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lichen System zu verarbeiten suchen, gehört der Alaun zu derjenigen
der drei Klassen von Mineralien, welche im Laufe eines Jahres oder
darunter reifen *). Daraus darf Wohl der Schluß gezogen werden, daß
die Bildung des Alauns beobachtet worden ist, d. h., daß er zu den
künstlichen Produkten gehört; denn wäre der Alaun nur nach einem
natürlichen Vorkommen bekannt, dann würde er zu einer der beiden
anderen Klassen von Mineralien gehören, welche zu ihrer Bildung Jahre
und Jahrhunderte nötig haben. Es wird uns weiter berichtet, daß er
nur in einem herben, schmutzfarbenen Staube entstehe 2 ), und wir werden
nicht irre gehen, aus dieser Bemerkung den Schluß zu ziehen, daß der
graue Alaunschiefer unter dem schmutzfarbenen Staube gemeint sei, und
der herbe Geschmack dieses Schiefers mag der leitende Wegweiser bei
der Durchsuchung des Bodens nach alaungebendeu Gesteinen gewesen
sein. Unzweifelhaft aber wird die Bekanntschaft mit der künstlichen
Herstellung des Alauns bewiesen aus den allgemeinen theoretischen An
schauungen jener Zeit über die Entstehung der Stoffes. Alle Stoffe
entstehen aus den vier aristotelischen Elementen; aber während zur
Bildung der Metalle gewissermaßen als intermediäre Phasen Queck
silber und Schwefel auftreten, entstehen die künstlichen Körper aus
Staub und Wasser direkt H. Von Alaun und Kupfervitriol wird nun
ausdrücklich angegeben, daß dies alles seien „Feuchtigkeit und Wasser,
die mit Erden aus den Landstrichen vermischt sind, welche die Feuers
und Sonnen- oder Grubenhitze gebrannt hat". Wir müssen daraus
den Schluß ziehen, daß der Alaun dieser Epoche bereits zu den künst
lichen Produkten zu rechnen ist. Weiter spricht Geber von einem Eis
alaun, welcher aus Rocha — fraglich ob identisch mit Edessa^) —
komme o), und so dürfte Beckmanns Ansicht, nach welcher die Zeit der
.Erfindung des künstlichen Alauns vor dem 13. Jahrhundert liegt'),
ziemlich stark nachdatiert sein. Dieser künstliche Alaun mag dann, da
er von noch stärkerem adstringierendem Geschmack und von noch wert
volleren Eigenschaften als die hellsten Sorten des alten nlumons sich
erwies, jene unreinen Gemenge allmählich verdrängt haben. Leider
ist mir bis jetzt keine Kunde über dieses gewiß interessante und Auf
sehen erregende Eindringen dieses neuen künstlichen Stoffes in das
Gewerbe jener Zeit, über welches ja an und für sich die Nachrichten
nur äußerst spärlich fließen, bekannt geworden.
y Dieterici 1876, S. 98. Dieterici 1876, S. 111.
3 ) Dieterici 1876, S. 115.
4 ) Dieterici 1876, S. 130; Heyd 1879, Bd. I, S. 430.
°) Heyd 1879, Bd. II, S. 554; Beckmann 1784, Bd. II, S. 110; Kopp 1843,
Bd. IV, S. 56 f.
«1 Kopp 1843, Bd. IV, S. 56 ff. ') Beckmann 1784, Bd. II, S. 102.
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