Full text: Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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türmen, besitzt auch eine Raffinerie und ist an mehreren kleineren 
Gesellschaften finanziell beteiligt. 
Ein Sorgenkind ihrer Aktionäre sind die »Vereinigten 
Deutschen Petroleumwerke A.-G.« Peine i. H., eine der blutigsten 
Gründungen Sternbergs. Entstanden sind sie Ende 1881 aus der 
»Petroleum-Land-Gesellschaft in Peine«, der »Deutschen Petroleum 
bohrgesellschaft in Bremen« (Adolf M. Mohr) und der »Oelheimer 
Petroleum-Industrie-Gesellschaft«. An Rohöl förderten sie 
1891 — 731 tons 
1892 — 408 » 
1893 — 185 » 
1894 — 185 » 
i & 95 — 376 » 
1896 — 427 tons 
1897 — 597 » 
1898 — 463 » 
1899 — 525 » 
1900 — 463 » 
1901 — 502 tons 
1902 — 439 » 
1903 — 75* » 
1904 — 751 » 
Das Anfangskapital von 2771000 Mark wurde wiederholt redu 
ziert, eine durchgreifende Sanierung erfolgte aber erst 1903 durch 
Zusammenlegung der Aktien auf I 006 000 Mark und ausserordent 
liche Abschreibungen in Flöhe von 305 159 Mark. Nachdem seit 
1886 keine Dividende verteilt worden war, konnten 1904 bei 
ganzen 5012 Mark Abschreibungen 4 1 /2% ausgeschüttet werden. 
Für 1905 wurden wieder 4 J / ä % verteilt. Die Aktien, die bis 
auf wenige Prozent entwertet waren, werden jetzt annähernd pari 
notiert. 
Nicht zu unterschätzen ist, dass in letzter Zeit auch der 
Standard Oil Trust sein Augenmerk auf die Wietzer Erdölindu 
strie gerichtet hat. Durch die von ihm abhängige Vacuum Oil 
Company lässt er eine grosse Raffinerie bei Schulau bauen, die 
schon jetzt mit verschiedenen Produzenten langfristige Verträge 
abgeschlossen haben soll. 
Die bedeutendste im Eisass arbeitende Gesellschaft sind die 
»Pechelbronner Oelbergwerke«, Schiltigheim. Sie wurden 22. 
Februar 1889 auf 50 Jahre gegründet. Ihr Anfangskapital von 
3 Millionen Mark wurde 1899 auf 1Millionen Mark herabgesetzt; 
dafür wurden Genussscheine ausgegeben. Sie prosperieren ver 
hältnismässig sehr gut, denn 1889/1890—1904/1905 verteilten sie 
3, 88 ; 14; 16; 5 ; 7; 12; 16; 17; 20; 15; 17; 28; 28; 28; 30; 30%. 
Zu bemerken ist, dass die günstigen Ergebnisse nicht etwa auf 
das Leuchtölgeschäft, sondern in erster Linie auf die verhältnis 
mässig hohen für Schmieröle erzielten Preise zurückzuführen sind. 
1899 betrug die Rohölproduktion ca. 16 Millionen kg, das sind 
ca. 114000 Fass (ä 140 kg). — Die nächstgrössere Gesellschaft, 
die »Elsässische Petroleumgesellschaft Walburg« (Sitz in Amsterdam)
	        
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