,  der  Glacelederindustrie ­
  ein  weites  Feld  ihrer  Tätigkeit  abgenommen  hat,  und  dies
geschieht  in  immer  weiterem  Umfange,  und  zwar  in  dem  Maße,  als  es
gelingt,  einmal  dem  Chromleder  noch  hellere  oder  weiße  Nuancen  zu
erteilen  10 ),  als  es  aus  der  Gerbung  mitbringt,  dann  aber  auch  in  dem
Maße,  als  es  gelingt,  die  Zügigkeit  des  Glaceleders  auch  dem  Chromleder ­
  zu  geben.
Damit  gelangen  wir  zu  einem  weiteren  Erfolg  der  gerbetheoretischen ­
  Untersuchungen,  nämlich  zu  den  modernen  Kombinationsgerbungen.
Der  Kernpunkt  der  Kombinationsgerbung  ist,  wie  bereits
besprochen,  der,  daß  man  durch  simultane  oder  successive  Gerbung  mit
0  Ledermarkt  1904,  Nr.  95.  2 )  Gerbercourier  1893,  Nr.  21,  Beilage.
3 )  Dämmer  1911,  Bd.  III,  S.  929;  Ledermarkt  1904,  Nr.  95.
st  Siehe  Gerber  1900,  S.  1.
st  Siehe  Schuh  und  Leder  1896,  Nr.  21  S.  16;  1904,  Nr.  15,  S.  42.
6 )  Gerber  1900,  S.  1.  st  Ebenda.
st  Dämmer  1911,  Bd  III,  S.  929.
st  Schuh  und  Leder  1904,  Nr.  15,  S.  42.
lst  Ledermarkt  1899,  Nr.  7,  S.  5.
            
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