Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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e)  Deutschland.
Zum  Schluss  der  kurzen  Uebersicht  über  die  Erdöl  produzierenden ­
  und  als  solche  für  Deutschland  in  Betracht  kommenden
Länder  —  die  asiatischen  Oelgebiete,  wie  Japan,  Hinterindien,
Java,  Borneo,  setzen  ihre  Leuchtöle  in  Asien  selbst  ab  und  kommen ­
  für  uns  nur  für  den  Benzinimport  in  Frage  —  kommt  Deutschland ­
  selbst  an  die  Reihe.  Obgleich  durch  Inlandsproduktion  nur
ein  verschwindend  geringer  Prozentsatz  unseres  jährlichen  Bedarfs ­
  gedeckt  werden  kann,  muss  doch  näher  auf  diese  eingegangen ­
  werden.
An  die  Erdölvorkommen  in  Deutschland  hat  man  zeitweise
die  grössten  Hoffnungen  geknüpft  und  tut  dies  vielfach  auch
noch  jetzt.  Ich  muss  gestehen,  dass  ich  in  dieser  Hinsicht  ziemlich ­
  schwarz  sehe  und  mir,  so  wie  die  Sachen  jetzt  stehen,  hinsichtlich ­
  der  L  e  u  c  h  t  ö  Igewinnung  nicht  allzu  viel  verspreche.
Die  Zukunft  kann  ja  noch  angenehme  Ueberraschungen  bringen,
vorderhand  aber  muss  man  die  Dinge  in  dem  Lichte  betrachten,
in  dem  sie  sich  unserm  Auge  darbieten.
Als  Oelproduktionsgebiete  kommen  für  Deutschland  in  Frage:
Eisass,  die  Lüneburger  Heide  und  der  Halle-Zeitz-Weissenfelser
Braunkohlenbezirk,  letzterer  nur  als  Solarölproduzent.
Zunächst  muss  man  sich  vor  Augen  halten,  dass  in  sämtlichen ­
  drei  Bezirken  die  Schmierölproduktion  diejenige  von  Leuchtöl ­
  bei  weitem  übersteigt.  In  der  oberen  Zone  (bis  ca.  ioo  m)
der  Lüneburger  Heide  stellt  sich  das  Verhältnis  wie  folgt:
etwa  0,5  °/ 0  Benzin  (0,725  spez.  Gew.,  also  ziemlich  schwer)
nur  »  6  %  Petroleum  im  »  »  von  0,800
»  6  0/q  »  »  »  »  »  0,840  (eine  Art  Solaröl)
»  64  0/ 0  Schmieröl.
Der  Rest  sind  ziemlich  wertlose  Rückstände.  —  Die  Ausbeute ­
  des  zweiten  Oelhorizontes  (bis  zu  etwa  350  m  Tiefe),  der
ein  leichteres,  helleres  Rohöl  liefert,  ergibt  bei  der  Raffination
3  —  4  %  Benzin  (0,701)
28—35  %  Naphtha  und  Petroleum
40—47  0/ 0  Schmieröle
17  %  Rückstände,  der  Rest  (4—5  0/ 0 )  Verlust.
Im  Eisass  ist  das  Verhältnis  so  ziemlich  dasselbe;  es  versorgt ­
  vorzugsweise  die  mittelrheinische  Textilindustrie  mit  Schmierölen. ­
  Im  Solarölbezirk  stellt  sich  die  Leuchtölquote  noch  ungünstiger. ­

Wenngleich  sowohl  die  »Teerkuhlen«  bei  Wietze  als  auch
            
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