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Andreas Walther
kerungszahl und Bevölkerungsschichtung einströmten und wieder
ausflossen *).
2. Die Budgetmethode.
Mit solchen Untersuchungen wären wir schon bei der Konsumtionsstatistik
angelangt, auf die schließlich doch auch
die Ziffern für den Gesamtumsatz in der Volks- oder Weltwirtschaft
zurückgeführt werden können, sofern dabei außer den
Einzelhaushaltungen auch die Kollektivhaushaltungen, wenn man
so sagen darf, Staatshaushalt, Kriegskosten usw., zu ihrem Rechte
kommen (siehe unten). Zunächst aber haben uns die Privathaushaltungen
eingehender zu beschäftigen. Denn wenn wir in
historischen Untersuchungen von dem wechselnden Geldwert
reden, denken wir nicht eigentlich, wie bisher angenommen wurde,
an das Preisniveau der Waren etwa gar überwiegend des Großhandels,
sondern wir denken an Änderungen des Geldwertes,
die in den Privathaushaltungen fühlbar werden. Auf
dieser Fassung des seiner Natur nach so wandelbaren Begriffs
(siehe unten) fußen nun zunächst unsere weiteren Erörterungen.
Es ist der erste Schritt auf dem Wege, auch und vor allen Dingen
den subjektiven Momenten des Begriffes „Geldwert“ entschlossen
ihr Recht zu geben.
In diesen Zusammenhang darf man auch die älteren Nachspürungen
nach einem konstanten Wertmesser des Geldes stellen.
Lange Zeit glaubte man in den Getreidepreisen einen konstant
bleibenden Maßstab gefunden zu haben. Autoren wie Cibrario und
Beissel haben ihre gesamten Umrechnungen danach vollzogen 2 ).
1) Vgl. auch Schmolle», Die historische Entwicklung des Fleischkonsums,
Ztft. f. d. ges. Staatswiss. XXVII (1871), S. 284—362.
2) Cibrario m, 222, besonders die Kurstabellen S. 247 ff. mit den beiden
Rubriken: valore in metallo und: valor vero in fromento. Die erste wäre
freilich für ihn entbehrlich gewesen, denn wenn man einen Wertmaßstab
gewonnen hat, kann man auch gleich direkt übersetzen (oben S. 6). So
rechnet etwa Beissel: Die Baukosten der Xantener Kirche beliefen sich in
den beiden Jahrhunderten von 1360 bis 1560 auf 90 000 Kapitelsmark; dafür
konnte man eine bestimmte Menge Getreide kaufen; dieselbe Menge Getreide
kostet heute (1884) 1 1 /n MilL Mark; also betrugen die Baukosten in unserem
Geld l‘/ 2 Mül. Mark.