Full text : Die Zeit der preußischen Freihandelspolitik

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bewegung  eröffnete,  entstand  der  moderne  Staat  Preußen.  Auf
der  Grundlage  dieses  Gesetzes  erhob  sich  der  deutsche  Zollverein, ­
  welcher  die  wirtschaftliche  Einigung  Deutschlands
vollbrachte.  Der  politischen  Einigung  standen  vor  allem  die
Bestrebungen  Österreichs  entgegen.  Sie  wurden  durch  die
preußische  Ereihandelspolitik  der  sechziger  Jahre  wirksam
vereitelt.  Diese  Politik  führte  zum  Bruch  mit  Österreich,  und
nach  seiner  Niederlage  zum  Ende  des  deutschen  Bundes  und
der  alten  Zoll  Vereins  Verfassung,  die  sich  beide  als  drückende
Eesseln  für  die  wirtschaftliche  und  politische  Entwicklung
Deutschlands  zum  Einheitstaat  erwiesen  hatten.  Ohne  diese
Ereihandelspolitik  Preußens  wäre  das  Werk  der  deutschen
Einigung  nicht  vollbracht  worden,  und  die  Gründung  des  Deutschen ­
  Eeiches  unter  Preußens  Führung  nicht  möglich  gewesen.
Jene  Männer  aber,  die  diese  liberale  Handelspolitik  trotz
allen  Anfeindungen  und  Gegenströmungen  konsequent  durchführten, ­
  wie  die  Staatsmänner  der  Stein-Hardenbergschen
Periode  und  die  Gründer  des  Zollvereins,  wie  vor  allem  Delbrück ­
  und  Michaelis  und  die  Führer  des  Kongresses  deutscher
Volkswirte,  der  durch  seine  Verhandlungen  und  Veröffentlichungen ­
  diese  Politik  der  Regierung  erleichterte  und  förderte
'—  sie  alle  haben  sich  Verdienste  um  die  politische  Entwicklung
unseres  Vaterlandes  erworben,  die  nicht  hoch  genug  eingeschätzt
werden  können.
Sie  haben  die  Erkenntnis  verbreitet,  daß  Deutschland
Ulfolge  seiner  Naturbedingungen  und  seiner  geographischen
Lage  wie  kaum  ein  anderes  Land  auf  den  Freihandel  angewiesen ­
  ist.  Seine  geologische  Struktur,  der  Lauf  seiner  großen
Flüsse,  seine  Lage  zu  andern  Ländern,  seine  Grenzverhältnisse
lassen  eine  strenge  Abgeschlossenheit  seines  Gebiets  nicht  zu.
Ler  natürliche  wirtschaftliche  Zusammenhang  der  deutschen
Lrenzprovinzen  mit  dem  Auslande  läßt  sich  auch  durch  künstliche ­
  Schranken  nicht  ganz  aufheben.  Wenn  aber  der  Freihandel ­
  für  Deutschland  eine  Naturnotwendigkeit  ist,  so  ist
e *ue  naturgemäße  und  gedeihliche  Entwicklung  seines  politischen ­
  Lebens  nur  dadurch  zu  erreichen,  daß  man  sich  jener
Notwendigkeit  nicht  widersetzt,  nicht  gegen  sie  anzukämpfen
® Uc ht,  sondern  ihren  Geboten  in  der  Wirtschaftspolitik  geor
 cht.  So  ist  es  kein  Zufall,  daß  die  größten  Taten  auf  poli ­
            
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