Full text: Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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siertem Schiffspark fährt, ihre ganzen Anlagen schon abgeschrieben 
hat und sämtliche Arbeiten in eigener Regie betreibt. 
Inzwischen gingen die Rohölpreise immer weiter herab. Mehr 
mals machten die zur Verzweiflung getriebenen Produzenten die 
grössten Anstrengungen, den eisernen Ring zu sprengen, sich durch 
die Legung einer eigenen Leitung einen Durchgang zur Küste zu 
bahnen, in der Hoffnung, auf diese Weise höhere Preise zu er 
zielen. Doch erfolgreich trat ihnen die St. O. C. entgegen und 
vermochte es, alle Konkurrenten niederzuhalten. Eine einzige 
nominell unabhängige Leitung führt jetzt das Oel der pennsyl- 
vanischen Outsiders zur Küste, allein auch über sie soll sich die 
St. O. C. schon die Kontrolle verschafft haben. 
Seine äussere Krönung erhielt das Werk Rockefellers 1882 
durch die Gründung des Standard Oil Trust. — In den einzelnen 
Staaten (Ohio, Indiana, Kentucky etc.) bestanden Standard Oil 
Companies schon seit Ende der 60 er Jahre. Sie waren nach dem 
Prinzip der Arbeitsteilung organisiert und pflegten ganz bestimmte, 
scharf getrennte Zweige des Geschäfts: so befassten sich einige 
nur mit dem Transportgeschäft, andere nur mit der Raffination, 
wieder andere mit dem Vertrieb. Alle aber gravitierten finanziell 
und geschäftspolitisch nach einem gemeinsamen Schwerpunkte, 
eben Rockefeller. Tatsächlich änderte sich an diesen Verhält 
nissen durch die Gründung des Trusts gar nichts, und als dieser 
einige Jahre später gesetzlich für ungültig erklärt wurde und sich 
auf lösen musste, trat ohne weiteres das alte Verhältnis wieder in 
Kraft. Die neun trustees hatten in jeder der Untergesellschaften 
die Aktienmajorität, und der Name tat ihnen wenig. Einige Jahre 
nach der Auflösung (1892) schlug die Antitrustpolitik wieder in 
ihr Gegenteil um; so wurde der Trust 1899 in New Jersey mit 
einem Nominalkapital von $ 110 Millionen wieder inkorporiert und 
besteht in seiner damaligen Fassung noch heute. 
Es ist selten oder nie eine Interessenvereinigung mit solcher 
Schärfe angegriffen worden, wie der Rockefellersche Trust; zum 
Teil mit Recht, zum Teil aber auch mit Unrecht. 
Dass Rockefeiler sich nur durch eiserne, oft an Brutalität 
grenzende Energie die Herrschaft errungen hat, ist nicht zu be 
streiten. In dieser Hinsicht ist er gewiss nicht als Unschuldslamm 
hinzustellen; wohl aber darf im Gegensatz zu den meisten be 
kannten Autoren — m. W. macht nur Schneider, der auch schon 
die rationelle Organisation des Trusts und die dadurch hervor
	        
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