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und der cordewaner. Erstere verarbeiten Rinder-, letztere Ziegen- und
Schafleder 1 )] in Magdeburg werden die Kurdewener als Schuster 1150
genannt 2 ), in Regensburg erscheinen sie als Chnderwaner 1244 8 ), in
Straßburg kommen 1263 die Kurdewener in einem Amte mit den
Schustern vor 4 ). Da die Schuster um diese Zeit fast allgemein ihr Leder
selbst gerbten, so waren auch die Korduaner Schuster und Gerber zugleich.
Erst später hat sich dann eine Trennung in Schuster und Gerber vollzogen,
und nun gingen die eoräonuniers, welche z. B. noch unter der
Zahl der 32 Gewerbe von Lüttich vorkommen 8 ), über in die cordonniers
der französischen Sprache. Schon diese Änderung des Sprachgebrauchs
zeigt uns, daß das Gewerbe der Corduanmacher, welches ursprünglich ein
reines Feinledergewerbe gewesen war, heruntergekommen ist. In Deutschland
haben sich die Corduanmacher nicht zu den Schustern entwickelt,
sondern haben andere Wege genommen. In Köln z. B. ist im 14./15.
Jahrhundert der Gegensatz zwischen rintsutern und cordewanern nicht
mehr vorhanden 6 ); in Nürnberg finden wir im 15./16. Jahrhundert
noch das Handwerk der Kuderwanner, aus einem Ratsbeschluß von 1561,
wonach „hinfüro nyemanndt ainich schaf fel rayffen soll, dann allein die
irher vnnd die kuderwanner, die die wehsten sackfeel machen" 7 ) geht
hervor, daß sie um diese Zeit noch weiß gegerbt haben, 1562 erfahren
wir aber „Dieweil dann den kuderwarern hie bißhero ... vfs roth
aus lohe vnnd aschen zu beraiten neben anderer irer arbeit freyzugelassen
ist", daß sie zum Rotgerben nach der gewöhnlichen Art zugelassen sind,
„Dieweil ... aber hetzt sölche kuderwarer biß Vf zween todts abgangen,
also seien ein erbar rath vorbemelt daran khommen ... vnndt wöllen,
das hinfüro die rotlederer vnnd kuderwarer ain hanndtwerck sein söllen" 8 ).
Daß sie hier mit den Rotgerbern und nicht mit den Weißgerbern vereinigt
wurden, zeigt, daß sie die Rotgerberei immer schon viel stärker
getrieben hatten als die Weißgerberei. Die Kuderwanner hatten in Nürnberg
schon 1554 beim Rat angefragt, mit den Lederern als ein Handwerk
zu stehen, 1562 waren sie dann mit ihnen vereinigt worden.
Im Prinzip ähnliche, wenn auch äußerlich andere Wege, gingen
die Corduanmacher zu Leipzig. Hier waren bis ins 17. Jahrhundert
die Corduanmacher und die Schuster in einem Handwerk vereinigt.
Diese Vereinigung war nur deshalb so lange möglich, weil die Corduanmacher
nur mehr rotgare Leder herstellten. 1623 gelang es ihnen dann,
eine eigene Innung zu bilden, welche die Schuster mit Corduan und
wit geschmiertem Leder versehen sollte 8 ). In einem mit den Lohgerbern
0 Köln 1907, Bd. I, S. 21. -) Rehlen 1855, S. 135.
s ) Bücher 1893, S. 196. 4 ) Keutgen 1903, S. 82. 6 ) Barmans 1863, S. 43.
6 ) Köln 1907, Bd. 1, S. 21. ? ) Nürnberg 1535, Decretum i. S. 1661.
8 ) Nürnberg 1536, Decretum i. S. 1562. 9 ) Junghans 1896, S. 393—394.