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Geldwert in der Geschichte. 45
graphisch darstelle 1 ), freilich auch hier nicht in einer
Kurve, die über dem Streben nach höchster eigener Anschaulichkeit
die Brücke zu der viel wesentlicheren Anschaulichkeit der
ursprünglich gegebenen Werte und damit jede Leichtigkeit der
Korrektur, Kontrolle und Vervollständigung verloren hat.
Ich beschreibe nun meine Methode der Kombination von
Skalen zunächst in schematischer Vereinfachung; denn nicht auf
irgendwelche technische Ausführung, die sich jeder doch auf
besondere Art modeln wird, kommt es an, sondern darauf, welche
Prinzipien der Reduktion zugrunde liegen sollen. Man stelle
sich vor, man würde für jede einzelne Skala einen langen
Streifen Papier durch Linien im Abstand von 1 cm in lauter
gleiche Rubriken teilen, die Rubriken fortlaufend numerieren
und diese Zahlen als die Einheit der betreffenden Münzsorte,
die man an den Kopf schriebe, ansehen. Nun tragen wir ein:
in die Guldenskala für Köln um 1400 die Werte von 2 Gulden
in die Rubrik 2, die von 200 Gulden in die Rubrik 200 usw.,
ebenso mit der Guldenskala für Köln um 1500, dann in die
Skala für Rostock um 1450 die Werte von 6 m. sund. in die
Rubrik 6; und so fort für alle anderen Skalen, unter denen die
für die heutige Reichsmark erwünscht, aber nicht nötig wäre.
Nun kombinieren wir zunächst zwei Skalen. Der Prozeß des
Auf-einen-Nenner-bringens umfaßt zwei Manipulationen. Erstens
das Suchen des Nenners. Das vereinfacht sich in unserem Fall,
anders als bei der Reduktion auf Metallgehalt, dahin, die eine
auf die andere zu reduzieren. Dazu vergessen wir für einen
Augenblick möglichst vollständig alle Zahlen, mit denen wir
bisher gearbeitet haben und die auf den Streifen stehen, sehen
1) Mau hat schon zur Veranschaulichung von Indexziffern Kurventabelleu
verfertigt. Aber da bei der Prozentreduktion die absoluten Zahlen verloren
gehen (oben S. 14), können solche Kurven immer nur helfen, die allgemeine
Richtung zu vergleichen. Dabei kann man die zu vergleichenden Reihen
entweder an demselben Punkt mit 100 einsetzen lassen, wie etwa Kemmerer
(oben S. 23) tut, oder sie alle in willkürlichem Zwischenraum übereinander
anordnen, wie etwa Denis für Preise des 16. Jahrhunderts unternommen hat
(Les Index Numbers au 16® siede en Flandres, Ann. de l’Inst. des Sciences
sociales VI, 1900, S. 22- 29).