Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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Sie  übernehmen  nach  ihrer  Erfahrung  und  nach  der  Lage  des  Geldmarktes
einen  begrenzten  Teil  einer  grossem  Emission  in  Unterbeteiligung  und
suchen  nun  diese  Titel,  für  die  sie  ein  Interesse  bei  ihrem  Kundenkreis
voraussetzen  oder  zu  wecken  hoffen,  zu  plazieren;  sie  stellen  also  ein
wichtiges  Glied  in  der  Gesamtorganisation  der  Effektenplazierung  dar.
Ob  ein  notwendiges  ?  Gewiss  hat  ihre  Bedeutung  in  dieser  Hinsicht  in  den
letzten  Jahren  infolge  der  fortschreitenden  Bankkonzentration,  verbunden
mit  Filialgriindung  der  Grossbanken,  eher  ab-  als  zugenommen.  Die  Grossbanken ­
  des  Kartells  sind  zum  Teil  schon  an  selbst  kleinern  Plätzen  der
Schweiz  durch  Niederlassungen  vertreten  und  suchen  hier  natürlich  in  dieser
Beziehung  selbst  so  viel  als  möglich  sich  zu  betätigen.  Immerhin  zieht  es
selbst  an  solchen  Plätzen  der  reguläre  Kunde  der  Lokal-  und  Mittelbank
doch  wohl  meist  vor,  auch  bei  Plazierung  seiner  Kapitalien  in  Effekten  die
Dienste  seiner  ihm  vertrauten  Bank  und  ihrer  Organe  und  nicht  diejenigen
der  Grossbankfiliale  in  Anspruch  zu  nehmen.  Daneben  aber  sind  viele
Lokal-  und  Mittelbanken  an  kleinern  Plätzen,  wo  keine  Grossbankfiliale
existiert,  ja  wo  gerade  auch  infolge  der  kräftigen  Position  der  alteingesessenen ­
  Lokalbank  keine  Grossbank  mit  Erfolg  sich  glaubte  niederlassen
zu  können.  Da  sind  sie  die  kompetentesten  Stellen,  um  der  Bevölkerung
beim  Ankauf  von  Effekten  mit  Rat  und  Tat  entgegen  zu  kommen.
Zudem  haben  sich  in  den  letzten  Jahren  die  Lokal-  und  Mittelbanken
das  Vorbild  der  Grossbanken  zu  Nutze  gemacht  und  angefangen,  der
Vermögensverwaltung  ihrer  Kunden  die  grösste  Aufmerksamkeit
zu  widmen.  Die  grösseren  Institute  besitzen  Tresoranlagen,  übernehmen
offene  und  geschlossene  Depots  und  verwalten  gegen  geringe  Entschädigung
das  Vermögen  ihrer  Klienten.  Auch  sie  finden  bei  dieser  Arbeit  so  wenig
wie  die  Grossbanken  direkt  ihre  Rechnung;  aber  auch  ihnen  gibt  dieses
Geschäft  einen  gewissen  Rückhalt  bei  der  Übernahme  von  Unterbeteiligungen ­
  an  Emissionen.  Sie  hoffen  und  können  hoffen,  dass  ihre  Kunden
sie  mit  der  Anlage  disponibler  Gelder  betrauen  und  dass  die  Banken  dann
in  erster  Linie  solche  Papiere,  bei  deren  Emission  sie  mitwirken,  empfehlen,
ist  klar.
Nur  wenige  Banken  unserer  Gruppe  sind  direkt  an  Börsenplätzen
vertreten  oder  gar  an  der  Börse  selbst  als  Agent  tätig.  So  können  auch  die
meisten  sowohl  die  Börsengeschäfte  ihrer  eigenen  Wertschriftenabteilung,
als  auch  diejenigen  der  Kunden  nur  durch  Vermittlung  eines  privaten
Börsenagenten  oder  einer  als  Börsenagent  tätigen  Grossbank  zur  Ausführung ­
  bringen.  Hierin  liegt  wieder  ein  Moment,  das  die  in  Interessengemeinschaft ­
  mit  einer  Grossbank  lebenden  Lokalbanken  begünstigt.
            
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