fullscreen: Deutschlands Auslandsanleihen

72 - Deutschlands Auslandsanleihen. 
leaume Carlswerk A.-G. in Köln-Mülheim eine 5% % An- 
leihe von 22,5 Mill. sfr auf, die vom 2. bis 7. Mai 1927 zu 97 % zur 
Zeichnung aufgelegt worden ist. Sie ist am 1. Mai 1947 fällig, 
doch hat die Gesellschaft das Recht, die Anleihe ganz oder teil- 
weise mit sechsmonatiger Voranzeige zum 1. November 1935 oder 
einem späteren Zinstermin vorzeitig zu kündigen. Die Rück- 
zahlung hat in diesem Fall bei Kündigung bis einschließlich zum 
1. November 1939 mit 102 %, bis 1. November 1943 zu 101 %, 
dann zu pari zu erfolgen. Bei teilweiser Kündigung findet Aus- 
losung statt. Die Anleihe ist durch Eintragung einer Sicherungs- 
hypothek von 20 Mill. A auf das Carlswerk gesichert. Gegen- 
stand des Unternehmens ist in der Hauptsache Errichtung oder 
Erwerb und. Betrieb von Fabriken und sonstigen gewerblichen 
Anlagen auf dem Gebiet der Drahtindustrie, der Metallurgie und 
der angewandten Elektrotechnik, von Erz-, Kohlen- und sonstigen 
Bergwerken, Erlangung von Elektrizitätskonzessionen sowie Be- 
teiligung bei Unternehmungen auf dem Gebiet der Drahtindustrie. 
Metallurgie und angewandter Elektrotechnik. 
Am 24. Mai 1927 wurde eine 6% % 10-Mill,-hfl-Anleihe der 
Gewerkschaft Carl-Alexander, Bäsweiler bei 
Aachen, zu 97% % in Holland aufgelegt, von der vorher bereits 
3125 000 hfl außerhalb Hollands fest untergebracht worden sind. 
Die Gewerkschaft wurde im Jahre 1908 durch die Röchling’schen 
Eisen- und Stahlwerke in Völklingen und die Acieries de Longwy 
in Mont-Saint-Martin gegründet; jede der beiden Gründergesell- 
schaften hat die Hälfte der Kuxe. Die Konzession der Gewerk- 
schaft ist 35 861 126 qm — 16,3 Normalfelder groß, die schätzungs- 
weise 745 Mill. Tonnen Steinkohlen bergen. Die Produktion be- 
irug 1924: 108 589 t, 1925: 231 034 t, 1926: 415341 t. Für 1927 
wird mit einer Produktion von 550 000 bis 600 000 t gerechnet; sie 
soll auf 1 Mill. Tonnen gesteigert werden. Der Absatz erfolgte im 
Jahre 1926 zu 57 % nach Deutschland, zu 20 % nach Belgien, zu 
18 % nach Frankreich und zu 5 % nach dem übrigen Ausland. 
Die Anleihe ist nicht besonders durch Unterpfänder gesichert, 
Joch hat sich die Gewerkschaft verpflichtet, in Zukunft keine An- 
leihe mit Sicherungen auszustatten, ohne diese Anleihe in gleicher 
Weise daran teilnehmen zu lassen. Außerdem haben die Röchling”- 
schen Eisen- und Stahlwerke A.-G. und die Societe des Acieries de 
Longwy für die Zahlung von Kapital und Zinsen die solidarische 
Bürgschaft übernommen. Kapital und Zinsen sind zahlbar frei 
von allen Steuern des Deutschen Reiches, der französischen Repu- 
5lik und des Saargebiets. Die Tilgung erfolgt ab 1932 kumulativ 
in 25 Jahren, und zwar jährlich einmal zum 15. Mai. Verstärkte 
oder vollständige Tilgung kann mit viermonatiger Voranzeige ab 
15. Mai 1982 zu jedem Zinstermin erfolgen; außerdem kann be- 
liebig ein Ankauf auf dem freien Markt erfolgen. Die normale
	        
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