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Nebenprodukte, nämlich das Leimleder; denn dieses entspricht seiner
ganzen Natur nach mehr den Eigenschaften, welche die Voraussetzung
zur Bildung festerer industrieller Zusammenschlüsse darstellen. Aber
auch diese Bestrebungen haben bis jetzt eine Realisierung nicht gefunden J ).
Gehen wir nun über zu den Organisationen der Arbeiter!
Die Werkmeister gehören dem deutschen Werkmeisterverbande an,
und dessen Bestimmungen und Bedingungen gelten für sie. Einen Verband
von speziellen Lederindustriewerkmeistern gibt es nicht.
Die Arbeiter der Weißlederindustrie in den älteren Organisationen
der Gesellenverbände haben wir bereits kennen gelernt. Diese Verbände
sind wichtig, weil sie die historische Voraussetzung zum Entstehen
der modernen Organisationen darstellen 2 ).
Die Organisation der Weißgerber in den Hirsch-Dunker'schen
Gewerkvereinen, in den christlichen Gewerkschaften, in den gelben
Gewerkschaften und in den noch mitgliederärmeren Organisationen läßt
sich nicht verfolgen, weil die „Christliche Gewerkschaft der Lederarbeiter",
wie auch der Hirsch-Dunker'sche Verein der Schuhmacher und Lederarbeiter,
und ganz ähnlich erst recht die noch kleineren Verbände keine
Ausscheidung der Weißgerber kennen^).
Nur diefreienGewerkschaften haben wenigstens eine Zeitlang
die Weißgerber als einen getrennten Verband mit sich geführt, und hier
erhalten wir daher einen etwas genaueren Einblicks:
Der Deutsche Weißgerberverband führt seine Entstehung zurück
auf einen im Jahre 1872 verlorenen Streik der Berliner Weißgerberbruderschaft,
einer Gesellengenossenschaft, welche daraufhin in einem
Rundschreiben zur Gründung einer Organisation aufforderte, „die durch
festes Zusammenhalten die Moral, die Ehre und die materiellen Interessen
der Weißgerbergesellen zu wahren und zu fördern hätte". Im
August 1872 wurde auf einem Kongreß in Berlin die neue Organisation
gegründet unter dem Namen „Norddeutscher Weißgerberbund". Die
lüddeutschen Weißgerber schlossen sich zunächst dem Bunde nicht an.
Die Organisationssorm war eine solche, daß alle Ortsvereine als solche
selbständige Vereine blieben mit eigenen Satzungen und Beiträgen, und
baß sich diese Vereine als solche für bestimmte Zwecke zum Norddeutschen
Weißgerberbund vereinigten. Den ersten Nachweis über die
Mitgliederzahl finden wir auf dem dritten Berliner Kongreß von 1874,
es waren vertreten 27 Vereine mit 680 Mitgliedern. Der Kongreß zu
') Vgl. S. 314 ff. -) Vgl. S. 263 ff.
3 ) Ledermarkt 1911, Nr. 79; Jörissen 1909.
4 ) Ich stütze mich hier auf die Jahresberichte des Zentralverbandes der Lederarbeiter
und -Arbeiterinnen Deutschlands, auf das Berbandsorgan und auf Privatvütteilungen
dieses Verbandes.
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