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Erwin Respondek,
Inwieweit der Krieg und insbesondere das Miets-Moratorium in
Zukunft schädigend auf die Güte der Pfandbriefe und Solidität des Unternehmens
wirken werden, ist heute noch nicht festzustellen, denn alle
Reserven können vor Erschütterungen nicht schützen, sie nur mildern.
Zweifellos dürfte feststehen, daß der Haus- und Grundbesitz durch
den langen Krieg tiefe Wunden erfahren hat, die durch die gesetzliche
Prolongation aller Verpflichtungen nur eine vorübergehende und scheinbare
Heilung gefunden haben. Ein hoher Ausfall an Mieten, die
stete, langfristige Stundung von fälligen Mietszahlungen, die seit Kriegsbeginn
ununterbrochen durch gesetzliche Verfügungen aufrecht erhalten
wird, vermindern die Einnahmen der Hausbesitzer um gewaltige Summen.
Auf der Gegenseite haben sie aber unvermindert große Ausgaben für
Reparaturen, Instandhaltung des Hauses, sowie die Entrichtung von
Steuern an den Staat und die Kommune zu leisten. Wenn ihnen
auch eine bedeutsame Erleichterung zuteil wurde, nämlich die Bewilligung,
ihre Hypothekenzinsen und Hypothekenkapitalien, soweit
ihr Rückzahlungstermin fällig ist, an einem späteren, vom Moratorium
vorgeschriebenen Zeitpunkt zu bezahlen, so bleibt im Grunde doch
diese Vergünstigung eine, wenn auch versteckte, so doch schwere Belastung
und muß einmal offen zutage treten. Hier kann nun nicht
mehr die weitere Entwicklung vorweg gegriffen, am allerwenigsten
die zukünftige Einwirkung auf den Hypotheken- und Grundstücksverkehr
diskontiert werden, sondern die neue Gestaltung dieses wichtigen wirtschaftlichen
Gliedes muß abgewartet werden. Dann auch erst wird
die innere Kraft des Credit-Foncier ihre Probe zu bestehen haben. Faßt
das erste und führende französische Hypothekeninstitut allein diese
wenigen, hier angedeuteten Momente in den Kreis seiner Betrachtungen,
blickt es auf die nach Milliarden zählenden Verluste, die in der Kriegszone
eingetreten sind, so wird es wohl mitten im Kriege und auch in voller
Unkenntnis über seinen endgültigen Ausgang keine anderen Sicherungen
und Vorarbeiten zur Genesung von allen Schäden vornehmen können,
als die gezeichnete Konsolidierung des eigenen Status. Steht die Hypothekenbank
auf festem Boden, dann werden die Schwachen auf sie mit
Vertrauen blicken und an ihr in Zeiten der wirklichen Bedrängnis einen
sicheren Rückhalt finden.
Die Credit-Mobilierbanken, auch Banques d ’ affaires
genannt, arbeiten mit ihren eigenen Kapitalien und nur
zuweilen mit Mitteln, die ihnen von Kapitalisten-Verbänden zur Verfügung
gestellt werden. Ihre Haupttätigkeit und vornehmliche Arbeitsrichtung
besteht in reinen Finanzgeschäften. Sie führen ebenso gern und
leicht Neuemissionen an der Pariser Börse durch, wie sie sich bei großstiligen
Emissionen und Finanztransaktionen an allen europäischen
Börsen aktiv beteiligen. So nehmen sie seit langem den regsten Anteil
an den Emissionen des französischen Staates, sind Emittenten der
Anleihen Argentiniens, Ägyptens, Belgiens, Bulgariens, Kanadas, Chiles,
Chinas, Griechenlands, Hollands, Mexikos, Skandinaviens, Österreichs,