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hatte einen Gesellen. Die letzten Weißgerber haben nur eine kümmerliche
Existenz fristen können und übten daher zum Teil das Handwerk
gar nicht aus, wenn sie auch als Weißgerber gezählt wurden *).
In Freiberg in Sachsen existierten in der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts noch 6 Weißgerber und 13 Lohgerber. Der letzte Lohgerber
ist heute zum Lederhandel übergegangen, der letzte Weißgerber
ist zu einem reinen Zwerggerber geworden, welcher im Jahre noch
etwa 1000 Felle im reinen Lohnwerk gerbt, indem er diese bis zum
Gerben herrichtet und dann zum Walken an einen anderen Weißgerber,
in dessen Nähe sich noch eine Walke befindet, schickt. Seine Alaungerberei
ist außerordentlich unbedeutend, sein Haus ist klein, dunkel und
schmutzig, die Familie läßt nicht erkennen, daß sie in den letzten Jahrzehnten
jemals gute Zeiten gesehen hätte. Ein kleiner Nebenverdienst
ist für ihn der reine Fellaufkauf für eine Fell- und Häuteverwertungsgenossenschaft.
Wenn früher in Sachsen die Weißgerber in allen größeren Plätzen
zu finden waren, so sind sie heute als Gewerbe ziemlich daraus verschwunden.
Man findet einen solchen hin und wieder noch im Adreßbuch,
welcher bei genauerem Nachsehen dann gewöhnlich sehr heruntergekommen
ist und sein Geschäft nicht mehr betreibt.
In Nürnberg sind die Zahlen die folgenden.
Es wurden in die Meisterbücher eingetragen 2 );
Rotgerber Weißgerber
1760—1780 13 5
1791-1800 6 3
Es waren vorhanden nach den Adreßbüchern"):
1846 1
1860 7 —
1885 3 ' —
Von den Rotgerbern waren 1885 zwei Rotgerber und Lohmüller
zugleich, suchten sich also aus der Lohmüllerei mindestens noch einen
Nebenverdienst.
Der letzte Weißgerber verlegte sich, als das Geschäft zurückging,
darauf, Schafwolle kartätschen zulassen und dann damit zu handeln; er
hatte 1847 darob eine Auseinandersetzung mit den Tuchmachern; 1855
beschwerte sich der gleiche, einzige noch in Nürnberg vorhandene Weißgerber,
welcher sein Geschäft nur sehr gering betrieb, über den letzten
Nürnberger Pergamenter, weil dieser seit längerer Zeit zur Weißgerberei
übergegangen war und sogar noch einen Gesellen hierauf eingestellt
hatte. Die Entscheidung fiel dahin aus, daß ihm gestattet sei, Weiß-0
Junghans 1896, S. 407. 2 ) Nürnberg, M. S. Hz, Stadtarchiv.
3 ) Nürnberg, Ad.