Full text: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
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Rumäniens, Rußlands, Schwedens, der Schweiz, Spaniens, der Türkei 
und vieler anderer Staaten. Nicht allein Emissionen fallen in ihren 
Geschäftskreis. Sie entwickeln eine ebenso rege Gründertätigkeit. Sie 
gründen im Inlande und Auslande industrielle Unternehmen jeder Art, 
Eisen, Kohle, Petroleum, Banken, Handelshäuser usf. Mit den großen 
und kleinen Sparern, den endgültigen Abnehmern ihrer Aktienpapiere, 
stehen sie in keiner direkten Verbindung. Die Aufgabe der Placierung 
ihrer großzügigen Emissionen haben die Depositenbanken zugewiesen 
erhalten. Beide Bankgruppen arbeiten sich eifrig in die Hand und 
ihre Verbindung in Ziel und Methode war es vornehmlich, die Frank 
reich eine Flut von ausländischen, in erster Linie russischen und dann 
eine Reihe von exotischen Papieren zuführte. Arbeitsmethoden und 
finanzielle Politik, sowie ihre Erfolge und zukünftige Richtung werden 
im Zusammenhang mit den Depositenbanken weiter unten behandelt. 
Die Banques d’affaires hatten unter der steten drohenden europäi 
schen Kriegsgefahr in den letzten Jahren stark zu leiden. Sie besitzen 
durch den internationalen Charakter ihrer Geschäftsrichtung ein be 
sonders feines und empfindsames Gefühl für politische und wirtschaft 
liche Komplikationen, die sich erfahrungsgemäß leicht zu Kriegen ent 
wickeln können. Mit kriegerischen Verwicklungen aber, die wieder zu 
überraschenden Konstellationen, zu Siegen und Niederlagen, Gewinnen 
oder Verlusten führen, stimmen ihre Berechnungen eigentlich wenig 
überein. Jedenfalls ziehen sie in ihre Finanztransaktionen den Krieg 
nicht als einen sicheren Faktor in die Rechnung hinein, und wenn es 
bei Betrachtung ihrer Arbeit den Anschein erweckt, als ob ein Zweig ihrer 
Anleiheemissions-Politik in einer überraschenden Harmonie mit der 
Kriegs-Politik der Republik bzw. der leitenden Staatsmänner lief, so 
kann hieraus noch nicht der ganze Stamm als kriegslüstern bezeichnet 
werden. Immer, sobald die Möglichkeiten eines Krieges näher rückten, 
litten die Banques d’affaires am schwersten und sie waren es, die sich 
gegen einen solchen aussprachen. So war auch schon viele Monate vor 
Kriegsbeginn, bereits seit 1913, die allgemeine Stimmung und Lage in 
den finanziellen Kreisen in Paris und an allen Plätzen, die von Paris ab- 
hängen, wenig befriedigend, da die Credit-Mobilierbanken an kriegerische 
Ereignisse bestimmter glaubten. Bereits in den ersten Monaten des Jahres 
1914 erschien ihnen die Situation sehr bedenklich, weil mit der Zu 
spitzung der politischen Spannung die Gläubiger unruhig wurden und 
zur Rückforderung ihrer Einlagen in beträchtlichem Umfange schritten. 
Jene etwas heftigen Auszahlungswünsche der Depositengläubiger an den 
Schaltern der Banken wurden dazu noch von einem empfindlichen Sinken 
der Kurse jener vielen Werte, an denen sie als Emissionshäuser ureigenstes 
Interesse besitzen, begleitet. Durch rasches Realisieren der wertvollsten 
Aktiven und energische Versuche, das wankende Kursgebäude zu stützen, 
konnten die in Fluß gekommenen Ereignisse dennoch nicht mehr auf 
gehalten werden. Sie entwickelten sich allmählich immer stärker. 
Eine derartige Entwicklung der Dinge, wie sie am Vorabend eines Krieges
	        
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