Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

69

4>

die  Zusammensetzung  ihres  Effektenbestandes,  dass  sie  in  selbständiger
Emissionspolitik  noch  zu  viel  machen.  Sie  übernehmen  vielleicht  einen
grossem  Teil  des  Gemeindeanleihens  in  der  Hoffnung,  die  Titel  nach  und
nach,  in  dem  Masse,  als  die  Gemeinde  das  Geld  wirklich  braucht,  bei  ihrer
Kundschaft  absetzen  zu  können.  Sehr  oft  ist  die  Hoffnung  eine  trügerische,
die  unvorhergesehene  Gestaltung  des  Geld-  und  Anleihensmarktes  bringt
es  mit  sich,  dass  die  Titel  der  Bank  verbleiben  und  für  die  Zukunft  in  der
Bilanz  in  gewissem  Sinne  ein  illiquides  Moment  darstellen,  das  wenigstens
nur  mit  grossem  Opfern  liquid  gemacht  werden  könnte.  Gerade  in  dieser
Beziehung,  mit  Rücksicht  auf  ihre  Stellung  auf  dem  Anleihensmarkte,
erhoffen  viele  Banken  unserer  Gruppe  von  einer  genossenschaftlichen
Organisation  eine  Besserung  durch  Stärkung  ihrer  Stellung  gegenüber  den
beiden  andern  Bankengruppen,  den  Grossbanken  und  den  Kantonalbanken.
Auch  kleinere  Industrieemissionen  können  der  Klein-  und  Mittelba  nk
leicht  zum  Schaden  gereichen.  Sie  hat  vielleicht  Interesse  genommen  an
Industrieunternehmen  ihrer  Gegend,  die  bei  ihr  einen  grossem  gedeckten
oder  ungedeckten  Kontokorrentkredit  benützen.  Sie  leiht  ihre  Dienste  zur
Umwandlung  in  eine  Aktiengesellschaft,  bei  Kapitalerhöhung  und  Obligationenemissionen. ­
  Oft  lässt  sich  aus  dem  Effektenportefeuillebestand
mehr  über  die  Rolle  des  industriellen  Kredites  im  Rahmen  des  Kontokorrentgeschäftes ­
  schliessen,  als  aus  den  das  Kontokorrentgeschäft  beschlagenden ­
  Zahlen  und  Bemerkungen  in  den  Berichten.
Bei  einer  Reihe  von  Instituten  unserer  Gruppe  zeigen  die  Effektenbestände,
  dass  verhältnismässig  zu  viel  Mittel  in  Aktien  und  Obligationen
der  Lokalindustrie,  manchmal  eines  einzigen  Etablissements  angelegt  sind.
Gelegentlich  ist  nach  dem  aufgeführten  Aktienbesitz  eigentlich  die  Bank
der  Besitzer  des  Geschäftes.  Diese  Papiere  der  kleinen  Lokalindustriegesellschaften, ­
  die  keine  ersten  Landes-  oder  gar  Weltfirmen  sind,  der
Hotelgesellschaften  oder  der  Genossenschaften,  haben,  wenn  überhaupt,
einen  ganz  beschränkten  Markt  und  sind  nichts  weniger  als  liquid.  Eine
Lokalbank  sollte  sich  nie  derart  tief  einlassen,  dass  ihr  Sein  oder  Nichtsein
fast  von  einer  Industriegesellschaft  abhängt;  solche  Emissionen  sollten
deshalb  nur  in  Anlehnung  an  ein  grösseres  Institut  vorgenommen  werden.
Wie  schon  erwähnt,  ist  nicht  in  allen  Fällen  aus  dem  Geschäftsbericht
ersichtlich,  bei  was  für  Emissionen  die  betreffenden  Banken  sich  beteiligten;
noch  weniger  ersieht  man,  ob  als  Syndikatsmitglied,  Unterbeteiligte  oder
Zeichnungsstelle,  und  nur  ganz  vereinzelt  ist  der  Betrag  des  eingegangenen
Engagements  angegeben.  Gewiss  handeln  bei  dieser  Plazierung  der  Effekten ­
  die  Lokal-  und  .Mittelbanken  im  Interesse  der  gesamten  Volkswirtschaft.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.