Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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ausgeführt  werden,  und  welche  dann  die  Operationen  des  Wässerns,
Ascherns,  Beizens,  Schwellens,  Gerbens,  Weichens,  Färbens,  sogar  des
Walkens  und  Enthaarens  vollführen.  Die  spätere  Entwicklung  hat
dann  nochmals  eine  Reihe  von  Typen  hauptsächlich  aus  dem  Gebiete  der
Textilindustrie  entlehnt,  und  diese  Typen  haben,  weil  in  ihnen  das
Fell  ebenfalls  als  ein  in  seiner  ganzen  Masse  gleichmäßig  und  nicht  als  ein
lokal  zu  behandelndes  Werkstück  behandelt  wird,  in  der  Gerbereitechnik
Eingang  gefunden.  Hierher  gehören  die  Fell-  und  Wollwaschmaschine,
der  Schnellfelltrockenapparat,  der  Hordentrockenapparat  für  Wolle,  die
Zentrifugen  und  die  Lederabwelkpressen.
Alle  die  bisher  besprochenen  und  mit  Erfolg  eingeführten  Maschinentypen ­
  leisten  eine  so  geartete  Arbeit,  daß  durch  diese  die  eigentliche  Handarbeit ­
  des  handwerksmäßigen  Gewerbes  nicht  ersetzt  wird.  Wässern
und  Weichen,  Äschern,  Beizen,  Schwellen,  Durchfärben,  Waschen,  Trocknen
der  Felle  und  der  Wolle,  alle  diese  Operationen  verlangten  zu  ihrer
Durchführung  nicht  eigentliche  Handgeschicklichkeit,  sie  gingen  in  der
Luft  oder  in  der  Flüssigkeit,  nachdem  einmal  das  Roh-  oder  Halbfabrikat ­
  in  diese  Medien  gebracht  war,  ohne  weiteres  vor  sich.  Daß
durch  die  Einführung  dieser  Maschinen  alle  Prozesse  beschleunigt,  verbessert ­
  oder  auch  in  der  kalten  Jahreszeit  leicht  ermöglicht  wurden  *),
daß  sie  auch  die  Zeitenverhältnisse  dieser  Operationen  auf  die  höheren
Geschwindigkeiten  der  neuen  Technik  harmonisch  abstimmten,  das  bedeutet ­
  den  Fortschritt,  welcher  durch  sie  erzielt  worden  ist;  aber  ihre
Einführung  in  der  Gerberei  ist  der  ganzen  Natur  ihrer  Arbeit  nach
auf  wesentliche  technische  Schwierigkeiten  nicht  gestoßen,  sie  bedeuteten
keine  technischen  Probleme.
Wir  gehen  nun  über  zur  Betrachtung  der  Maschinenformen  der
zweiten  Kategorie,  deren  Aufgabe  es  also  ist,  die  handwerksmäßige
Handgeschicklichkeit  zu  ersetzen  und  diesen  Ersatz  mit  gesteigerter
Leistungsfähigkeit  zu  verbinden.  Es  sind  die  Operationen  des  Entsleischens,
  Enthaarens,  Ausreckens,  Narbenabziehens,  dann  des  Schlichtens,
Stollens,  ev.  noch  des  Chagrinierens.  Auch  von  den  Maschinen  dieser
Kategorie  haben  wir  bereits  einige  kennen  gelernt,  so  Spaltmaschinen,
Walzen  zum  Auspressen  des  Leders  usw.,  fast  lauter  Formen,  welche  aus
anderen  Gebieten  der  Technik  entlehnt  waren,  und  wir  haben  gesehen,
daß  mit  Ausnahme  der  Walke  diese  Formen  wieder  verlassen  werden
mußten.  Bei  diesen  Operationen  wird  das  Fell  meist  nicht  mehr  in
seiner  ganzen  Masse  gleichmäßig  behandelt,  sondern  es  erhält  eine  bestimmte ­
  Bearbeitung  nur  noch  auf  einer  bestimmten  Seite  oder  nach

i)  Vgl.  Schauplatz  1775,  Bd.  II,  S.  264,  270,  279,  286;  Bd.  IV,  S.  98,
Bd.  VI,  58,  S.  105.
            
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