Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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ungarischen  Raffinerien«,  dem  fast  sämtliche  Unternehmer  beitraten. ­
  Zunächst  auf  zwei  Jahre  geschlossen,  wurde  er  auf  mehrere
Jahre  verlängert.
Da  er  jedoch  auf  die  Dauer  den  Erwartungen  nicht  entsprach
und  immer  mehr  Outsiders  auftraten,  wurde  er  1897  aufgehoben.
Jahrelang  herrschte  dann  völlige  Anarchie  mit  ihren  ruinösen
Folgen,  bis  sich  aus  dem  Wirrwarr  im  Juli  1902  das  »Exportverkaufsbureau ­
  österreichischer  Petroleum-Raffinerien«  heraushob,
dem  folgende  fünf  grösseren  Firmen  angehörten:
Galizische  Karpathen-Petroleum-A.-G.,  Maryampole  (16  Millionen ­
  Kronen).
Schodnica,  A.-G.  für  Petroleumindustrie,  Dzieditz  (10  Millionen ­
  Kronen).
Mineralölraffinerie  David  Fanto  &  Co.,  Pardubitz.
Ostrauer  Mineralölraffinerie  Max  Böhm  &  Co.,  Mähr.-Ostrau.
Gartenberg  &  Schreier,  Jaslo.
Einen  grossen  Fortschritt  zeitigte  dieser  Zusammenschluss
insofern,  als  die  grössten  Qualitätsdifferenzen  jetzt  endlich  beseitigt ­
  wurden  und  an  ihre  Stelle  die  »Garantie  absolut  gleichmässiger
  Qualität«  trat,  die  in  Wirklichkeit  allerdings  noch  immer
nicht  erreicht  ist.  An  Kurzlebigkeit  war  die  neue  Organisation
jedoch  eine  würdige  Nachfolgerin  der  ersten  Konzentrationsbestrebungen. ­
  Schon  nach  zweijährigem  Bestehen  wurde  auch  sie
aufgelöst,  bez.  umgewandelt  in  die  »A.-G.  für  österreichische
und  ungarische  Mineralölprodukte«.  Sie  hat  sich  zur  Aufgabe
gestellt,  die  von  den  sog.  Exportraffinerien  (d.  h.  Raffinerien,  die
zwecks  besserer  Ausnutzung  ihrer  grossen  Anlagen  ausser  für
den  Inlandsbedarf  auch  für  Export  arbeiten)  produzierte  Raffinade
im  Auslande  abzusetzen.  In  Deutschland  besitzt  sie  ungefähr  ein
Dutzend  kleiner  Tankanlagen.
Die  dem  Kartell  angehörenden  Raffinerien  beziehen  das  von
ihnen  für  Exportzwecke  verwendete  Petroleum  zu  Vorzugspreisen
nebst  anderen  Vergünstigungen  (ca.  19%  der  Raffinade  werden
ihnen  für  den  Verkauf  im  Inlande  gelassen)  von  der  »Petrolea«.
Diese  ist  eine  Genossenschaft,  die  unter  Mitwirkung  der  österreichischen ­
  Kreditanstalt  1903  (mit  2  Millionen  Kronen)  von  den
Produzenten-Raffinerien  als  Kommissionär  und  Magazineur  der  mit
ihnen  liierten  Produzenten  gegründet  wurde  und  die  Regelung  des
Rohölverkehrs  bezweckte.  Infolge  zu  hoher  Vorschüsse  und  zu
niedriger  Einlagerungsgebühren  sammelten  sich  bei  ihr  rasch  so
            
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