Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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Alle  diese  Banken  ohne  Sparkassengeschäft  suchen  dafür  das  Depositengeschäft ­
  besser  zu  entwickeln,  und  einige  von  ihnen  haben,  dem  Beispiel ­
  der  Grossbanken  folgend,  in  den  letzten  Jahren  ihrem  Betrieb  sogenannte ­
  Depositenkassen  angegliedert,  die  sich  von  den  Sparkassen
anderer  Institute  oft  durch  nicht  viel  mehr  als  den  Namen  unterscheiden.
Vielfach  ist  ja  wohl  ein  Unterschied  da,  wenigstens  an  Orten,  wo  gut
fundierte  Sparkassen  bestehen.  Den  Spareinlegern  ist  es  im  allgemeinen
hauptsächlich  um  eine  auf  die  Dauer  berechnete,  sichere  Kapitaleinlage
zu  tun.  Das  Sparkassenkonto  weist  deshalb  keine  grossen  Schwankungen
auf,  und  vermehrte  Rückzahlungen  kommen  meist  nur  zu  Zeiten  allgemein ­
  flauen  Geschäftsganges,  zu  Krisenzeiten,  dann  am  Jahresschluss
und  auf  die  Zinstermine  vor.  Allerdings  mag  auch  ein  Teil  der  Spargelder,
soweit  wenigstens  mittlere  und  obere  Stände  die  Einrichtung  benützen,
den  Charakter  vorübergehender  Depositen  haben.  Die  Depositenkassen
oder  Depositenabteilungen  der  mittleren  und  grösseren  Handelsbanken
haben  es  dagegen  in  erster  Linie  auf  die  momentan  flüssigen  Mittel  und
die  grösseren  Ersparnisse  ihres  Kundenkreises  abgesehen.  Hier  soll  der
kleine  Kapitalist  seine  Gelder  ansammeln,  bis  der  Betrag  so  gross  ist,
dass  er  in  Obligationen  oder  auch  Aktien  angelegt  werden  kann,  bei  deren
Beschaffung  dann  die  Bank  ihren  Depositenkunden  mit  Vorschlägen  dient.
Von  dieser  Anschauung  ausgehend,  haben  für  die  Statistik  der  schweizerischen ­
  Sparkassen  pro  1908  die  meisten  dieser  Banken  mit  Recht  davon
abgesehen,  ihre  Depositenkassen  in  die  Statistik  aufnehmen  zu  lassen.
Es  erscheinen  deshalb  in  dieser  erwähnten  Statistik  aus  der  Gruppe
der  Lokal-  und  Mittelbanken  nur  56  Institute.  Sie  besitzen  im  ganzen
194  Geschäftsstellen  und  haben  auf  Ende  1908  einen  Bestand  von  148,872
Sparbüchlein.  Nach  der  Höhe  der  Guthaben  findet  folgende  Gliederung  statt:
Guthaben  bis  zu  100  Er.  weisen  .  .  46,362  Büchlein,
solche  von  101—  500  „  ,,  .  .  43,210  „
„  „  501-2000  „  „  .  •  41,419
„  ,,  über  2000  ,,  ,,  .  •  17,881^  ^  auf.
148,872  Büchlein.
Der  Gesamtbetrag  der  diesen  56  Instituten  anvertrauten  Spargelder ­
  war:
Anfang  1908  ....  128,19  Milhonen  Franken
Ende  1908  ....  134,64
Der  Durchschnittsbestand  der  einzelnen  Guthaben  schwankte  bei
den  verschiedenen  Instituten  zwischen  130Eranken  und  3382Eranken;  einen
Durchschnittsbestand  von  mehr  als  1000  Franken  wiesen  19  Banken  auf.
            
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