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preparation des eueres est tel, qu’aujourd’hui, dans l’Espagne entiere
toutes sortes de cuirs de chevre quel que seit l’endroit
oü ils ont ete prepares, sont counus sous le nom de cordovanes“ 1 ).
„Leder aus Cordua" oder „Corduan" wurden demnach schließlich alle
spanischen Leder genannt, gleichgültig, wo und wie sie erzeugt worden waren.
Dieser Corduan, also das ursprünglick) weißgare Leder, trat nun
von dem hoch entwickelten, aus orientalischen Luxus gestimmten Kulturboden
Spaniens 2 ) seine Wanderung nach dem übrigen Europa an. Wie weit
sein Ruhm gedrungen ist, freilich nur der Name und nicht die Produktionsmethode,
dafür sei als Beispiel folgende Begebenheit angeführt. Als
König Sigurd Syr im Herbste des Jahres 1014 auf seinen Ackern
ging, die Korneinfuhr zu überwachen, und als ihn sein Stiefsohn Olaf
Haraldsson, später der Heilige genannt, besuchte, „so wird erzählt von
Sigurds Ausstattung, daß er einen blauen Rock trug und blaue Hosen,
hohe Schuhe an den Beinen festgebunden, einen grauen Mantel und
einen grauen Hut, einen Schirm um das Gesicht und in der Hand
einen Stab, welcher oben mit einem vergoldeten Silberknopf versehen
war, in welchem ein silberner Ring saß." Um nun seinen Stiefsohn
würdig zu empfangen, „ließ er sich seine Schuhe ausziehen und zog
über seine Füße lange Corduan-Strumpfhosen und band vergoldete
Sporen an" 3 ). Der deutsche Handel schon der sächsischen Kaiserzeit
reichte bis Cordova 4 ), und die Corduanmessen der Champagne aus dem
Anfang des 13. Jahrhunderts 5 ) erhielten regen Besuch. Eine Kenntnis
von der weißgaren Natur des Corduans scheint man in den nördlichen
Ländern Europas fast nicht erhalten zu haben, und es ist nicht
ausgeschlossen, daß um diese Zeit die Weißgerberei in Deutschland noch
gar nicht bekannt gewesen ist; wenigstens ist mir vor dem 13. Jahrhundert
keine Andeutung bekannt geworden, welche auf eine frühere Bekanntschaft
mit der Weißgerberei in Deutschland schließen ließe. Der Richtebrief
der Bürger von Zürich aus dem Jahr 1304 sagt unter anderem: Rat
und Bürger sind übereingekommen, mit der Gerber Willen und Rat:
zu Zürich gerben will Chordewan, daß er das gerben soll mit
dem halben Teile Laubes und dem halben Teile Rinde 3 ). Man sieht
aus dieser Notiz, wie das Laub, wahrscheinlich Sumach, hier bereits
zur Hälfte durch Rinde ersetzt ist.
Nur gelegentlich scheint auch die Weißgerberei nach dem Norden
gedrungen zu sein. In Lübeck treten vor 1471 die Roetlosschere auf, welche
rotgefärbtes Leder, Rothlasch, rodlasch, und weißes Leder herstellten 7 ), und
0 Davillier 1878, S. 9—10. 2 ) Vgl. Diercks 1878, S. 24—28 ff.
3 ) Montelius 1906, S. 295. *) Hellmig 1882, S. 17.
6 ) Schaube 1906, S. 372, 375. «) Gerberzeitung 1860, S. 282. ‘
') Lübeck 1872, S. 388.