zusammensetzenden Einzelelemente erforsche und für sich be—
stehend erkennen lerne, wenn ihre Einzelbetrachtung
ergibt, daß sie auch die Elemente ganz anders gearteter zu—
sammengesetzter Klänge und Resultanten zu sein vermögen,
und inwieweit sie das vermögen. Sie bleiben doch c, e und g,
auch wenn sie als aufbauende Teile (Zellen) der übergeordneten
Einheit des Dreiklangs in die ser Eigenschaft von diesem ihren
speziellen Funktionscharakter aufgeprägt bekommen. Wie wäre
wohl sonst eine Harmonielehre möglich? Und ist der C-dur-Drei—
klang etwa ein mystisches Ding schlechthin, oder ist er nicht ge—
rade dadurch gekennzeichnet, daß er sich aus dem greifbaren
e, e und g zusammensetzt, wenngleich er ein Mehr ist als
die bloße Summe, die additive Verbindung von e, e und g.
Ahnliche Verhältnisse finden wir auf den verschiedensten
Gebieten der Forschung und Wissenschaften vor. So gut wie
überall haben wir es mit zusammengesetzten Erscheinungen zu tun,
die als solche ihre Eigenart und ihren besonderen Charakter auf—
weisen, und die vielleicht wiederum aufbauende Zellen einer über—
geordneten Erscheinung sui generis sind. Die Wissenschaft ist
daher oft vor schwierige Aufgaben gestellt, um in das tiefere
Wesen der Dinge einzudringen. Sie forscht, wo solche auftreten,
nach Ursache und Wirkung und nach kausalen Zusammen—
hängen, und sie tut recht daran. Aber — wie schon gesagt —
diese kausalen Zusammenhänge sind meist nicht eingleisig.
Sie treten häufig — wenn ich mich so ausdrücken darf —
bündelweise auf. Ein und dieselbe Erscheinung vermag
verschiedene Bedeutung je nach den Grundbedingungen,
unter denen sie wirksam wird, und je nach dem Kausalkonnex,
in dem sie drinnen steht, zu erhalten und je darnach in der
Entwicklung einen verschiedenen Ablauf zu nehmen.
(Das e spielt im C-dur-Dreiklang eine andere Rolle und unter—
liegt anderen Spannungsbedingungen als z. B. im C-moll-
Dreiklang.) Diese Umstände negieren daher keineswegs die
Kausalforschung, sondern heben ihre Bedeutnng erst recht her—
vor, rücken sie in deutliches Licht — und weisen einer etwa irrigen
eingleisigen Kausalforschung die richtigen Wege.