Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Erwin  Respondek,

Wie  ist  diese  Summe  von  25,5  Milliarden  Frcs.  zu  beschaffen?
Diese  Frage  mußte  sich  das  Schatzamt  Mitte  des  Jahres  1915  vorlegen.
Es  hatte  zwei  Quellen,  die  hilfreich  einspringen  konnten:  einmal  die
Notenbank  und  dann  der  Absatz  von  Schatzscheinen.
I.  Notenbank.  Die  Vorschüsse  der  Notenbank  an  den  Staat  erreichten ­
  am  31.  Juli  1915:  6500,00  Milk  Pres.  Die  Vorschußpflicht  ist
9000,00  Mill.  Frcs.  Es  verbleiben  dem  Staate:  2500,00  Mill.  Frcs.  für
weitere  Inanspruchnahme.  Mit  Rücksicht  auf  die  währungspolitischen
Gefahren  dürfte  der  Staat  eine  Erhöhung  der  Vorschußpflicht  kaum
vornehmen.  Die  Notenbank  möge  also  dem  Schatzamt  bis  zum  31.  Dezember ­
  1915:  9000,00  Mill.  Frcs.  liefern.
Eingang  aus  Quelle  I:  9000,00  Mill.  Frcs.
II.  Verkauf  der  National-Verteidigungs-Wechsel  und  -Obligationen
im  In-  und  Auslande.
Bis  zum  31.  Juli  1915  waren  abgesetzt:
6958,00  Mill.  Frcs.  National-Verteidigungs-Wechsel,
2695,00  „  „  „  „  Obligationen
9653,00  Mill.  Frcs.  in  io  Monaten.
Angenommen,  es  werden  in  jedem  Monat  noch  1000,00  Mill.  Frcs.
jener  Staatspapiere  verkauft,  so  ergibt  das  für  die  Zeit  vom  1.  August
bis  31.  Dezember  1915:  5000,00  Mill.  Frcs.
Dann  ist  der  Gesamtabsatz  bis  zum  31.  Dezember  1915:  Eingang
aus  Quelle  II:  15  000,00  Mill.  Frcs.
Die  Bilanzierung  von  Budgeteinnahmen  und  -ausgaben  ergibt  hiernach ­
  das  folgende  Bild:

X.  Einnahmen
a)  Notenbank  9  000,00
b)  Staatspapiere  ....  15  000,00  24  000,00  Mill.  Frcs.
II.  Ausgaben  •  ■  ■  25  500,00  ,,  ,,
Fehlbetrag  1  500,00  Mill.  Frcs.

Wenn  auch  die  bei  dieser  Aufstellung  in  Rechnung  gesetzten  Zahlen
höchst  problematisch  und  fehlerhaft  sein  mögen,  so  zeigen  sie  dennoch,
mit  Welchen  Schwierigkeiten  die  Finanzverwaltung  zu  kämpfen  haben
wird,  um  die  stetig  wachsenden  Ausgaben  gegenüber  den  konstanten
oder  gar  sinkenden  Einnahmen  zu  decken.  Hierzu  kommt  der  ungewisse ­
  Faktor  des  Absatzes  von  Schatzscheinen.  Das  Schatzamt  ist
nicht  sicher,  daß  er  in  genügenden  Mengen  vor  sich  gehen  wird  und  muß
dieser  Tatsache  wohlweislich  Rechnung  tragen.  Zur  Deckung  der  fehlenden ­
  Summen  werden  in  verstärktem  Umfange  Auslandskredite  herangezogen. ­

Am  24.  September  1915  stimmte  die  Kammer  für  eine  neue  Kreditvorlage. ­
  Sie  gewährte  für  das  letzte  Viertel  des  laufenden  Jahres,  also
für  die  Zeit  vom  x.  Oktober  bis  31.  Dezember  1915,  einen  Budgetkredit
von  6217,00  Mill.  Frcs.  Bei  der  Begründung  dieser  neuen  Kreditfordexung
  gab  der  Finanzminister  in  einem  längeren  Expose  auch  eine  Zu ­
            
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