Full text: Das Zolltarifgesetz der Vereinigten Staaten von 1913

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liebliche Anzahl von Geschäftsleuten in führender Stellung sind 
davon beeinflußt worden. Eine nüchternere Betrachtung der Zoll- 
Page wird wohl erst dann erfolgen, wenn ihre verhältnismäßige 
Unwichtigkeit erwiesen worden ist, und dann wird man den 
sozialen Fragen mehr Beachtung schenken, die schließlich doch 
die unerbittlichen Probleme des Jahrhunderts sind. 
Und doch ist es möglich, daß der alte, noch nicht ausgestor- 
hene Aberglaube infolge der Ereignisse unter dem Tarif von 1913 
wieder auflebt. Dies wird hauptsächlich davon abhängen, ob 
unter der Verwaltung des Präsidenten Wilson „zufällig“ gute oder 
schlechte Zeiten eintreten werden. 
Auf diese „zufällige“ Entwicklung wird der Tarif keinen Ein 
fluß haben. Ob uns gute oder schlechte Zeiten beschieden sein 
werden, hängt von ganz anderen Umständen ab. Obwohl wir 
bezüglich der Ursachen, die zu dem periodischen Wechsel von 
Hochkonjunktur und Depression führen, noch im Unklaren sind, 
wird doch jeder ernsthafte Beobachter die Ansicht vertreten, daß 
unter diesen Ursachen die Tarifgesetzgebung die unwichtigste 
Rolle spielt. Der Durchschnittsmensch aber denkt anders dar 
über und fühlt auch anders. Sind in den nächsten drei oder vier 
Jahren schlechte Zeiten zu verzeichnen, so werden die niedrigen 
Zölle dafür verantwortlich gemacht werden, sind die Zeiten gut, 
s o wird man das auch wieder den niedrigen Zöllen zuschreiben. 
Wie uns die Jahre von 1846 bis 1857 und wieder auch die von 
] 897 bis 1907 gelehrt haben, veranlaßt eine Zeit des Aufschwungs 
das Volk, den derzeitig bestehenden Tarif als den richtigen und 
zufriedenstellenden anzuerkennen, gleichviel ob er hoch oder 
uiedrig ist. So wird es auch mit dem Tarif von 1913 
sein. Deshalb werden auch diejenigen, die glauben, unser Schutz 
zollsystem sei teilweise schlecht gehandhabt worden, oder habe 
sich teilweise überlebt — Zustände, die in geringem Maße auf 
eine ungesunde industrielle Entwicklung, mehr jedoch auf politi 
sche Eigensüchteleien und aufbauschende Trugschlüsse zuriiek- 
zuführen sind, — gute Zeiten in der nächsten Zukunft wünschen. 
Her Zeitpunkt scheint nicht ungünstig zu sein. Das Land ist 
uicht, wie im Jahre 1894, im Anfangsstadium einer Depressions- 
Periode. Es scheint im Gegenteil, als wenn es sich in der Mitte 
des gewöhnlichen Kreislaufs befände und zu einem Aufschwung
	        
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